Di., 26.03.2019

»Welche essbare Wildpflanze ist das?« Christa Bastgen aus Halle schreibt Kosmos-Naturführer Die Natur macht satt

Die Natur hat aufgetischt: Im Topf eine Gemüsesuppe mit Wildkräutern, oben rechts eine Apfel-Quarkspeise mit Deko aus Gundermann-Blättern, darunter Kräuterbutterkugeln mit Blütenmantel, im Glas ein Kräuterpesto und unten rechts Schokobananen-Sticks.

Die Natur hat aufgetischt: Im Topf eine Gemüsesuppe mit Wildkräutern, oben rechts eine Apfel-Quarkspeise mit Deko aus Gundermann-Blättern, darunter Kräuterbutterkugeln mit Blütenmantel, im Glas ein Kräuterpesto und unten rechts Schokobananen-Sticks. Foto: privat

Von Klaus-Peter Schillig

Halle(WB). Was passiert eigentlich mit Giersch oder Brennnessel in unseren Gärten? Wir reißen sie raus und schmeißen sie in die Tonne. Dabei wären sie schmackhafte Beilagen zu Salaten oder warmen Speisen. Christa Bastgen von der Natur- und Wildnisschule Teutoburger Wald hat zusammen mit zwei Kollegen ein ganzes Buch darüber herausgegeben: »Welche essbare Wildpflanze ist das?«

Der Kosmos-Verlag, bekannt für wissenschaftliche und populäre Bestimmungsbücher und Naturführer, hat die 51-jährige Ökotrophologin angesprochen, weil die sich seit ihrer Kindheit mit den Pflanzen aus Natur und Garten auskennt und schon viele Seminare dazu gegeben hat. Das 256 Seiten starke Buch ist inzwischen auch auf Französisch und Spanisch erschienen, weil es auch viele Pflanzen enthält, die in Südeuropa vorkommen. Wichtig zum Bestimmen: Beschrieben und detailreich gezeichnet gibt es so genannte Artgruppenbeschreibungen, in denen die genauen Bestimmungsmerkmale aufgeführt sind.

Vom Selbstversorger-Hof in der Eifel

Christa Bastgen stammt von einem kleinen Hof in der Eifel. »Wir waren Selbstversorger und haben davon gelebt, was die Natur, die Felder, der Weinberg und der Garten hergegeben haben. Was man nicht selbst hatte, wurde mit den Nachbarn getauscht.« Milch, Butter und Sahne wurden noch selbst gemacht, bis zu verschärften Hygiene-Verordnungen noch auf dem Hof geschlachtet.

Dieses Familienwissen hat sich die Pflanzen-Expertin bewahrt, hat sich fortgebildet in Sachen Wildpflanzen und biologischer Landwirtschaft und gibt ihre Erkenntnisse in vielen Kursen und Vorträgen auch weiter (Siehe unten).

Des Gärtners Feind gibt einen leckeren Salat

»Giersch ist einer unserer wichtigsten Kalium-Lieferanten«, berichtet Christa Bastgen (Siehe unten) vom lebenswichtigen Inhaltsstoff im Erzfeind vieler Ziergärtner und kann gleich auf die passende Seite ihres Buches verweisen. Die jungen Blätter lassen sich ideal in Salat, in Kräuterbutter oder in Getränken verwenden. Ältere Blätter geben Suppen, Gemüsegerichten (Spinat) oder einer Teigtaschenfüllung das gewisse Etwas. Der stark nach Knoblauch riechende Bärlauch dagegen wird wieder auf Märkten gehandelt und ist ebenso vielfältig verwertbar. Und auch so alltägliche Wegbegleiter des Menschen wie Breit- oder Spitzwegerich könnten wieder den Weg in die Küche finden.

Christa Bastgen mit der deutschen, französischen und spanischen Buchausgabe. Foto: Schillig

Weil vor allem viele junge Menschen eher Fertiggerichte als die Kunst des Kochens in die Wiege gelegt bekommen haben, entlädt das Naturführer auch einen kleinen Teil mit Grundrezepten. Ganz wichtig auch die Seiten mit den zum Teil sehr giftigen Pflanzen, die in der Natur vorkommen und die man durchaus mal mit essbaren Pflanzen verwechseln kann. Der Bärlauch beispielsweise wächst fast gleichzeitig mit dem giftigen Maiglöckchen oder den Blättern des gefleckten Aronstabes. Und einigen essbaren Wildpflanzen, dem Borretsch beispielsweise, hat Christa Bastgen die Warnung hinzugefügt, ihn nur in geringen Mengen zu verzehren. ISBN: 978-3-440-15193-8.

Vorträge und Seminare

Vorträge und SeminareIm Rahmen der Versmolder Veranstaltungsreihe »Grüner Donnerstag« ist Christa Bastgen am Donnerstag, 23. Mai, auf dem Biohof Hoffmeier in Hesselteich zu Gast und referiert über »Nachhaltige Ernährung« im 21. Jahrhundert. Sie zeigt ganz praktisch, was man aus Wildpflanzen und Gemüse zubereiten lässt (mit Kostprobe).

Sie hat auch verschiedene Seminare im Angebot: Noch bis 7. April: Seminar »Welche essbare Wildpflanze ist das« , Natur- und Wildnisschule; 24. bis 26. Mai: Seminar »Welche essbare Wildpflanze ist das« , Natur- und Wildnisschule; noch bis 27. Oktober: Intensivkursus »Pflanzern intensiv« , welche Pflanzen sind zu welcher Jahreszeit als Nahrung oder Werkmaterial, bei Erster Hilfe oder in Survival-Situationen nutzbar.

Anmeldungen und weitere Infos in der Natur- und Wildnisschule Teutoburger Wald .

Wozu braucht der Körper Kalium

Der Kaliumlieferant Giersch wächst gratis im Garten, braucht wenig Pflege und wird von den Schnecken gemieden Kalium sorgt im Körper für den Flüssigkeitshaushalt und spielt eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von elektrischen Impulsen an Nerven- und Muskelzellen. Dabei wird der Kaliumspiegel vom Körper genau geregelt.

Ein leichter Mangel an Kalium im Körper äußert sich durch Symptome wie: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Liegt ein größerer Mangel vor, können Verstopfung, Muskelkrämpfe, Lähmungserscheinungen und Kreislaufprobleme die Folge sein.

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