Fr., 19.04.2019

Zum 300. Jahrestag der Rechte-Verleihung wird das historische Erbe gefeiert Den Städte die Ehre erwiesen

Von Klaudia Genuit-Thiessen und        Malte Krammenschneider

Halle (WB). Große Oper für Halle und Borgholzhausen, Werther und Versmold: Das kommunale Quartett aus dem Ravensberger Land hat 300 Jahre Stadtrechte mit einer Festveranstaltung gewürdigt, die ihre erfreuliche Entwicklung ins Zentrum gerückt hat. Barocktänzer, Kiepenkerle und Trachtenpärchen erinnerten an die Zeit, als Friedrich-Wilhelm I., der Soldatenkönig, insgesamt acht Dörfern und Weichbilder die Ehre erwiesen hat – um sich die Taschen vollzustopfen.

Heimatministerin Ina Scharrenbach überbringt den nahezu 400 Teilnehmern – einige leere Sitzplätze sind wohl den Ferien geschuldet – die Grüße des Landes. Die Ministerin, die ein gutes Viertelstündchen auf sich warten lässt, ist nicht der einzige prominente Gast. Ralph Brinkhaus, der Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, zollt dem Anlass ebenso Respekt wie SPD-MdL Georg Fortmeier und Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl.

Ein Federstrich und seine Folgen! Ein Preußenkönig erhebt acht kleine Orte im Ravensberger Land quasi in den Adelsstand und setzt damit einen Markstein für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. »Sie haben sehr lange darauf gewartet: Werther seit seiner ersten Erwähnung im Jahr 1009 ganze 710 Jahre«, sagt Ina Scharrenbach, Versmold und Borgholzhausen noch 623 Jahre und Halle »nur« 473 Jahre. Diese späte Verleihung der Stadtrechte sei seit jeher eine identitäts-stiftende Besonderheit der Kommunen im Ravensberger Land. Leinensegel und Werthers Echte: Die Ministerin erinnert nicht nur an Produkte, die die Orte groß gemacht haben. Jeder Kämmerer kenne Halle, spricht sie den ersten städtischen Haushaltsplan aus dem Jahr 1743 an. Den Etat, der eine Summe von 129 Reichstaler umfasst, hat Friedrich der Große persönlich unterzeichnet.

»Ob Versmold oder Halle, kennste einen, kennste alle«

»Ohne Ehrenamt ist kein Staat zu machen«, zitiert sie und buchstabiert die städtische Ehre: E wie Engagement der Bürger, H wie Hoffnung, R wie Respekt und E wie Einsatz, Ehrgeiz oder Engelsgeduld. »Sie dürfen stolz sein auf das, was Sie in den letzten 300 Jahren geschaffen haben«, ruft sie den Erben der Geschichte zu und appelliert an ihre Bereitschaft, die Heimat zu gestalten, wie es ihre Vorfahren getan haben. »Feiern Sie das Jahr rauschend mit Glanz und barockem Tanz«, schließt die Ministerin.

Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann hat ihr einen Korb gepackt, den sie überreicht, bevor die Bürgermeister die Alleinstellungsmerkmale ihrer Städte herausstreichen und das Publikum in einer Interview-Runde mit Moderator Marco Unger schmunzeln lassen. Michael Meyer-Hermann zitiert den Kabarettisten Ingo Börchers: »Ob Versmold oder Halle, kennste einen, kennste alle«.

Die Barocktanzgruppe um Achim und Angelika Kuhlmann und der Opernchor Opus Arte von Reiner Beinghaus geben der Feier einen stilvollen Rahmen. Ein Sektempfang schließt sich an.

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