Fr., 31.05.2019

Diakonie im Kirchenkreis Halle verabschiedet Artur Gerber in Ruhestand Wegweiser vom Schuldenberg

Diakonie-Chef Ingo Hansen (links) und Superintendent Walter Hempelmann (rechts) verabschieden Artur Gerber (Zweiter von links). Karin Kleinert wird seine Nachfolgerin und gemeinsam mit Susanne Buchner (Mitte) in Halle Ratsuchende betreuen.

Diakonie-Chef Ingo Hansen (links) und Superintendent Walter Hempelmann (rechts) verabschieden Artur Gerber (Zweiter von links). Karin Kleinert wird seine Nachfolgerin und gemeinsam mit Susanne Buchner (Mitte) in Halle Ratsuchende betreuen. Foto: Klaus-Peter Schillig

Von Klaus-Peter Schillig

Halle (WB). Etwa 3000 Menschen im Altkreis Halle und Harsewinkel dürften mit Dankbarkeit auf seine Arbeit zurückblicken. Artur Gerber, Leiter der Schuldner-Beratung im Kirchenkreis Halle, ist jetzt von Kolleginnen, Kollegen und Weggefährten in den Ruhestand verabschiedet worden.

Es ist genau dieser Abschiedstag des scheidenden Diplom-Pädagogen, als die Bild-Zeitung mit den üblichen großen Lettern von der Überschuldung vieler deutscher Haushalte berichtet. Das genau ist die »Kundschaft« von Artur Gerber. Man sei nicht überschuldet, weil man sich Handy, Auto oder Wohnung, Riesen-Fernseher oder moderne Sitzgruppe kaufe.« Überschuldet ist man, wenn man die Raten nicht mehr bezahlen kann.« Dann stehen die Gläubiger und Inkasso-Institute vor der Haustür, die Betroffenen wissen dann meist nicht mehr ein noch aus.

»Sie haben da viel getan und viel bewegt.«

Artur Gerber und seine beiden Kolleginnen von der Schuldner-Beratung, Susanne Buchner und Karin Kleinert, haben nicht die Schulden übernommen, aber aufgezeigt, welche gesetzlichen und persönlichen Möglichkeiten es gibt, aus der Schuldenfalle herauszukommen und nach einer gewissen Frist wieder am normalen Leben teilzunehmen. »Sie haben da viel getan und viel bewegt«, sagte Ingo Hansen, Geschäftsführer der Diakonie im Kirchenkreis, unter dessen Dach die Beratung inzwischen arbeitet.

25 Jahre gibt es die Einrichtung inzwischen, 25 Jahre ist auch Artur Gerber dabei. »Es war ein Glücksfall, dass er damals zu den Bewerbern gehörte«, blickte Hansen zurück, denn der gebürtige Bad Oeynhausener brachte die besten Voraussetzungen mit: Graduierter Betriebswirtschaftler und zudem Diplom-Pädagoge mit Nebenfach Soziologie, der zudem Erfahrung hatte aus einer ABM-Stelle bei der Stadt Bielefeld in Sachen Schuldnerberatung.

Tief gehende Gespräche in der Küche

Über Jahre hinweg habe er vielen Menschen, »stets freundlich aber bestimmt, kompetent und zielstrebig«, mit menschlich wohltuender Begleitung Wege aus der Schuldenfalle aufgezeigt. Dafür und für das gute Miteinander im Kollegenkreis der Diakonie, der Berater im Kreis Gütersloh und im Kreis kollegialer Beratung erntete Gerber vielfachen Dank und mehrfach den Satz »Wir werden dich vermissen.«

Superintendent Walter Hempelmann berichtete davon, dass er Artur Gerber oft morgens um acht Uhr in der Küche des Kreiskirchenamtes getroffen habe, wo der sich mit dem Wasserkocher nach eigenen Worten einen »milden Darjeeling-Tee« zubereitet habe. »Ich habe ihn immer als sehr ruhigen, zugewandten Menschen erlebt, mit dem man sogar in der Küche tiefer gehende Gespräche über das Leben und die Sorgen der Menschen führen konnte«, sagte Hempelmann.

Gerber, der kürzlich auch für ein 25-jähriges Dienstjubiläum mit dem goldenen Kronenkreuz geehrt worden ist, wünschte vor allem seiner Nachfolgerin Karin Kleinert ein glückliches Händchen bei ihrer weiteren Arbeit.

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