Fr., 13.09.2019

Umgestaltungskonzept für Bereich zwischen Grüner Weg und Martin-Luther-Straße mehrheitlich abgesegnet Tempo 30 wird auch auf der B 68 geplant

Tempo 30 und breite Grünstreifen in der Fahrbahnmitte. So sieht das Konzept für die B68 zwischen Grüner Weg (ohne Kreisverkehr) und Martin-Luther-Straße aus (mit Kreisverkehr).

Tempo 30 und breite Grünstreifen in der Fahrbahnmitte. So sieht das Konzept für die B68 zwischen Grüner Weg (ohne Kreisverkehr) und Martin-Luther-Straße aus (mit Kreisverkehr).

Von Stefan Küppers

Halle (WB). In Halle zeichnet sich ein weiterer Tempo-30-Bereich ab, diesmal auf der B68 im Abschnitt zwischen den Aufmündungen Grüner Weg und Martin-Luther-Straße. Der Haupt- und Finanzausschuss war sich letztlich bei einer Enthaltung (Kerstin Otte, SPD) einig, dass auf den ursprünglich angedachten Kreisverkehr im Kreuzungsbereich von B68/Grüner Weg/Berliner Straße aus Gründen der Gestaltung und aufgrund erheblicher Mehrkosten verzichtet werden soll. Stattdessen soll dort ein achsengleicher, konventioneller Kreuzungspunkt geplant werden.

Der zweite Teil des Beschlusses fand dann bei vier Enthaltungen der CDU eine Mehrheit. Demnach soll das vorliegende Konzept zur Umgestaltung der B68 zwischen Grüner Weg und Martin-Luther-Straße weiter vertieft werden. Besonders seien hierbei eine Temporeduzierung und Belange von Fußgängern und Radfahrern zu berücksichtigen. Auf Nachfrage hatte Planer Ralf Düspohl vom Büro Röver bestätigt, dass für den Bereich Tempo 30 geplant ist.

Das »wandelbare Konzept« sieht vor, dass die derzeit für Kfz-Verkehr zur Verfügung stehenden rund sieben Meter Fahrbahnbreite erheblich verschmälert werden, um mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Zu den Ideen gehören neben mehreren Mittelinseln auch ein 2,50 Meter breiter Grünstreifen in der Mitte der Fahrbahn. Das Konzept beinhaltet weiterhin bis zu drei Meter breite Geh-/Radwege ohne Benutzungspflicht sowie alternativ Radfahrschutzstreifen.

Wolfgang Bölling (SPD) erinnerte daran, dass auf dem Gelände des Autohauses Orth & Nagel nach dessen Wegzug nach Borgholzhausen ins interkommunale Gewerbegebiet IBV künftig Wohnbebauung geplant sei. »Auch diese neuen Bewohner brauchen dann künftig vernünftige Geh- und Radwege vor der Tür«, sagte er.

Ein Kommentar von Stefan Küppers

Es ist derzeit nicht einfach, im allgemeinen Klimakrisen-Notstands-Modus noch die Stimme für die Beibehaltung eines zügigen und flüssigen Verkehrsablaufes zu erheben. Doch nachdem mittlerweile zum X-ten Mal eine Tempo-30-Teilplanung vorgetragen worden ist, soll hier an etwas erinnert werden.

Denn die Haller besitzen rund 14.000 Pkw. Sollen die künftig auf den wichtigsten Straßen eigentlich gar nicht mehr zügig (Tempo 50!) von A nach B kommen können? Denn auch das Vorbehaltsnetz wird systematisch in Tempo-30-Bereiche verwandelt. Erst Künsebecker Weg und Alleestraße, bald B68, Werther-, Moltke- und Mönchstraße. Ist das eigentlich Bürger-Mehrheitswille in Halle? Wenn es in dem Umgestaltungstempo so weitergeht, wird der Haller bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr die Chance haben, auf die einschneidenden Veränderungen und das große Ganze noch Einfluss zu nehmen. So wird man politisch ausgebremst.

 

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