Do., 03.01.2019

Haller bringt romanhafte Biografie über berühmten deutschen Chemiker heraus Wenn mit der Queen die Chemie stimmt

Der pensionierte Chemielehrer Dr. Björn Kuhse hat ein Buch über einen berühmten deutschen Chemiker geschrieben.

Der pensionierte Chemielehrer Dr. Björn Kuhse hat ein Buch über einen berühmten deutschen Chemiker geschrieben. Foto: Küppers

Halle (WB/SKü). Dr. Björn Kuhse findet es schon irgendwie schade, dass sich zumindest gefühlt nicht sehr viele Menschen für Chemie interessieren. Dabei gibt es so viele spannende Geschichten über Chemiker zu erzählen. Kuhse hat wieder eine aufgeschrieben in seinem neuen Buch.

In den Mittelpunkt seiner romanhaften Biographie hat der Haller die Chemiker-Koryphäe August Wilhelm von Hofmann (1818-1892) gerückt. Dieser Schüler des noch berühmteren Chemikers Justus von Liebig hat in Deutschland und England fachlich viele Spuren hinterlassen, ist unter anderem durch die Synthese von Anilinfarbstoffen bekannt geworden. Doch es sind vor allem der Lebensweg und die spannenden Begegnungen mit höchsten Würdenträgern seiner Zeit, die Kuhse an der Person Hofmann interessieren. Nicht von ungefähr heißt der Buchuntertitel: »Ein Chemiker begeistert Queen Victoria«.

Briefe zu Geschichte umgearbeitet

Doch zunächst zum Autor aus Halle, der erst im Ruhestand so richtig zum Schreiben gekommen ist. Der 80-Jährige pensionierte Studiendirektor, der als gelernter Chemielehrer beruflich zuletzt stellvertretender Schulleiter des Carl-Miele-Berufskollegs in Gütersloh war, hat erst vor acht Jahren als Dr. rer. nat. promoviert. Seine Dissertationsarbeit befasste sich mit dem Stoff Vanilin. Darauf folgte ein Buch über den aus dem Weserbergland stammenden Chemiker Wilhelm Haarmann (1847 - 1931), der als »Der Herr der Düfte – Mit der Vanille zum Multimillionär« wurde. Das erfolgreiche OWL-Unternehmen Symrise fußt auf dem Wirken Haarmanns. Und ein Professor eben dieses Haarmanns war August Wilhelm von Hofmann, dem Kuhse seinen Roman gewidmet hat.

Genauer gesagt hat Kuhse viele Briefe des Chemikers zu einer gut lesbaren Geschichte umgearbeitet. Dass diese Herangehensweise ans Leben dieses bedeutenden Chemikers gelungen ist, ohne das Werk zu stark wissenschaftlich zu überfrachten, wird Kuhse von Lektoren, Redakteuren und Buchhändlern bescheinigt.

Königliches Chemie-College aufgebaut

Dass Hofmann durch die Synthese von Anilinfarbstoffen dem Färben von Stoffen entscheidende Impulse gegeben hat und eine Wasserzersetzungsapparatur nach ihm benannt ist, ist das eine. Das andere waren seine Kontakte ins englische Königshaus über Queen Victorias Prinzgemahl Albert. 20 Jahre hat Hofmann in England und in London unter anderem das Royal College of Chemistry aufgebaut.

Viele spannende Begegnungen und auch biografische Anekdoten hat Kuhse verarbeitet. »Ich habe in meinem Leben immer versucht, Menschen für Chemie zu begeistern«, sagt Kuhse. Das Buch über den »leuchtenden Stern« Hofmann, das im Cuvellier-Verlag Göttingen erschienen und in den Buchhandlungen Elsner und Bunsemeyer erhältlich ist, ist ein weiterer Beitrag zum Begeistern für Chemie.

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