Do., 10.10.2019

Verwaltung legt erstmals Statistik über den Verbleib an weiterführenden Schulen vor Jeder vierte Haller Schüler geht auf Reisen

Das mit der politisch umstrittenen Gesamtschul-Gründung vor sechs Jahren verbundende Ziel, dass mehr Haller Kinder in Halle schulisch gebunden werden, wurde laut Statistik nur unzureichend geschafft.

Das mit der politisch umstrittenen Gesamtschul-Gründung vor sechs Jahren verbundende Ziel, dass mehr Haller Kinder in Halle schulisch gebunden werden, wurde laut Statistik nur unzureichend geschafft. Foto: Ulrich Fälker

Halle (WB/SKü). Rund ein Viertel der Haller Kinder und Jugendlichen, die eine weiterführende Schule besuchen, tun dies außerhalb von Halle. Dies geht aus einer Statistik hervor, die in der Sitzung des Schul- und Sportausschusses am heutigen Donnerstag vorgestellt wird. Beginn ist um 17.15 Uhr im neuen Sportlerheim der Stadt Halle an der Wasserwerkstraße (neben dem neuen Vereinsheim des SC Halle).

Für die Aufstellung der Statistik hat die Verwaltung einen relativ hohen Abfrageaufwand bei einzelnen Schulen in der Umgebung betreiben müssen, weil solche Zahlen zum Beispiel über den Kreis Gütersloh nicht auf Knopfdruck abrufbar sind. Die Zahlen bergen einige Überraschungen. Zum Beispiel, dass von den insgesamt 1541 Schülern in den Jahrgängen 5 bis 13, die in Halle ihren Wohnsitz haben, genau 395 eine weiterführende Schule außerhalb von Halle besuchen. Das entspricht einer Ausreisequote von knapp 25 Prozent oder 15 Klassen mit einer Durchschnittsgröße von 26 Schülern.

Für die Verwaltung war es eine Fleißarbeit diese jahrgangsgenaue Statistik durch viele Anrufe zusammen zu tragen. Von 1541 Haller Schüler n besuchen 395 oder ein Viertel auswärtige Schulen.

Das mit der politisch umstrittenen Gesamtschul-Gründung vor sechs Jahren verbundende Ziel, dass mehr Haller Kinder in Halle schulisch gebunden werden, wurde laut Statistik nur unzureichend geschafft. Laut Errichtungsgenehmigung hätte die Gesamtschule in den ersten Jahren stets mindestens 100 Schüler allein aus Halle aufnehmen müssen. Tatsächlich waren es in den ersten sechs Jahrgängen 95, 117, 110, 99, 91 und 80 Schüler. In vier von sechs Jahrgängen wurde mithin die Mindestanmeldezahl aus Halle verfehlt.

41 Kinder aus fahren zu einer der beiden GMS-Schulen in Bielefeld

Die größten Haller Schüler-Dependancen befinden sich an der PAB-Kreisgesamtschule (121 in neun Jahrgängen) sowie an der Realschule Steinhagen (111 in sechs Jahrgängen). Nach den vielen Diskussionen um die bislang gescheiterte Gründung einer evangelikalen Georg-Müller-Schule (GMS) in Halle sind die Zahlen interessant für die beiden GMS-Schulen in Bielefeld. Hier nehmen insgesamt 41 Schüler die lange Anfahrt aus Halle in Kauf.

Sonderstatistik für die Gesamtschule Halle

In einer weiteren Statistik hat die Verwaltung die Sonderentwicklung an der Haller Gesamtschule aufbereitet. Hier ist durch Zuzüge und nachträgliche Ummeldungen zum Beispiel vom KGH die Zahl der Schüler in den einzelnen Jahrgängen immer angestiegen. Absteigend von der zehnten bis zur fünften Jahrgangsstufe besuchen derzeit 110, 140, 131, 115, 106, und 88 Schüler die Gesamtschule.

Zahlen sollen alljährlich fortgeschrieben werden

Fachbereichsleiterin Regina Bresser will die Zahlen jetzt alljährlich kontinuierlich fortschreiben. Außerdem kündigte sie an, dass für die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes ein Fachbüro beauftragt werden soll. Dies soll jedoch ein anderes sein als jenes, das damals die Schulentwicklungsplanung wegen der Gesamtschule Halle erarbeitet hat.

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