Halle ist mit zwei E-Fahrzeugen emissionsfrei unterwegs
Stadt »stromert« auf der Straße

Halle (WB). Die Stadt Halle schickt ihre ersten »Stromer« auf die Straße: einen elektrisch betriebenen VW Golf und einen Nissan Kastenwagen. »Wenn nicht die Kommunen mit gutem Beispiel vorangehen, wer dann?«, hofft Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, dass die Elektromobilität weiter an Fahrt gewinnt.

Samstag, 02.02.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 11:32 Uhr
Gute Gründe für die Stadt-»Stromer« sehen nicht nur Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann (rechts), sondern auch Bauhof-Chefin Angela Flottmann, Fachbereichsleiter Jochen Strieckmann und Hausmeister Volker Ernst (von links).           Foto: Klaudia Genuit-Thiessen
Gute Gründe für die Stadt-»Stromer« sehen nicht nur Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann (rechts), sondern auch Bauhof-Chefin Angela Flottmann, Fachbereichsleiter Jochen Strieckmann und Hausmeister Volker Ernst (von links).            Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Der hellgraue Golf mit dem Kennzeichen GT HW 183 E ersetzt einen Benziner der gleichen Marke und ist als Viersitzer auch geeignet für Rathaus-Mitarbeiter, die die Kurzstrecke nach Gütersloh ins Kreishaus fahren müssen. Mit dem weißen Kastenwagen – ebenfalls ein Ersatzfahrzeug – ist künftig der Baubetriebshof mit dem Kennzeichen GT HW 990 E unterwegs. Bauhofchefin Angela Flottmann: »Er ist geräumig genug, um bei Baustellenbesuchen auch mal Verkehrszeichen oder Werkzeuge und kleinere Maschinen zu transportieren.«

Ministerium fördert Kauf

Die beiden Fahrzeuge kosten zusammen eigentlich 57.000 Euro. Aber dank einer Anschubhilfe dem Bundesministeriums für Verkehr ist die Finanzierung für die Stadt günstig: Aus dem »Sofortprogramm Saubere Luft 2017 - 2020« werden der Kauf und zwei Ladesäulen mit insgesamt 36.000 Euro gefördert. Das freut Kämmerer Jochen Strieckmann nicht nur im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit, sondern auch in puncto Gestaltungsspielraum: »Wir können festlegen, welche Umweltstandards unser Fuhrpark zu erfüllen hat«.

Drei Ladesäulen hat die TWO kürzlich auf einen Bürgerantrag hin errichtet: an der Gartenstraße in Höhe der Drogerie Rossmann, am Lindenbad und direkt am Rathaus II an der Goebenstraße. Noch bis zum März können E-Autos dort gratis »betankt« werden. ein Angebot, das derzeit auch noch die Stadt nutzt. Die wird demnächst zum Selbstversorger. Eine Strom-Zapfsäule soll im Hof des Rathauses I errichtet werden und damit in direkter Nähe der Garagen, eine zweite auf dem Bauhofgelände an der Brandheide.

Reger Betrieb am Ladekabel

»Hier an der Goebenstraße herrscht wirklich reger Betrieb«, sagt Volker Ernst. Der Hausmeister der Haller Rathäuser kennt sich bereits aus mit dem Stromtanken. »Dafür gibt es eine praktische Handy-App. Die TWO hat aber auch Elektro-Chips«, sagt er.

Emissionsfreiheit, Imagegewinn und die Möglichkeit, rechtzeitig Erfahrungen zum Thema zu sammeln, sind der Stadt wichtig. »Die Stromer sind noch keine Universalfahrzeuge. Wir werden sehen, wann wirklich Ende im Gelände ist« spricht Olaf Sorge, der im Rathaus auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, die noch geringe Reichweite der E-Autos an.

Die sind bekanntlich fast geräuschlos unterwegs, wenn nicht ein künstlicher Sound den »Stromer« hörbar macht. »Ich bin wie andere Passanten ganz schön irritiert, wenn man nur ein Reifengeräusch hört«, räumte Anne Wesselmann ein.

Damit die Stadt-»Stromer« auf der Straße jedenfalls ins Auge fallen, werden sie demnächst noch mit Logos beklebt. Sinngemäß soll zu lesen sein: »Halle Westfalen zum Wohlfühlen. Wir fahren sauber«.

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