Sa., 05.10.2019

Zunächst 160 der 712 Mitarbeiter des Autozulieferers betroffen Koyo arbeitet kurz

Der Nadellager-Hersteller Koyo hat als Automobilzulieferer mit Problemen zu kämpfen. Für Teile der Belegschaft ist für die nächsten sechs Monate Kurzarbeit angemeldet worden.

Der Nadellager-Hersteller Koyo hat als Automobilzulieferer mit Problemen zu kämpfen. Für Teile der Belegschaft ist für die nächsten sechs Monate Kurzarbeit angemeldet worden. Foto: Küppers

Halle-Künsebeck (WB/SKü). Der Künsebecker Nadellager-Hersteller Koyo hat Kurzarbeit angemeldet. Davon betroffen sind derzeit etwa 160 der 712 Beschäftigten am Standort, bestätigte Prokurist Dieter Hohenbrink (General Manager Administration) am Freitag.

Drittes Unternehmen aus dem Bereich der Automobilzulieferer im Altkreis Halle

Nach Schaeffler (Steinhagen) und Poppe+Potthoff (Werther) ist Koyo bereits das dritte Unternehmen aus dem Bereich der Automobilzulieferer im Altkreis Halle, das Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur für zunächst ein halbes Jahr angemeldet hat. Hohenbrink zufolge sind davon in erster Linie die sogenannten indirekten Unternehmensbereiche betroffen. Dazu zählen beispielsweise Prototypen und Werkzeugbau, Produktionskontrolle und Finanzen, Konstruktion, Qualitätssicherung und Versand. Die von der Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter kommen zwischen Oktober und März mindestens drei und höchstens acht Tage im Monat weniger arbeiten. Die Lohnverluste werden zu einem Teil durch das staatliche Kurzarbeitergeld aufgefangen.

Befristete Arbeitsverhältnisse werden nicht verlängert

Wie Dieter Hohenbrink erläuterte, gehört zu den weiteren Sparmaßnahmen, dass befristete Arbeitsverhältnisse bei Koyo auslaufen und nicht verlängert würden. In welchem Umfang dies geschieht, ist Teil der Verhandlungen zu einem umfassenden Sparpaket, über das die Geschäftsführung bereits seit Monaten Gespräche mit dem Betriebsrat und der IG Metall führt. »Unsere auf drei Jahre ausgelegten Umsatzpläne treffen nicht mehr zu. Und wir haben einen entsprechenden Überhang in der Produktion«, verdeutlicht der Prokurist Hintergründe für die aktuellen Schwierigkeiten.

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Wir haben durchaus die Hoffnung, dass der Umsatz auch wieder anziehen wird. Aber die weitere Entwicklung ist leider sehr ungewiss.

Dieter Hohenbrink

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Dieter Hohenbrink verweist auf ein »sehr diversifiziertes Bild in der Automobilbranche«. Keiner wisse derzeit so recht, wohin die Reise gehen werde, sagt Hohenbrink. Für Koyo aber hänge viel davon ab, was der Antrieb des Zukunft in der internationalen Automobilbranche sei, verdeutlicht der Manager. Für die immer noch stark verbreiteten Automatik- und Schaltgetriebe werden die Lager aus Künsebeck benötigt. Die Elektromobilität hingegen bräuchte deutlich weniger Koyo-Lager. Über die Erfolgsaussichten der E-Fahrzeuge wird in der Automobilbranche allerdings auch sehr kontrovers diskutiert. Möglicherweise kommt auch der Wasserstoffantrieb stärker in den Fokus. All das hätte Auswirkungen auf Arbeitsplätze in Künsebeck.

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