Sa., 13.04.2019

Anwohner der Goebenstraße sind bedient: Autofahrer brettern oft über den Gehweg 15-Minuten-Spuk zum Schichtwechsel

Über den abgesenkten Bordstein an der Goebenstraße brettern immer wieder Verkehrsrüpel. Birgit Patzer hat sich deshalb schon an die Bürgermeisterin gewendet. Im Rathaus will man das Problem beim Ortstermin mit dem Kreis ansprechen.                                                

Über den abgesenkten Bordstein an der Goebenstraße brettern immer wieder Verkehrsrüpel. Birgit Patzer hat sich deshalb schon an die Bürgermeisterin gewendet. Im Rathaus will man das Problem beim Ortstermin mit dem Kreis ansprechen.                                                 Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Im Wilden Westen wurde nicht rund um die Uhr scharf geschossen. Und die Goebenstraße im Haller Westen liegt oft harmlos und ruhig da. Aber wenn Schichtwechsel ist bei Storck, dann ist der Deubel los auf der Verbindung zwischen Innenstadt und Hesseln oder Hörste – ein gefährlicher Viertelstunden-Spuk.

Der hat Anwohnerin Birgit Patzer (58) schon zu einer Anfrage ins Rathaus getrieben. Denn direkt vor ihrer Haustür muss sie damit rechnen, dass ihr womöglich einmal ein Auto über die Füße fährt. »Immer mehr Autofahrer brettern mit vollem Tempo über den Bürgersteig. Es wird immer schlimmer«, sagt sie und verweist auf die abgesenkten Bordsteine, die einige Autofahrer offenbar als Einladung missverstehen. Sie habe jedoch nicht vor, sich auf dem Gehweg totfahren zu lassen, berichtet die Hallerin über die rauen Sitten auf dem Asphalt, die auch Ehemann Dietmar Patzer ärgern, der an der Goebenstraße einen Installationsbetrieb hat.

Slalom aufs Geratewohl

Ungeduld und rüpelhafte Benehmen sind Alltag: Es wird gehupt. Es wird geschimpft. Mitunter steht Stoßstange vor Stoßstange. Denn Autofahrer zwischen Innenstadt und Margarete-Windthorst-Straße müssen oft abbremsen, weil die Straße nicht breit genug ist für geparkte Fahrzeuge und fließenden Verkehr auf beiden Spuren. Wer stadtauswärts fährt, der kann manchmal keine Lücke zwischen den Wagen erkennen, die vor den Wohnhäusern und kleinen Gewerbebetrieben abgestellt sind, und fährt dann aufs Geratewohl Slalom. Gern schneller als mit Tempo 50. Dazwischen hin und wieder Lkw.

Doch die Autos können sich trotz subjektiv empfundenem Bedarf nicht einfach in Luft auflösen. Und objektiv brauchen viele Anwohner den Fahrbahnrand als Parkplatz, vor allem die Bewohner der größeren Miethäuser, die pro Wohnung nur einen festen Stellplatz auf dem Grundstück haben, wie Birgit Patzer sehr wohl weiß. »Die Nachbarn müssen ja auch irgendwo parken«, sagt die Bankkauffrau, die sich auch um die spielenden Kinder vor den angrenzenden Häusern sorgt.

Ausnahmezustand bei Großveranstaltungen

Verschärft wird das Problem oft durch ein- oder ausfahrende fahrende Züge. Wenn die Haller-Willem-Schranken an der Mönchstraße geschlossen sind, gibt es am Mini-Kreisverkehr ohnehin lange Rückstaus – regelmäßig ein Ärgernis, das viele genervte Autofahrer auf die Palme treibt.

Bei Großveranstaltungen im Gerry-Weber-Stadion ist der Haller Westen ohnehin im Ausnahmezustand. Um den Verkehr besser an- und abfließen zu lassen, klappen Mitarbeiter des städtischen Bauhofes im Vorfeld die Schilder auf: Doch auch mit absolutem Halteverbot gibt es oft Chaos auf der Goebenstraße. Das beweisen Fotos, die kürzlich bei einem Auftritt der Ehrlich-Brothers entstanden sind. Da kann auch ein Streifenwagen der Polizei mal im Stau stecken.

Im Rathaus verweist man auf die geplante Tempo-30-Regelung für den Haller Westen. »Die Autos wirken ja wie eine gewünschte Verkehrsberuhigung: Sie bremsen den Verkehr ab. In welchem Ausmaß sich das auswirkt, muss man dann sehen«, sagt Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann. Heinz-Udo Lakemper will das Problem mit auf die Liste der Punkte setzen, die er demnächst bei einem Ortstermin mit der Straßenverkehrsbehörde des Kreises ansprechen will. Lakemper: »Möglicherweise müssen wir dort rot-weiße Pfosten setzen«.

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