Do., 21.03.2019

Letzte Versammlung in Halle: »Aktionsbündnis A33 sofort« löst sich auf Demo war der Schlüssel zum Erfolg

Geradeaus weiter nach Osnabrück und Borgholzhausen. Das könnte schon im Spätherbst dieses Jahres Wirklichkeit werden.

Geradeaus weiter nach Osnabrück und Borgholzhausen. Das könnte schon im Spätherbst dieses Jahres Wirklichkeit werden. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Von Klaus-Peter Schillig

Halle (WB). »Ohne das Aktionsbündnis wäre die Autobahn auch fertig geworden. Aber zehn Jahre später«, ist Landrat Sven-Georg Adenauer überzeugt. Heute wollen die »Druckmacher« ihren Verein wieder auflösen. Die Arbeit ist getan, die Autobahnlücke wird noch dieses Jahr geschlossen.

2628 Tage ist es her, dass sich Anfang Januar 2012 in Halle das »Aktionsbündnis A33 sofort« gegründet hat. Zunächst im kleinen Kreis im Rathaus, anschließend mit 200 Gründungsmitgliedern im Schulzentrum Masch. Landrat Adenauer übernahm den Vorsitz, Klemens Keller, damals Bürgermeister in Borgholzhausen, und seine Haller Amtskollegin Anne Rodenbrock-Wesselmann fungierten als Stellvertreter. Und eine ganz wichtige Stimme im Vorstand übernahm Modeunternehmer Gerhard Weber als Beisitzer.

Politiker in Berlin und Düsseldorf haben spitze Ohren bekommen

»Es gab damals alarmierende Zeichen, dass die Finanzierung der A 33 für Teilbereiche in Frage gestellt sein sollte. Es war deshalb höchste Zeit, dass wir aufgestanden sind«, erinnert sich Klemens Keller an die Anfänge der Bewegung im Jahr 2011. Die Interessen der schweigenden Mehrheit der Bevölkerung seien damals kaum noch wahrgenommen worden gegenüber den lauten Tönen der Autobahngegner.

»Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele Leute auf die Straße bekommen. Endlich gab es mal eine Bewegung für etwas«, blickt Sven-Georg Adenauer zurück auf die Großdemo mit 2500 Teilnehmern mitten in Halle, mit Protestmärschen über die B 68 und Kundgebung auf dem Lindenplatz am 13. Januar 2012. Obwohl die Finanzierung schon vorher durch viele persönliche Gespräche gesichert worden war. »Plötzlich haben die Politiker in Berlin und Düsseldorf spitze Ohren bekommen«, sieht der Landrat das bürgerschaftliche Aufbegehren als Schlüssel zum Erfolg. »Das war übrigens die erste Demo meines Lebens.«

Die ganze Region hat dahinter gestanden

Die Arbeit des Aktionsbündnisses in den vergangenen rund sieben Jahren sieht er als echtes Teamwork. Gute Öffentlichkeitsarbeit durch das Büro Kontext, das Mitziehen der örtlichen Medien, der Einsatz der heimischen Politiker aller Parteien in Bundes- und Landtag, die »Werbetrommel« der Unternehmen – »es war eine bunte Bewegung, und die ganze Region hat dahinter gestanden.«

Vor allem würdigt Adenauer die gute Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb. Durch Druck auf die Politik seien personelle Engpässe behoben worden. »Vorsitzender eines solchen Vereins zu sein, hat richtig Spaß gemacht«, resümiert Adenauer die Arbeit für den A-33-Bau.

Borgholzhausen-Bahnhof hat enorm gelitten

»Das wird eine Erlösung für die Region, wenn die Lücke endlich weg ist. Die Lkw bleiben dann auf der A33«, sieht Klemens Keller der Freigabe des letzten Teilstückes mit Vorfreude entgegen. Gerade in seiner Heimatstadt Borgholzhausen spielt sich nach der Fertigstellung der Autobahn bis Halle das letzte Verkehrschaos auf den Bundesstraßen ab. »Der ganze Bereich um den Bahnhof hat von der Lebensqualität her und städtebaulich enorm gelitten«, beschreibt Keller die Zeit seit der Fertigstellung der A 33 bis zur B 476 im Jahr 2001. »Das wird nach der Freigabe deutlich besser.« Die Stadt habe auch schon die Weichen gestellt, um diesen Bereich auch für private Investoren wieder interessant zu machen.

Die letzten Beschlüsse

Die wohl letzte Mitgliederversammlung des »Aktionsbündnisses A33 sofort« beginnt am heutigen Donnerstag um 17.30 Uhr in der Mensa des Schulzentrums. Vorsitzender Sven-Georg Adenauer rechnet mit einem einstimmigen Beschluss zur Vereinsauflösung. Beschließen sollen die Mitglieder auch, dass jeweils zwei Angehörige des geschäftsführenden Vorstandes als Liquidatoren fungieren können, um die Auflösung juristisch abzuwickeln. Auch nach dem heutigen Auflösungsbeschluss wird die Aktionsgemeinschaft noch aktiv bleiben. Beim Bürgerfest zum Lückenschluss will sie noch mitmischen.

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