So., 09.06.2019

Medien berichten von mindestens zwölf Messerstichen – mit Video Täter ging äußerst brutal vor

Nur eine Kerze und ein Strauß Blumen direkt vor der Haustür des Tatorts sind die äußeren Zeichen dafür, dass hier ein schreckliches Verbrechen geschehen ist.

Nur eine Kerze und ein Strauß Blumen direkt vor der Haustür des Tatorts sind die äußeren Zeichen dafür, dass hier ein schreckliches Verbrechen geschehen ist. Foto: Stefan Küppers

Von Stefan Küppers

Borgholzhausen (WB). Im Fall der getöteten Evelyn W. (86.) aus Borgholzhausen sollen der oder die Täter äußerst brutal vorgegangen sein. Die Leiche soll laut eines Medienberichts mindestens zwölf Messerstiche aufweisen.

Die Bild-Zeitung schreibt in ihrem Artikel von einem »grausamen Verbrechen«. So soll die Seniorin mit mindestens zwölf Messerstichen getötet worden sein. Bevor die Leiche der Frau entdeckt wurde, sollen Nachbarn eine Flüssigkeit entdeckt haben, die unter der Tür durckgesickert sei. Dabei könnte es sich um Blut gehandelt haben.

Bluttat schockiert die Menschen in Borgholzhausen

Der Mord an der 86-jährigen Evelyn W. aus Borgholzhausen hat viele Menschen schockiert. Äußerlich ist alles ruhig im Wohnpark Uekenbrink, wo die Witwe eine kleine Seniorenwohnung in einem gepflegten Sechsfamilienhaus bewohnt hat.

Die Menschen sitzen auf Balkonen und erleben einen sonnigen. Feiertag. Die Beamten der Mordkommission Wellingholzhauser sind abgezogen, nachdem sie am Samstag viele Nachbarn und mögliche Zeugen befragt hatten. Nur eine Kerze und ein Strauß Blumen direkt vor der Haustür des Tatorts sind die äußeren Zeichen dafür, dass hier ein schreckliches Verbrechen geschehen ist.

Die 86-jährige Evelyn W. lebte seit mehreren Jahren im Wohnpark am Uekenbrink. In diesem Wohnpark stehen insgesamt acht Häuser mit jeweils sechs altengerechte Wohnungen, die fast ausschließlich von Senioren bewohnt werden. In dem Wohnpark gibt es eine Diakoniestation. Und direkt gegenüber liegt das vom DRK geführte Alten- und Pflegeheim Haus Ravensberg, das derzeit baulich erweitert wird.

Polizeibeamte befragen die Bewohner in der Nachbarschaft. Foto: Stefan Küppers

Im Haus Ravensberg hatte die rüstige alte Dame, die ihre Wege und Besorgungen immer noch selber machen konnte, regelmäßig ein Mittagessen eingenommen. Wie die Polizei und Staatsanwaltschaft offiziell mitteilen, meldete sich gegen 10 Uhr eine Mitbewohnerin aus dem Wohnkomplex bei der Polizei, weil die Nachbarin nicht auf Klingeln reagiere.

Rolladen sind am Freitag nicht wie üblich runtergegangen

Die Polizei Gütersloh ging zunächst von einer Notlage der 86-Jährigen aus und schickte neben Streifenpolizisten auch einen Gütersloher Notarzt und Rettungskräfte an die Wellingholzhauser Straße. In der Wohnung stellte der Notarzt den Tod der älteren Dame fest.

»Aufgrund der Situation und der Spuren bestand für die Gütersloher Polizeibeamten der Verdacht eines nicht natürlichen Todes der Frau. Sie gingen von einem Tötungsdelikt aus und informierten die Polizei Bielefeld«, heißt es in der Pressemitteilung.

Aus dem Umfeld von Evelyn W. ist von Beobachtungen zu erfahren, dass auf dem Balkon an der Wohnung des Opfers am Vorabend (also am Freitag) nicht wie sonst üblich die Rolladen heruntergegangen sein sollen. Gerüchte, dass jemand aus der Nachbarschaft, bereits am Vorabend Schreie gehört haben will, aber nicht reagiert habe, haben sich bisher nicht bestätigt.

Polizei nimmt Befragungen in der Nachbarschaft vor

Die Kriminalpolizei nimmt bei ihren Ermittlungen derzeit Befragungen auch in der Nachbarschaft vor. Der Hausmeister der Wohnanlage am Uekenbrink, Joachim Brömmelsiek (54), hat die Seniorin gut gekannt. Sie sei eine sehr freundliche und aufgeschlossene alte Dame gewesen, der die Sauberkeit in dem Wohnkomplex ein Anliegen gewesen sei.

Seit dem Tod ihres Mannes vor etwa drei Jahren habe Evelyn W. alleine in der Wohnung gelebt. Eine andere Nachbarin beschreibt das Opfer als eine feine und stets elegant gekleidete Dame. »Als sie mir einmal nach meinem Klingeln gleich die Wohnungstür aufgemacht hat, habe ich sie noch gewarnt, immer vorsichtig zu sein«, erzählt der Hausmeister.

Im Vorfeld gab es einige wenige Einbrüche in dem Wohnpark

Sie habe das auch zugesagt. In dem Wohnkomplex gibt es Gegensprechanlagen. Nach Angaben des Hausmeisters hat es über einen Zeitraum von einigen Jahren wenige Einbrüche in dem Wohnpark gegeben. Vor etwa zwei Monaten habe es zudem Warnungen vor Bettlerteams gegeben, die in der Umgebung aufgefallen seien.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen zu den laufenden Ermittlungen derzeit keine weiteren Details mitteilen. Eventuelle Hinweise werden erbeten an das Polizeipräsidium Bielefeld, Kriminalkommissariat 11, Telefon 0521/545-0.

 

 

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