Fr., 16.08.2019

Piumer Bauerntheater wird bei ausverkaufter Premiere umjubelt Wunderschnaps und Limonade

Die Damen können die beiden aufeinander losgehenden Kampfhähne kaum bändigen. Von links Andrea Sumaski, Rolf Schäperkötter, Freddy Horst und Hannelore Meyerhoff. Neben den Schauspielern spielt der Likör eine Titel gebende Hauptrolle.

Die Damen können die beiden aufeinander losgehenden Kampfhähne kaum bändigen. Von links Andrea Sumaski, Rolf Schäperkötter, Freddy Horst und Hannelore Meyerhoff. Neben den Schauspielern spielt der Likör eine Titel gebende Hauptrolle. Foto: Johannes Gerhards

Von Johannes Gerhards

Borgholzhausen (WB). Wilhelm Buschs Zitat »Wer Sorgen hat, hat auch Likör« stand Pate für den Titel des neuen Schwanks des Piumer Bauerntheaters – allerdings werden hier die Sorgen durch Schulden ersetzt. Die Uraufführung der turbulenten Verwechslungskomödie in drei Akten sorgt für viel Gelächter und gute Stimmung auf der Natur- und Freilichtbühne im Bönkerschen Steinbruch.

Im Publikum sitzt auch Klaus Hillen, der den Ursprungstext von Heinz Jürgen Köhler ins Plattdeutsche übersetzt hat. Er zeigt sich in der Pause sichtlich angetan von der Piumer Inszenierung in stimmungsvoller Atmosphäre.

Die Lage ist ernst: Das Plumpsklo ist abgebrannt

Seit fünf Generationen befindet sich das Gasthaus »Zum blauen Bären« in Familienbesitz, diesen »Running Gag« variiert Hannelore Meyerhoff als Wirtin Elfriede zum Vergnügen der Zuschauer bei jeder sich bietenden Gelegenheit in unterschiedlichen Zusammenhängen. Doch die Lage ist ernst. Weil das Plumpsklo abgebrannt ist, muss ein Kredit aufgenommen werden, um das Lokal weiter betreiben zu können.

Zudem haben Onkel Franz (Rolf Schäperkötter) und Schwester Ella (Andrea Sumaski) ein lebenslanges Wohnrecht. Der eine liegt als notorischer Faulpelz ständig im Clinch mit Wirt Alfred (Freddy Horst), die andere – geistig etwas unterbelichtet – darf immerhin putzen, obwohl ihr Sinn für Hygiene nicht besonders ausgeprägt ist. Obendrein ist sie in den von Friedel Elbracht dargestellten Förster Hubertus verliebt.

Rätselhafter Wildschwund im Revier

Dieser versucht, den rätselhaften Wildschwund in seinem Revier aufzuklären und hegt den nicht unbegründeten Verdacht, dass auf der Speisekarte vor allem von Alfred illegal herbeigeschaffte Reh- und Hasengerichte und selbstgebrannter Schnaps zu finden sind. Der titelgebende Likör sorgt im Laufe der Geschichte als Vitamingetränk, Kräuterlimonade und medizinisches Wundermittel für Furore.

Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als der jung dynamische Geschäftsmann Klotz (Sebastian Wörmann) in Begleitung seiner attraktiven, aber nicht sonderlich trinkfesten Sekretärin (Lisa Köhlers) auftaucht. Gemeinsam mit Schäfer Heinrich (Sammy Addad) entlockt Franz ihr die unlauteren Absichten ihres Chefs und ergreift umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen, um seinen Lebensmittelpunkt nicht zu verlieren und den Gasthof zu retten. Wenig später sind Schüsse im Wald zu hören, und die Kette der kuriosen Missverständnisse reißt nicht ab, bis am Schluss sich doch alles zum Guten wendet.

Inszenierung überzeugt mit treffsicheren Pointen und stimmigen Dialogen

Wie im Volkstheater üblich, findet beim »Happy End« jeder Topf seinen Deckel. Dazu leistet auch die etwas mysteriöse und liebestolle Hannelore Freifrau von Hanebüchen (Kerstin Niemeyer) ihren entscheidenden Beitrag. Die gesamte Inszenierung überzeugt mit treffsicheren Pointen und stimmigen Dialogen. Auch wer sich mit den unterschiedlichen Dialekten des Plattdeutschen nicht auskennt, kann der Handlung problemlos folgen. Bestimmte Gags am Rande der Gürtellinie sind allerdings den Insidern vorbehalten.

Noch vier weitere Aufführungen

Das Stück »Wer Schulden hätt, hätt auch Likör« wird noch am 16., 21., 23. und 28. August jeweils um 19.30 Uhr in der Natur- und Freilichtbühne an der Bergstraße in Borgholzhausen gespielt. Eintrittskarten zum Preis von 8 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren gibt es an der Abendkasse oder online unter www.piumer-bauerntheater.de.

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