Sa., 15.09.2018

Erweiterungsplan von Regionalpolitik diskutiert - Autohaus Orth & Nagel verlässt Halle Storck nimmt die erste wichtige Hürde

Die aktuellen Baustellen auf dem Storck-Gelände (rechts die A33) sind gut zu erkennen. Die darüber hinausgehende Erweiterung soll etwa 15 Hektar umfassen.

Die aktuellen Baustellen auf dem Storck-Gelände (rechts die A33) sind gut zu erkennen. Die darüber hinausgehende Erweiterung soll etwa 15 Hektar umfassen. Foto: Ulrich Fälker

Von Stefan Küppers

Halle/Borgholzhausen (WB). Die großen Erweiterungspläne des Süßwarenriesen Storck haben am Freitag eine erste Hürde genommen. Denn die dem Regionalrat bei der Bezirksregierung vorgeschalteten Gremien haben die dafür notwendige Neuaufstellung des Regionalplanes beschlossen - und das sogar einstimmig.

In einer gemeinsamen Sitzung im Borgholzhausener Gasthaus Hagemeyer-Singenstroth haben in einer gemeinsamen Sitzung die Mitglieder der Kommission für Regionalplanung, Wissenschaft und Forschung sowie der Kommission für Verkehr und regionale Entwicklung quasi in einer ersten Lesung die umfängliche Vorlage zur Erweiterung bei Storck auf einer Fläche von 15,5 Hektar beraten.

Kritische Anmerkungen von den Grünen

Einige kritische Anmerkungen kamen aus den Reihen der Grünen. Helga Lange beklagte, dass die Kommissionen am Freitag zwar viel Zeit für die Besichtigung der A33-Baustelle und des interkommunalen Industriegebietes Borgholzhausen/Versmold (IBV) aufwenden würden, nicht jedoch mal die Verhältnisse auf der geplanten Storck-Erweiterungsfläche in Augenschein nähmen. »Die Storck-Erweiterung ist ein so großes und kompliziertes Verfahren, das geht nicht so nebenbei«, kritisierte Lange. Dr. Manfred Horter (SPD) hingegen sah das vorliegende Material in der Vorlage als »überzeugend« an. Wichtig sei, dass die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen realisiert würden. Den Eingriff in den Wald hingegen bezeichnete der SPD-Politiker als »alternativlos«.

Genügend Ausgleichsflächen zu finden, könnte ein Problem werden

Kritisch nachgesetzt wurde von Birgit Niemann-Hollatz (Grüne), aus deren Sicht insbesondere das Konfliktfeld Wohnen in der Storck-Planung nicht ausgeräumt sei. Da müsse nachgearbeitet werden. Im übrigen stehe die Erweiterungsplanung wegen des notwendigen Flächenausgleichs immer unter dem Vorbehalt, dass diese Ausgleichsflächen auch verfügbar seien, so die Grüne. Das Argument mit dem Flächenausgleich griff auch Detlef Helling (CDU) auf: »Wir müssen beim Ausgleich nicht nur in Hektar denken, sondern insbesondere auf bessere Qualität dieser Flächen achten.« Man müsse alles tun, um die Erweiterung zu gewährleisten. Das Qualitätsargument unterstützte auch Arnold Weßling (CDU).

Autoshaus Orth & Nagel zieht 2019 von Halle nach Borgholzhausen

Breiten Raum in der Sitzung nahm zudem die Entwicklung im IBV ein, die von den Bürgermeistern Dirk Speckmann und Michael Meyer-Hermann skizziert wurde. Die jüngsten Entwicklungen, die jetzt erstmals öffentlich bekannt gegeben wurden, haben sogar direkte Auswirkungen auf Halle. Denn das Autohaus Orth & Nagel (früher Autohaus Ravensberg) will seinen Standort an der B68 in Halle aufgeben und 2019 neu im IBV direkt an der A33 bauen. Dann soll auch das Autohaus Nagel & Sohn aus Versmold an den neuen Borgholzhausener Standort umziehen, was in Versmold neue Möglichkeiten für eine Supermarkt-Erweiterung schaffen würde.

Derweil kommt die neue große Kommissionierungshalle der Nagel Group im IBV gut voran. Auf der gegenüberliegenden Seite im IBV steht der Neubau des großen Kachelofenbauers Hagos kurz vor der Fertigstellung. 8,5 Hektar in bester Lage sind noch frei, die aber für zwei namhafte Unternehmen aus Pium reserviert sind.

Bürgermeister wünschen dritten Bauabschnitt für das interkommunale Gewerbegebiet

Das IBV stößt nunmehr an seine Kapazitätsgrenzen, da eine größere Restfläche in Privatbesitz ist und der Besitzer nicht verkaufen will, ohne dass ihm landwirtschaftliche Tauschflächen angeboten werden. Die aber sind wegen der vielen Ausgleichsflächen, die für die A33 weggegangen sind, nicht verfügbar. Die Bürgermeister warben daher für einen großen dritten Bauabschnitt des IBV und den Sprung damit auch über die A33. Im nächsten Frühjahr würden Gutachten über mögliche Flächen erwartet, hieß es.

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