Einzelhandelstochter betroffen
Gerry Weber meldet für weitere Gesellschaft Insolvenz in Eigenverwaltung an

Halle (WB). Der ums Überleben kämpfende Haller Modekonzern Gerry Weber AG hat für eine weitere Gesellschaft Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Betroffen ist die Gerry Weber Retail GmbH & Co. KG.

Donnerstag, 07.02.2019, 15:49 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 16:14 Uhr
Die Gerry Weber-Store in Berlin. Foto: Lars Rohrandt
Die Gerry Weber-Store in Berlin. Foto: Lars Rohrandt

In der Gesellschaft sind im Wesentlichen die eigenen Einzelhandelsaktivitäten des Konzerns mit hunderten Filialen gebündelt. Wie das Unternehmen am Donnerstagnachmittag in einer Pflichtmitteilung an die Börse betonte, soll der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt werden.

Die Finanzierung sei weiterhin bis ins Jahr 2020 hinein gesichert. Ganz überraschend kommt der Schritt nicht. Weil die Retail-Gesellschaft die meisten der Mietverträge für die Filialen der Modekette geschlossen hat, gibt es mit der Insolvenz in Eigenverwaltung die Chance, die meist mehrjährigen Verträge mit dreimonatiger Sonderkündigungsfrist zu beenden. Der Konzern plant, wie berichtet, für seine Sanierung die Schließung von rund 230 defizitären der zuletzt 1200 Filialen und den Abbau von 900 der konzernweit 6500 Arbeitsplätze.

Verhandlungen mit Investor

Für die Konzernmutter Gerry Weber International AG war am 25. Januar ein Insolvenzantrag auf Eigenverwaltung gestellt worden. Auch in dieser Gesellschaft sind einige Mietverträge angesiedelt. Am Donnerstagmorgen hatte der Konzern zudem angekündigt, mit einem Investor über eine Brückenfinanzierung und eine Kaufoption für die Tochter Hallhuber zu verhandeln.

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