Di., 09.04.2019

In der Haller Zentrale fallen 140 Stellen weg – Aktie macht Kurssprung Gerry Weber lobt Prämien aus

Das Modeunternehmen Gerry Weber hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

Das Modeunternehmen Gerry Weber hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Foto: Oliver Horst

Von Oliver Horst

Halle( WB). Um den angekündigten Stellenabbau beim ums Überleben kämpfenden Haller Modekonzern Gerry Weber möglichst reibungslos abzuwickeln, wird es für betroffene Mitarbeiter Halte- und Wechselprämien geben. Das sagte am Montag Betriebsratschef Lutz Bormann.

Konzernweit fallen, wie Samstag berichtet, 454 Vollzeitstellen weg – in Halle etwa 130. Weil vor allem in den bundesweit 120 von 450 Filialen, die zwischen September und Jahresende geschlossen werden sollen, viele Teilzeitkräfte beschäftigt sind, liegt die Zahl der betroffenen Mitarbeiter insgesamt bei rund 750. In der Zentrale in Halle verlieren etwa 140 von 800 Mitarbeitern ihren Job. Sie sollen bis zu 1300 Euro erhalten, wenn sie umgehend in Transfergesellschaften wechseln. Wer diese vor der Maximallaufzeit von sechs Monaten verlässt, soll mit einer Turboprämie belohnt werden. Bei den Abfindungen beeinflussen Aspekte wie Betriebszugehörigkeit und weitere Sozialpunkte die genaue Höhe.

Beim Filialpersonal werde es Anreizprämien geben, um Mitarbeiter bis zur Schließung zu halten und Ware vernünftig abzuverkaufen, sagt Bormann.

Derweil führt der Konzern weitere Gespräche mit potenziellen Investoren. Interessenten sollen Kaufangebote bis Ostern abgeben. Die Gerry-Weber-Aktie stieg am Montag im Xetra-Handel um 37 Prozent auf 55 Cent. Anlegern droht wegen der Insolvenz aber im schlechtesten Fall der Totalverlust.

Kommentare

Traurig aber wahr

Ist doch super, erst eine große Hütte bauen wo keiner mehr Platz hat. Wenn die große Hütte nicht mehr funktioniert zahlen dass die Arbeitnehmer. Die Gier ist es eben. Im Namen des Vaters und des Sohnes und der Gier.

1 Kommentare

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