Do., 21.03.2019

Der Duisburger »Marathon-Pater« Tobias berichtet von seinem Lauf durch den Oman Mit Gott durch die Wüste

Pater Tobias erzählte in Künsebeck von seinem Lauf durch die Wüste, bei dem er neben einer Medaille auch einen Schal des Sultans vom Oman bekam.

Pater Tobias erzählte in Künsebeck von seinem Lauf durch die Wüste, bei dem er neben einer Medaille auch einen Schal des Sultans vom Oman bekam. Foto: Kerstin Panhorst

Von Kerstin Panhorst

Halle-Künsebeck (WB). Um in sechs Tagen 172 Kilometer durch die Wüste zu laufen muss man schon ein wenig verrückt sein. »Ich bin ein bisschen crazy«, gesteht Pater Tobias, der diesen Trip unternahm.

Auf Einladung des Pfarrbezirks Künsebeck in Kooperation mit dem TV Deutsche Eiche Künsebeck hielt der auch als »Marathon-Pater« bekannte Geistliche nun seinen Vortrag »Mein Lauf mit Gott durch die Oman Wüste« im Gemeindehaus Künsebeck. Mehr als 60 Besucher lauschten gebannt den Erzählungen des Ex-tremsportlers und Gottesmanns, der in den vergangenen elf Jahren insgesamt 76 Marathonläufe absolvierte. »Ich laufe seit elf Jahren Marathons, vorher habe ich keinen Sport gemacht. Mittlerweile ist meine einzige freie Zeit das Laufen, dabei kommen mir viele Ideen, weshalb ich da auch immer ein Diktiergerät dabei habe«, erzählt der 55-Jährige. Mal ist es die Sonntagspredigt, mal ist es ein neues Projekt, das so entsteht.

Seit 2008 ist Pater Tobias Pastor an der Herz-Jesu-Gemeinde in Duisburg-Neumühl, wo er für mehr als 5000 Katholiken zuständig ist. Außerdem gründete er die gemeinnützige GmbH Lebens-Wert mit den Projekten »Rat und Tat für bedürftige Menschen«, »Jugendarbeitslosigkeit verhindern«, »KiPa-cash-4-kids« und das Sozial-Café »Offener Treff mit Herz«. Und auch ein eigenes Restaurant betreibt der Pater, in dem derzeit sechs Geflüchtete eine Ausbildung machen.

In 47 Grad Hitze über die Sanddünen

Als Marathon-Pater generiert er zudem durch seine weltweiten Sponsoren-Marathonläufe Gelder für bedürftige und arme Menschen.  Im vergangenen Jahr konnte er mit seinem bisher härtesten Lauf, dem Desert-Oman-Wüstenlauf, rund 25.000 Euro für den guten Zweck sammeln.

Gemeinsam mit 105 Startern aus 23 Nationen ging es für den katholischen Geistlichen durch die Wüste. Bis zu 47 Grad in der Mittagshitze, schwer überwindbare Sanddünen und bis auf ein paar Fahnen kaum Orientierungspunkte gehörten zu den täglichen Herausforderungen. Im acht Kilogramm schweren Rucksack fand nur das nötigste Platz – Schlafsack, Verpflegung, Medikamente und eine Pumpe, um bei etwaigen Skorpionstichen das Gift aus dem eigenen Körper saugen zu können. »Ich hatte keine Angst. Gott steht sowieso auf meiner Seite, er braucht mich noch, um Werbung für ihn und Jesus zu machen«, sagt Pater Tobias lachend. Doch nicht immer war er so fest in seinem Glauben. »Ich war fünfeinhalb Jahre weg von Gott«, erzählt der Seelsorger. Als seine Mutter früh starb und den damals 15-Jährigen und seine sechs Geschwister zurück ließ, konnte Andreas Breer, wie Pater Tobias mit bürgerlichem Namen heißt, nicht verstehen, wieso Gott so etwas zulässt. Erst später fand er zurück zum Glauben und trat mit 24 Jahren in die Abtei Hamborn bei den Prämonstratensern ein.

Doch genau wie sein Weg mit Gott noch lange nicht zu Ende ist, geht auch sein sportliches Dasein weiter.  Der Marathon-Pater überlegt bereits den Oman-Lauf zu wiederholen, allerdings steht erst einmal ein anderes Extrem an: im Oktober will Pater Tobias drei Marathons in drei Tagen absolvieren. Schluss, sagt er, ist mit den Läufen wenn es nach ihm geht, erst mit 84 Jahren.

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