Sa., 01.06.2019

Nach der Konzernzentrale in Halle folgen Kündigungen in den Filialen Gerry Weber vollzieht Jobabbau

Bundesweit sollen bis Jahresende 120 der 450 Läden geschlossen werden.

Bundesweit sollen bis Jahresende 120 der 450 Läden geschlossen werden. Foto: Violetta Kuhn/dpa

Von Oliver Horst

Halle (WB). Beim Haller Modekonzern Gerry Weber ist der Stellenabbau in vollem Gange . 145 von rund 800 Mitarbeitern in der Zentrale ist mitgeteilt worden, dass sie gehen müssen. Die meisten haben die Kündigung bereits erhalten, knapp 90 sind in die Transfergesellschaft gewechselt, sagt Betriebsratschef Lutz Bormann. Bei der – im Insolvenzfall möglichen – Kündigung von Schwerbehinderten sowie Mitarbeitern in Elternzeit braucht es dagegen noch die Zustimmung der Bezirksregierung.

In den nächsten Tagen und Wochen sollen auch die Mitarbeiter in den Filialen Klarheit bekommen. Bundesweit werden bis Jahresende etwa 120 der 450 Läden geschlossen. Weil viele Kräfte in Teilzeit tätig sind, sollen bis zu 750 Mitarbeiter betroffen sein. Die Auswahl erfolge nach Sozialkriterien. Damit könnten auch Mitarbeiter aus einer zur Schließung anstehenden Filiale an andere Standorte versetzt werden und es dort Kollegen treffen.

Bleibt der Konzern erhalten?

Die Ladenschließungen und Kündigungen sollen in drei Phasen im September, Oktober und November wirksam werden. »Weil sich in Gesprächen mit Vermietern teilweise günstigere Mieten ergeben und sich Filialen dann wieder rentieren können, ist vieles in Bewegung.«

Derweil erhofften sich die Beschäftigten von der Gläubigerversammlung am Dienstag »neue Erkenntnisse, in welche Richtung es gehen soll«. Wie berichtet , wird derzeit mit Investoren verhandelt. Alternativ ist die Sanierung durch einen Insolvenzplan möglich. Die Hoffnung sei, dass der Konzern erhalten bleibe und nicht zerschlagen werde, sagt Bormann.

Ein mögliches erneutes Engagement der Gründerfamilie Weber wird indes nach WESTFALEN-BLATT-Informationen in der Belegschaft kritisch gesehen. Dort ist nicht gut angekommen, dass der frühere Vorstandschef Ralf Weber die Schuld am Niedergang öffentlich vor allem auch den Ex-Vorständen Norbert Steinke und David Frink anlastete.

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