Fr., 14.06.2019

Landesbetrieb will nach Beweissicherung jetzt selbst sanieren Wegen der Autobahn-Delle droht sogar ein Rechtsstreit

Schon vor der Brücke Tatenhausener Straße warnen zwei Schilder an der Autobahn in Richtung Osnabrück vor der Bodenwelle, die sich auch über die Gegenfahrbahn erstreckt. Der Landesbetrieb will den Schaden vor der Freigabe bis Borgholzhausen selbst beheben, aber weiterhin Regress fordern.

Schon vor der Brücke Tatenhausener Straße warnen zwei Schilder an der Autobahn in Richtung Osnabrück vor der Bodenwelle, die sich auch über die Gegenfahrbahn erstreckt. Der Landesbetrieb will den Schaden vor der Freigabe bis Borgholzhausen selbst beheben, aber weiterhin Regress fordern. Foto: Klaus-Peter Schillig

Von Klaus-Peter Schillig

Halle (WB). Um die Fahrbahndelle auf dem neuen A-33-Teilstück südlich von Halle gibt es weiter Streit zwischen Straßen NRW und den ausführenden Baufirmen. Keiner will es gewesen sein, lautet wohl das Fazit nach den Gesprächen mit den beteiligten Unternehmen. Trotz fehlender Einigung soll der Schaden aber noch in diesem Jahr behoben werden.

In der lang gezogenen Kurve, mit der die A33 Richtung Norden einschwenkt, um den Tatenhauser Forst zu umgehen, hatte sich schon kurz nach der Verkehrsfreigabe im Januar quer über beide Richtungsfahrbahnen eine bis zu zehn Zentimeter tiefe und mehrere Meter lange Senke gebildet. Nach ersten Vermutungen könnte ein nicht stark genug verdichteter Boden in diesem Bereich die Ursache sein. Schwere Lkw hätten dann das Absacken befördert. »Genau hier verläuft auch eine Rohrleitung unter der Autobahn, die das aufgefangene Regenwasser unter den Fahrbahnen hindurch zum Sammelbecken auf der Südseite leitet,« beschreibt Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebes, die verzwackte Situation.

Zwei Bauunternehmen beteiligt

Hinzu kommt, dass in diesem Abschnitt zwei Bauunternehmen beteiligt, die auf dem Rest der Strecke gute Arbeit geleistet hatten. Eine Firma war hier für die Bodenarbeiten zuständig, die andere für den Straßenaufbau, sozusagen ab Schotter aufwärts. Beide unabhängig voneinander wehren sich allerdings bisher gegen Regressansprüche.

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Von der Bodenwelle geht aber keine Gefahr aus.

Sven Johanning, Straßen NRW

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»Von der Bodenwelle geht aber keine Gefahr aus«, sagt Johanning. Nur wer mit mehr als 180 die Stelle passieren würde, könnte mal kurz abheben. Genau deshalb ist hier auch ein Tempolimit von 80 Stundenkilometer beschildert worden. Mit einem Schaden will man die endgültige Freigabe des A33-Abschnittes zwischen Schnatweg und B 476 in Borgholzhausen am Jahresende allerdings nicht feiern. Immerhin werden dann wieder Landes- und Bundesminister erwartet, weil dann endlich der Lückenschluss geschafft ist.

Bodenwellen sollen geglättet werden

Deshalb will der Landesbetrieb jetzt ein Beweissicherungsverfahren in Gang setzen, um belegen zu können, was da beim Bau möglicherweise falsch gemacht worden sein könnte. Parallel dazu wird ein Konzept erarbeitet, wie die Bodenwellen wieder geglättet werden können. Dazu müsste mindestens die Asphaltschicht abgefräst werden. Damit aber wird es nicht getan sein, denn weil die Delle über beide Richtungsfahrbahnen läuft, müssen möglicherweise auch die Betonleitwände in der Mitte und auch an den Seiten abgebaut werden.

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Tempo 80 wird hier erst einmal bleiben.

Sven Johanning, Straßen NRW

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»Tempo 80 wird hier erst einmal bleiben«, kündigt Sven Johanning an. Und auf eine Baustelle im Sommer oder Herbst an dieser Stelle können sich die Autofahrer schon mal einstellen.

Für den restlichen Lückenschluss macht der Sprecher des Landesbetriebes aber wenig Hoffnung, dass die Freigabe der Autobahn vielleicht schon im Herbst passieren könnte. Alle Bauarbeiten zwischen Halle und Borgholzhausen seien im Zeitplan, Winter werde es aber wohl werden mit dem Eröffnungstermin.

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