Mi., 17.04.2019

In Studie des ADFC landet Halle bei Fahrradfahrern nur im mittleren Mittelfeld Zu viele Hindernisse für zwei Räder

Sogar die Radstation in Halle hat ihr Angebot in den vergangenen Jahren um einiges zurückgefahren.

Sogar die Radstation in Halle hat ihr Angebot in den vergangenen Jahren um einiges zurückgefahren. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Auch wenn mehr und mehr Bürger auf zwei Räder umsteigen – ­­Halle ist nicht besonders fahrradfreundlich. Mit einer Schulnote von 3,9 rollt die Lindenstadt beim großen Fahrradklima-Test des ADFC allenfalls im mittleren Mittelfeld der Städte zwischen 20.000 und 50.000 Einwohner mit. Das wäre auf einem Schulzeugnis vermutlich also nur ein »Ausreichend«.

Mit diesem Ergebnis landete Halle auf Rang 170 von 311 Städten, wie aus einer Pressemitteilung des Kreisverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) für den Test des Jahres 2018 hervorgeht. Landesweit liegt Halle damit auf Platz 51 von 82 Städten vergleichbarer Größe. Zum Zeitpunkt der Befragung mussten Radfahrer an der Bahnhofstraße auf Höhe des Friedhofs noch einen Schlenker einlegen. Der obere Teil der Graebestraße ist für Radler heute noch von der Langen Straße nur über den Bürgersteig schiebend zu erreichen: Unzufrieden sind die heimischen Radfahrer vor allem mit häufigen Hindernissen auf Radwegen, heißt es in der Studie. Wenig Positives konnten sie auch den wenigen für Radfahrern geöffneten Einbahnstraßen und dem mangelnden Angebot öffentlicher Leihfahrräder abgewinnen. Lichtblicke habe es dagegen bei der geringen Anzahl von Fahrraddiebstählen gegeben, dem zügigen Erreichen von Zielen in der Stadt und dem besseren Winterdienst auf Radwegen.

Radverkehr wird immer wichtiger

Insgesamt haben 106 Haller an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Wie sehen lebenswerte Städte und Gemeinden aus? Was bieten sie, damit Radfahrer aller Altersstufen sich wohl und sicher fühlen? Weil das nur Radler beurteilen können, ruft der ADAF gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium seit 2012 auf, an der Online-Umfrage zum Fahrradklima teilzunehmen (www.fahrradklima-test.de). »Wir konnten die Teilnehmerzahl beim Fahrradklima-Test im Vergleich zur letzten Erhebung 2016 fast verdoppeln. Das zeigt mehr als deutlich die steigende Bedeutung des Radverkehrs für Halle«, sagt Andreas Kronier, Vorstandsmitglied vom Gütersloher Kreisverband.

Auch wenn viel über das Nahmobilitätskonzept diskutiert wird: Im Vergleich zu 2016 gibt es in Halle kaum Veränderungen. In der Einzelbewertung stellt man fest, dass Halles Stärken in der Erreichbarkeit des Stadtzentrums (Note 2,4) und dem zügigen Radfahren (2,6) liegen. Auf der Spaß/Stress-Skala erhält die Stadt nur noch eine 3,2. Obwohl 66 der 106 Teilnehmer mit einigem Vergnügen unterwegs sind, fühlen sich nur 41 von ihnen als Radfahrer so sicher, dass sie mindestens die Note befriedigend vergeben haben. Falschparker, zu schmale Radwege, schlechte Führung an Baustellen werden kritisiert – und fehlende fahrradfreundliche Ampelschaltungen.

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