Sa., 08.09.2018

A 33-Trassenfahrt: Auf der Haller Westumgehung drohen Staus Bald ist auch die letzte Brücke fertig

Projektleiter Wilhelm Willenberg vom Landesbetrieb Straßen hat die Teilnehmer über die Baufortschritte auf dem Abschnitt 7.1 informiert. Über die Stockkämper Straße ging es erst zur Anschlussstelle B 476.   

Projektleiter Wilhelm Willenberg vom Landesbetrieb Straßen hat die Teilnehmer über die Baufortschritte auf dem Abschnitt 7.1 informiert. Über die Stockkämper Straße ging es erst zur Anschlussstelle B 476.    Foto: Johannes Gerhards

Von Johannes Gerhards

Halle (WB). Das Ende einer unendlichen Geschichte bahnt sich an. Was mit ersten Planungen bereits vor mehr 80 Jahren begonnen hat, soll 2019 vollendet werden: der von vielen herbeigesehnte Lückenschluss der von anderen leidenschaftlich abgelehnten A33.

Mehr als 100 Interessierte waren in zwei Reisebussen auf der Trasse unterwegs, um sich über den Stand der Bauarbeiten unterrichten zu lassen. »Wir haben dem Ministerium noch keinen offiziellen Freigabetermin genannt, liegen aber im Zeitplan«, sagt Projektleiter Wilhelm Willenberg vom Landesbetrieb Straßen NRW und hält sich in Bezug auf einen Termin für das nächste Teilstück bis zur Alleestraße bedeckt. Es sei noch viel Kleinkram zu erledigen und erfahrungsgemäß »knubbelt es sich am Ende immer ein wenig«. Zusammen mit dem Leiter der Regionalniederlassung, Andreas Meyer, informiert er die Fahrgäste.

Vom Treffpunkt an der Violenbachschule Süd sind zwei voll besetzte Reisebusse über die Stock-kämper Straße auf die Autobahnbaustelle Richtung Anschlussstelle B 476 gefahren. An der Hesselteicher Brücke liegt das größte von neun Regenrückhaltebecken im über zwölf Kilometer langen Bauabschnitt 7.1 zwischen Künsebeck und Borgholzhausen. Hier erläuterte Willenberg die Funktion: Bei Regen sammelt sich das Straßenwasser. Schwebstoffe wie Reifenabrieb und Mikroplastik lagern sich im Sediment ab, bevor das Wasser ins unbefestigte Becken abfließt.

Bechsteinfledermäuse an der Oldendorfer Straße

Auf dem Weg zum nächsten Stopp erfahren die Teilnehmer einiges zu den Naturschutzmaßnahmen. Dazu gehören sechs Grünbrücken für Wild, Amphibientunnel und Maschendrahtzäune als Überflughilfen für Fledermäuse. An der Oldendorfer Straße, wo die letzte von 36 Brücken kurz vor der Fertigstellung steht, liegt ein wichtiges Rückzugsgebiet für die besonders geschützte Bechsteinfledermaus, sagt Andreas Meyer. Einige Bäume hat sogar der Staat gesichert, um den Schutz der bedrohten Tierart zu gewährleisten. Andere müssen wohl in Kürze wegen mangelnder Standfestigkeit gefällt werden. An der Oldendorfer Brücke war ein relativ tiefer Einschnitt ins Gelände erforderlich. Die Böschung soll eine »Anspritzbegrünung« bekommen. Während im letzten Bereich vor der künftigen Anschlussstelle 15 noch das Bitumengemisch aufgebracht wird, ist man in Richtung Halle zum Teil schon weiter. Mit einem besonderen Fertiger wird hier an den Betongleitwänden auf dem Mittelstreifen gearbeitet. Diese werden später mit Filterkies, Steinwoll- und Sedummatten verfüllt. Die darauf wachsenden Pflanzen benötigen kaum Pflege und lassen auch kein Unkraut sprießen.

Bis Ende Oktober müssen aus Gewährleistungsgründen Markierungen auf der Fahrbahn angebracht werden. Zudem sollen noch Schilderbrücken und Lärmschutzwände gebaut werden. Letzteres kann noch für Staus auf der Haller Westumgehung sorgen: Ab dem 17. September leitet eine »mitwandernde« Baustellenampel auf der Theenhausener Straße den Verkehr über nur eine Spur.

 

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