Sa., 08.12.2018

Weil am Stockkämper Weg Platz fehlt, soll die Verwaltung andere Möglichkeiten prüfen Alternativer Radweg durch den Wald

An der Kirche in Stockkämpen führen zwar Wege durch den Wald. Doch für Radfahrer sind sie wenig geeignet.

An der Kirche in Stockkämpen führen zwar Wege durch den Wald. Doch für Radfahrer sind sie wenig geeignet. Foto: Genuit-Thiessen

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Entweder über den Stockkämper Weg oder durch den Wald im FFH-Gebiet? Was vor Jahren als Planung eines Radweges zwischen Hesseln und Hörste angefangen hat, hat im Haller Bau- und Verkehrsausschuss für Ratlosigkeit gesorgt.

Der Radweg am Stockkämper Weg soll bekanntlich zwischen Autobahn und Eichenweg ausgebaut werden. Allerdings liegt die Planung auf Eis, wie Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann sagte. Denn die Stadt könne einige Flächen erst im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens erwerben.

Im Nahmobilitätskonzert hat der Stockkämper Weg für den Radverkehr eine überregionale Bedeutung. Denn nicht nur Freizeitradler sind auf den heimischen »Pättkes« unterwegs, sondern auch Kinder aus Hesseln, die zur Grundschule in Hörste gehen. Problematisch ist vor allem ein Stück, wo der Eichenweg auf die Hörster Straße führt. Weil der Weg im Bereich der Siedlung zwischen den Wohngrundstücken und dem Wald sehr schmal ist, kann man dort nur einen Gehweg bauen, der im Falle von Begegnungsverkehr überfahren werden kann. Radfahrer müssten dort die Straße nutzen. Der Stockkämper Weg endet an der Hörster Straße (K 25), an der noch eine 680 Meter lange Lücke im Radwegenetz klafft. »Viele Kinder fahren über den Weißen Kamp und den Hasenweg ins Dorf«, sprach SPD-Ratsfrau Ulrike Niemeier-Müller die Gefahren auf dem Schulweg an.

Prozessionsweg zu uneben und sandig

Die Anlieger aus Stockkämpen sind gegen einen Geh-/Radweg vor ihrer Tür und haben statt dessen eine Verbindung durch den Tatenhauser Wald vorgeschlagen. Theoretisch könnte dieser bisher nicht ausgebaute Waldweg über 400 Meter mit einer wassergebundenen Decke ausgebaut werden. Allerdings würde er auch parallel zu dem schmalen, sandigen und ziemlich unebenen Prozessionsweg Richtung Loddenbach führen – und dort durch eine Furt. Denkbar wäre eine naturnahe Brücke für beide Wege Richtung Paterpatt und Heuermanns Weg.

So weit der Plan. Ein Veto eingelegt hat allerdings der Landschaftsbeirat beim Kreis Gütersloh. Der lehnt nämlich eine doppelte Wegeführung ab und hält es auch nicht für sinnvoll, den Prozessionsweg zu verbreitern und zu schottern. Dann könnte er nämlich auch bei Waldarbeiten als Rückeweg genutzt und stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Hoffmann: »Seinen Charme würde er verlieren.« Keine Genehmigung gibt es zudem für eine Radwegbeleuchtung im Wald. Und im Dunklen über einen Schotterweg?

»Es wird uns ja wohl etwas einfallen, um den Radweg erst hinter den drei Häusern laufen zu lassen und dort mit anderen Maßnahmen für Sicherheit zu sorgen«, meinte Dieter Jung (die Grünen), während CDU-Ratsherr Reinhard Schacht riet, auch den Eigentümer des Waldes mit an den Tisch zu holen. »Wir sollten anfragen, ob man hinter der ersten Baumreihe in Sicht zur Straße einen Weg anlegen kann«, meinte auch Thomas Tappe (CDU). Skeptisch zeigte sich Eckhard Hoffmann: »Mein Bauchgefühl sagt mir: Das wird nichts.«

Eine Alternative ist möglicherweise der Favorit der Verwaltung: eine Fortsetzung des Radweges entlang der Stockkämper Weges. Acht Meter Platz plus Sicherheitsabstand stehen an der Siedlung natürlich nicht zur Verfügung. Darum dürfte es dort nicht ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen gehen.

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