So., 21.04.2019

Dach und Sockel der Haller Johanniskirche müssen aufgearbeitet werden Fugen im Mauerwerk sind ausgespült

Der Sockel von St. Johannis muss saniert werden: Die Fugen sind ausgespült und dicke Ritzen klaffen zwischen den Sandsteinen, wie Jürgen Deichsel weiß.

Der Sockel von St. Johannis muss saniert werden: Die Fugen sind ausgespült und dicke Ritzen klaffen zwischen den Sandsteinen, wie Jürgen Deichsel weiß. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Ein schmales Baugerüst an der Johanniskirche lässt bei manchem Haller sofort die Alarmglocken schrillen: Ist der verheerende Brand von Notre Dame in Paris nicht womöglich doch auf Handwerksarbeiten zurückzuführen? »Bei der Zimmerei Marschner arbeitet man sehr vorsichtig«, zeigt sich Jürgen Deichsel (60) gelassen. »Das Kupferdach muss erneuert werden«, sagt der stellvertretende Baukirchmeister.

An dem nach Norden ausgerichteten zweijochigen Seitenschiff der Johanniskirche – das im Jahr 1886 gebaut worden ist – ist ein Zwischenstück über dem Muschelkalkstein nicht mit Schiefer, sondern hinter zwei Giebeln mit Kupferblech gedeckt. Die Metallabdeckung ist in den vergangenen 30 Jahren so dünn geworden, dass es an einigen Stellen durchregnet. »Flicken kann man es nicht mehr«, weiß der Bauingenieur, der seit vielen Jahren auch selbst oft als Restaurator arbeitet. Wenn das bereits bestellte Material eingetroffen ist, sollen die Arbeiten zügig erledigt werden.

Auch deshalb, weil die kleine Sanierung, die mit etwa 17.000 Euro zu Buche schlägt, nur den Anfang bildet. Denn nach dem Dach folgt ringsherum der Sockel der Kirche. Die Sandsteine sollen gereinigt werden und sie müssen neu ausgefugt werden: An vielen Stellen klaffen dicke Löcher zwischen den Sandsteinen.

Die etwa 10.000 Euro teuren Sockelarbeiten sind abgestimmt mit dem Denkmalschutz. Bei einem Ortstermin hat sogar Dr. Barbara Pankoke vom Landschaftsverband in Münster ein Auge auf die Zerstörung geworfen. Jürgen Deichsel: »Wo Löcher zu groß sind, verwendet man heute einen Steinersatz von einer Augsburger Spezialfirma, der sich modellieren lässt und der wie ein Plombe eingesetzt wird.« Erst für 2020 sei die Renovierung der beiden Kupferdächer nach Süden geplant.

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