Do., 11.04.2019

Schloerstraße: Nur mit Einbauten wäre in der 30er-Zone der Verkehr zu bremsen Viele Autofahrer sind Temposünder

Zehn Meter lange Versickerungsgruben wie an der Breiten Straße wird es an der Schloerstraße nicht geben.

Zehn Meter lange Versickerungsgruben wie an der Breiten Straße wird es an der Schloerstraße nicht geben. Foto: Klaus-Peter Schillig

Von Klaus-Peter Schillig

Halle (WB). Der massive Protest von Anliegern hat bei allen Mitgliedern des Haller Bau- und Verkehrsausschusses Eindruck hinterlassen. Die geplanten Versickerungsgruben an der Schloerstraße wird es in der geplanten Form nicht geben. Ohne Einbauten aber wird es wohl nicht gehen.

Angesichts des Widerspruchs der Anlieger – nach Testlauf mit Baken und Versammlung – führte auch bei Grünen-Ratsherr Dieter Jung zu der Erkenntnis, die geplant zehn Meter langen Versickerungsmulden am Fahrbahnrand in Frage zu stellen. Im oberen Teil der Schloerstraße aber wird nach zweitägigen Messungen des Straßenverkehrsamtes viel zu schnell gefahren: Von insgesamt 3922 Fahrzeugen blieben in der Tempo-30-Zone nur 435 (elf Prozent) unter 40 Stundenkilometern (km/h). 53 Prozent lagen zwischen 40 und 50 km/h, 32 Prozent zwischen 50 und 60, 4,3 Prozent sogar über 60 km/h.

»Verkehrssicherheit zu garantieren ist unsere vornehmste Aufgabe«

Auch Jung setzte nach diesen Zahlen die Prioritäten neu: »Wir im Ausschuss haben die Verantwortung. Die Verkehrssicherheit zu garantieren ist unsere vornehmste Aufgabe, zumal an der Bahn auch noch ein Schulweg kreuzt.« Laut Jung funktioniere es im unteren Teil der Schloerstraße mit Einbauten besser.

Das Ziel, den Regen zu versickern, sei ein gutes, wie man es umsetze, eine andere Sache, kritisierte auch Ulrike Sommer (SPD) und stellte ebenfalls den Sicherheitsaspekt in den Vordergrund.

Noch einmal Gespräche mit den Anliegern führen

Ganz so lassen, wie es jetzt ist, kann man es aber auch nicht. Deshalb sollen bis zur nächsten Ausschuss-Sitzung noch einmal Gespräche mit den Anliegern geführt werden. Denn neben den Tempo-Überschreitungen drückt auch das Regenwasser. »Das läuft aus einem Ablaufbecken direkt in den Kleinebach«, schilderte Tiefbau-Ingenieur Eckhard Hoffmann die aktuelle Situation. Das sei aber nicht mehr lange erlaubt, auch Oberflächenwasser müsse vor der Einleitung geklärt werden.

Die Grundsatzfrage des Wie wollen die Politiker jetzt selbst mit den Anliegern besprechen, denn deren Wünsche – weniger Tempo, gar keine Einbauten – werden nach den Wortmeldungen im Ausschuss kaum Bestand haben können. »Einbauten sind ein adäquates Mittel, aber wie«, setzte Hoffmann ein Fragezeichen.

Bürger tragen Ziel der Temporeduzierung mit

Ein Sprecher der Anlieger meinte, dass viel Regenwasser auf den Privatgrundstücken versickert werde, zusätzliche Einbauten aber das Bild der Straße und den Verkehrsfluss zerstören würden. Das Ziel, den Verkehr zu verlangsamen, würde man aber mittragen. Das Oberflächenwasser der Straße könne man ja ortsnah versickern.

Das würde auch irgendwann gehen, wenn nämlich im Baugebiet Gartnischkamp das geplante Regenklärbecken fertig ist. So lange aber mochte der Ausschuss das Problem Schloerstraße nicht aufschieben. Jetzt soll über kleinere Einbauten gesprochen werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6534330?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516076%2F