Fr., 25.01.2019

Haller Modekonzern will sich in Eigenverwaltung sanieren – Geschäft läuft weiter Gerry Weber stellt Insolvenzantrag

Die Konzernzentrale von Gerry Weber.

Die Konzernzentrale von Gerry Weber. Foto: Stefan Küppers

Von Oliver Horst

Halle (WB).  Der hoch verschuldete Haller Modekonzern Gerry Weber International AG hat am Freitag einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Dies gelte aber ausschließlich für die Konzernmutter mit 580 Mitarbeitern, die Tochterfirmen mit  knapp 6000 Beschäftigten seien davon nicht betroffen.

Das teilte das börsennotierte Unternehmen am Freitagmittag mit. Die Verhandlungen mit Banken über ein langfristiges Finanzierungskonzept seien gescheitert, hieß es zur Begründung für den Schritt. Der Konzern verfüge nach derzeitigem Stand aber über ausreichend Liquidität, um den Geschäftsbetrieb bis ins Jahr 2020 hinein finanzieren zu können. Ziel des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung ist es, den Konzern, der Schulden in Höhe von fast 200 Millionen Euro hat, zu sanieren.
Stimmt das Amtsgericht Bielefeld zu, bleibt der Vorstand um seinen Vorsitzenden Johannes Ehling mit sämtlichen Befugnissen und Pflichten im Amt und führt den Geschäftsbetrieb weiterhin. Zudem würde ein Sachwalter eingesetzt, der die Interessen der Gläubiger absichert. Mit einer Entscheidung des Gerichts zum Antrag wird im Laufe des Tages gerechnet. »
Der Antrag auf Anordnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens ist leider unvermeidlich geworden«, sagt Ehling. »Es hat bis zuletzt große Anstrengungen gegeben, das Verfahren abzuwenden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nach erfolgreicher Sanierung aus dem Verfahren wieder in die Erfolgsspur zurückkehren werden.«
Der Konzern kämpft seit längerem mit Umsatzrückgängen und Millionenverlusten. Für das zurückliegende Geschäftsjahr 2017/18, das am 31. Oktober endete, meldete Gerry Weber einen vorläufigen Konzernverlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 192,3 Millionen Euro. Darin waren auch Abschreibungen und Wertberichtigungen in Höhe von 113,5 Millionen enthalten, um Altlasten in der Bilanz zu bereinigen.
Am Freitagnachmittag teilte die Gerry Weber Eventmanagement & Event GmbH mit, dass das Insolvenzverfahren der AG keinen Einfluss auf den Geschäftsbetrieb ihrer Veranstaltungen, wie die Gerry Weber Open, hat.

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