Mi., 20.03.2019

Abbruch der Hochhäuser fast beendet – Eigentümer erhalten Kostenbescheide Der Sandkamp ist platt gemacht

Die Hochhäuser am Sandkamp sind weg, der dritte und letzte Bagger des Bremer Sandhandels rückt nächste Woche ab.

Die Hochhäuser am Sandkamp sind weg, der dritte und letzte Bagger des Bremer Sandhandels rückt nächste Woche ab. Foto: Klaus-Peter Schillig

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Wenn kommende Woche der dritte und letzte Bagger des Bremer Sandhandels »vom Hof fährt«, kann die Stadt ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Hochhäuser am Sandkamp schließen. Dann sind schätzungsweise 12.000 Tonnen Schutt weg – und etwa 170 Tonnen asbesthaltige Fassaden und Böden.

Den hochgradig Krebs erregenden Stoff hatte man bekanntlich gesondert ausbauen müssen. Etwa 4500 Quadratmeter Fassaden hat das Abbruchunternehmen entsorgt. Zudem wurden gut 1000 Quadratmeter Estrich zum Teil abgeschliffen, »zum Teil komplett rausgestemmt«, wie Bauleiter Jens Kuschnerow sagt.

Jetzt ist nur noch ein kleines Stück der Kellersohle vorhanden und die Zufahrt. Heute begutachtet Johannes Brockbals, der Architekt im Haller Rathaus, gemeinsam mit Kollegen, mit dem Bauleiter und Gutachter Johannes Schleiner vom Umweltlabor ACB in Münster das schon eingeebnete Gelände, auf dem vor kurzem noch die Häuser 25 und 27 standen: Halles »Schandfleck«. Vor allem geht es dabei um die Frage, ob die Baugrube noch tiefe, absturzgefährdete Bereiche aufweist, ob der Bauzaun weg kann und ob die Bodenqualität in Ordnung ist. »Wir lassen das Gelände als freie Fläche liegen, als gesicherte Mulde«, sagt Johannes Brockbals.

Kostenbescheid wird in die Türkei geschickt

Das Projekt Sandkamp wird erneut zum Verwaltungsakt und zwar erst recht dann, wenn die Kosten für den Abriss vorliegen: Die Stadt muss nochmals Gespräche mit den 29 oder 30 Eigentümern der Häuser führen, in denen es insgesamt 87 Wohnungen gab. »Das wird schätzungsweise eine Sache mit hohem Konsens«, meint Fachbereichsleiter Jürgen Keil. Schließlich sei der Besitz einer Wohnung in den seit 2007 unbewohnbaren Klötzen für viele schon eine Last gewesen.

Jetzt bekommen die Eigentümer oder ihre Rechtsvertreter einen Kostenbescheid von der Stadt. Einer wird sogar in die Türkei geschickt, nämlich zu den Erben eines Eigentümers, der dorthin verzogen und in seiner Heimat verstorben ist. »Weil wir sie nicht allein lassen wollen, zeigen wir den Eigentümern im Rahmen des Umlegeverfahrens Möglichkeiten auf, zum Beispiel mit einem Angebot, das Eigentum zu übernehmen«, sagt Jürgen Keil. Falls gegebenenfalls ein paar Euro dazwischen liegen, gebe es Wege, wie man das regeln könne.

Während der Bebauungsplan Sandkamp rechtskräftig wird, läuft ein Umlegungsverfahren für die etwa ein Hektar große Fläche an. Abrisskosten und Grundstück, gegebenenfalls auch Tauschflächen werden miteinander verrechnet. Wenn die Stadt Eigentümerin des Areals ist, geht es an die Vermarktung und 2020 die Umsetzung des Bauvorhabens: Geplant sind dort 20 Wohneinheiten in anderthalb- bis zweigeschossigen Reihenhaus-Gruppen, sagt Abteilungsleiter Michael Flohr.

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