Fr., 12.10.2018

Zum Abschied gönnen sich die Haller Sänger ein unvergleichliches Konzerterlebnis Der MGV singt mit den Don Kosaken

MGV Ravensberg-Halle Vorsitzender Dieter Baars (links) und Gerhard Wißmann kündigen das Jubiläumskonzert mit den Don Kosaken in Halle an.

MGV Ravensberg-Halle Vorsitzender Dieter Baars (links) und Gerhard Wißmann kündigen das Jubiläumskonzert mit den Don Kosaken in Halle an. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle  (WB). Vor zehn Jahren haben die Haller Sänger schon einmal mit dem Don Kosaken Chor gesungen. Jetzt schenkt der Männergesangverein Ravensberg-Halle sich und seinen Freunden zum 150. Geburtstag ein festliches Jubiläumskonzert – ein Dankeschön für langjährige Treue.

Und vielleicht gleichzeitig ein öffentlicher Abschied. Denn in der Einladung zur Jahreshauptversammlung am 10. Januar hat Vorsitzender Dieter Baars deutlich gemacht, dass der Vorstand die Auflösung des Vereins beantragen müsse. »Das ist eine rein vorsorgliche Maßnahme«, betont Dieter Baars.

Zwischen acht und zwölf der stimmgewaltigen Don Kosaken – nicht mehr unter Leitung von Serge Jaroff, sondern inzwischen dirigiert von Wanja Hlibka – treten gemeinsam mit den Haller Sängern am Sonntag, 11. November, um 17 Uhr in der St. Johanniskirche auf. Von Tschaikowsky über Rimsky-Korsakow bis hin zu den Wolgaschleppern und »Ich bete an die Macht der Liebe« reicht das Repertoire. Klassische Werke und beliebte Volksweisen sind zu hören. »Das wollen wir uns noch einmal gönnen«, freuen sich Dieter Baars und Gerhard Wißmann auf das Konzert des »grandiosen Weltklasse-Chores« und erinnern sich noch gern an die »Gänsehaut-Premiere« vor zehn Jahren. Baars: »Die ganze Kirche hat vibriert.«

Bravouröse Gesangsakrobatik

Der Don Kosaken-Chor, bekannt aus unzähligen Fernsehsendungen und CD-Einspielungen, verspricht nach Worten von Baars und Wißmann ein musikalisches Fest großer Stimmen, vertrauter Melodien und heiter-bravouröser Gesangsakrobatik. Die Konzerte könne man nur mit dem Wort »Kult« umschreiben. Geleitet wird das hochkarätige Spitzenensemble akademisch ausgebildeter Sänger inzwischen von einem Mann, der selbst damals als jüngster Solist im weltberühmten Chor von Serge Jaroff gesungen hat. Wanja Hlibka darf die Original-Arrangements als Ausgangsbasis seiner künstlerischen Arbeit nutzen. Die anderen Sänger kommen laut Dieter Baars von großen osteuropäischen Opernhäusern.

Das »russische Stimmwunder« begeistere sein Publikum mit kraftvollen, herrlich timbrierten Stimmen, »die in höchster Vollendung den ganzen Zauber und die eigene Melancholie der russischen Musik vermitteln.« »Den ›Abendfrieden‹ singen wir gemeinsam, und das wird für uns Sänger wieder ein unbeschreibliches Gefühl«, freut sich Dieter Baars schon auf das Jubelkonzert, das gleichzeitig Höhepunkt und würdiger Abschluss des Jubiläumsjahres werden soll.

150 Jahre und dann Schluss?

Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 18 Euro und sind entweder im Bürgerbüro oder bei den Sängern zu bekommen. An der Abendkasse sind sie für 20 Euro erhältlich. Die Plätze in der Kirche sind allerdings nicht nummeriert.

150 Jahre MGV und dann ist Schluss? »Wenn es nicht gelingt, einen funktionsfähigen Vorstand zusammenzukriegen, müssen wir den Verein auflösen«, sagt Dieter Baars, der seit einem Jahr an der Spitze des 70-köpfigen Vereins steht (unter den 20 aktiven Sängern sind sieben aus Brockhagen). Allerdings ist es nicht die Vorstandsfrage allein, die ihn dazu zwingt, die Vereinsauflösung in Aussicht zu stellen. Ein weiterer Grund sei die Überalterung. Das Durchschnittsalter liegt inzwischen bei 78 Jahren.

Auch wirtschaftlich droht das Aus. Denn bei stetig sinkenden Mitgliederzahlen und mit einem Jahresbeitrag von 65 Euro (die fördernden Mitglieder zahlen 25 Euro) könne man kaum einen Chorleiter bezahlen. Baars: »Wir müssen aber Fristen einhalten und Vertragspflichten erfüllen.« Vielleicht ist die Auflösung des Chores auch noch keine beschlossene Sache, stellt der Vorsitzende klar. »Es kann auch das Gegenteil passieren und zehn oder 20 neue Leute treten ein. Aber selbst dann sind wir womöglich nicht mehr singefähig.«

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6115831?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516076%2F