Do., 28.02.2019

Kampagne »Kauf im Ort«: 130 Haller nehmen die HIW-Einladung an Nicht meckern – machen!

Wollen begeistern: Anne Rodenbrock-Wesselmann, Thomas Kunz, Jennifer Zacher-Handke, Dieter Büsselberg, Sigrun Lohmeyer, Ralf Strupat, Maria Carotta, Karl-Friedrich Brinkmann und Frank Hofen

Wollen begeistern: Anne Rodenbrock-Wesselmann, Thomas Kunz, Jennifer Zacher-Handke, Dieter Büsselberg, Sigrun Lohmeyer, Ralf Strupat, Maria Carotta, Karl-Friedrich Brinkmann und Frank Hofen Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Gut 130 Haller Kaufleute, Unternehmer, Wirte, Handwerker und Dienstleister wollen beim »Marathon« zum Marktplatz Halle mitmachen. Auf Einladung der Haller Intereressen- und Werbegemeinschaft (HIW) sind sie am Dienstag im Landhotel Jäckel mit Begeisterungs-Trainer Ralf R. Strupat an den Start gegangen bei der Kampagne »Kauf im Ort«.

Die Innenstadt lebendig halten: Das geht nur, wenn der Slogan »Halle zum Wohlfühlen« keine leere Worthülse ist, unterstreicht HIW-Chefin Sigrun Lohmeyer. »Wir haben durchweg positive Resonanz auf unsere Einladung bekommen«, sagt sie im Gespräch mit Fördervereinsmitglied und Moderator Frank Hofen. Dieser hat zuvor schon die Gründe aufgezählt, die für den langen Lauf um die Kundengunst sprechen, darunter die drohende Gefahr eines öden Zentrums und der rasant wachsende Online-Handel. Hofen: »Was muss der stationäre Handel tun und wie kann die Stadt die Verweildauer der Kunden stärken, für mehr Flair und Aufenthaltsmöglichkeiten sorgen?« Er macht klar, dass Handel und Kunden gemeinsam gefordert sind, um Halle attraktiver zu machen. Im Sprint ist das Ziel unerreichbar. Die HIW-Kampagne solle deshalb das ganze Jahr über laufen.

 

110 Einzelhandelsbetriebe

 

Die Einschätzung der Kaufleute bestätigt Thomas Kunz. Verbraucher bewerten den Einzelhandel durchschnittlich nur mit der Schulnote 3 plus, meint der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL. Denn Einkaufen bleibe der Hauptgrund für einen Stadtbesuch. Langfristig seien deshalb Investitionen in Ambiente und Einzelhandelsangebot erforderlich, kurzfristig müsse man Einkaufserlebnis und Bequemlichkeit verbessern. Thomas Kunz: »Ist die 22.000-Einwohner-Stadt Halle mit 110 Einzelhandelsbetrieben gut aufgestellt für die Zukunft?« Seine Zahlen zufolge explodiert der Internethandel. 2018 gab es eine Steigerung von acht Prozent, für 2019 werden sogar neun Prozent erwartet. Ein Viertel der Online-Umsätze laufen über Amazon-Marketplace und fast ein weiteres Viertel über Amazon.de. »70 Prozent machen wir noch stationär«, hebt er sinkende Kundenfrequenzen in den Innenstädten hervor und bestärkt die Haller darin, die Kampagne zu unterstützen. »Sonst verlieren Sie die Kunden«, sagt er nüchtern. Freundliche Bedienung, aber auch ein Angebot, wo die Kunden die Ware finden, die sie brauchen, seien das A und O.

»Sie haben eine Bühne, die man bespielen kann«, erinnert Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann. 4000 mehr Ein- als Auspendler, die zahlreichen Zuzugswünsche und viele erfolgreiche Unternehmen seien eine Riesenchance für die Stadt. Szenenapplaus bekommt sie für die Bemerkung, dass in Halle alles zu bekommen sei. Angesichts des nicht mehr weg zu denkenden Online-Handels müsse die Stadt allerdings ihren Reiz verstärken.

Kunden befragen

»Unternehmen wachsen nicht aus Weitsicht, sondern aus Schmerz«, macht Ralf Strupat anschließend klar, dass es Zeit sei, die Energie zu bündeln – ohne zu meckern. Eine Gemeinschaftsaufgabe für alle. Strupat: »Es ist doch so bequem und einfach, im Internet zu bestellen. Es fängt bei uns selbst an.«. Er fordert, in Lösungen zu denken, nicht in Problemen. »Gefällt dir etwas nicht, ändere es. Kannst du es nicht ändern, ändere deine Einstellung.« Einfühlungsvermögen sei erforderlich, und dazu gehöre es, die Kunden zu befragen und dann etwas zu tun. Seine Tipps: Kommunikation, Konzentration auf das Wesentliche, Konsequenz und Mut, einzigartige Wege zu gehen, kreativ zu werden, eine Kultur der Gemeinsamkeit, Kraft und Kontrolle. Strupat: »Es wird Rückschläge geben, aber wenn wir das Ziel haben, die blühendste Stadt in Deutschland zu werden, entfacht das auch eine Riesenkraft. Wir haben es in der Hand!«

Stimmungsbild

Was können Bürger, Handel und Stadt tun? Jennifer Zacher-Handke von der Agentur Strupat Kundenbegeisterung lässt die Teilnehmer über das Was und Wie nachdenken. Die Anregungen von 13 beschrifteten Tischdecken und vielen Impulskarten zum begeisterten Einkaufen in Halle ergeben ein Stimmungsbild, das in den nächsten Wochen ausgewertet wird. Mit »Feedback-Karten« sollen die Einzelhändler in den Geschäften zudem selbst mit den Kunden ins Gespräch kommen.

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