Fr., 11.10.2019

Machbarkeitsstudie für Sandforther See liegt vor – CDU und Grüne haben alternative Pläne Politik ringt ums beste Badekonzept

Standort Sandforther See: Diese Variante 2 in der Machbarkeitsstudie zu einem Badesee in Sandforth sieht zum einen eine weitere Ausbaggerung des Gewässers vor, um vor allem flachere Badebereiche gestalten zu können. Die geschwungene Linie kennzeichnet das aktuelle Ufer des Sees. Die hier dargestellte Variante hat einen vergrößerten Sandstrandbereich und 184 Parkplätze. Daneben käme ein Campingplatz mit 75 Plätzen unterschiedlicher Größe.

Standort Sandforther See: Diese Variante 2 in der Machbarkeitsstudie zu einem Badesee in Sandforth sieht zum einen eine weitere Ausbaggerung des Gewässers vor, um vor allem flachere Badebereiche gestalten zu können. Die geschwungene Linie kennzeichnet das aktuelle Ufer des Sees. Die hier dargestellte Variante hat einen vergrößerten Sandstrandbereich und 184 Parkplätze. Daneben käme ein Campingplatz mit 75 Plätzen unterschiedlicher Größe. Foto: Grafik: Kortemeier Brokmann

Von Stefan Küppers

Halle (WB). Ob Baden unter freiem Himmel bald auch in Halle wieder möglich ist, bleibt vorerst eine unbeantwortete Frage. Nach dem jüngsten Hauptausschuss ist nun Immerhin klar, dass ein Badesee in Sandforth grundsätzlich wohl machbar wäre. Ob dies auch für ein Naturbad an der Kläranlage Brandheide oder ein kleines Freibad am Lindenbad gilt, soll ein Gutachter beantworten.

Vor sieben Jahren ist das alte Freibad abgerissen und das Lindenbad als reines Hallenbad kleiner gesetzt worden. Seitdem läuft eine Debatte über einen möglichen Badesee. Im Haupt- und Finanzausschuss hat Stephanie Opp vom Landschaftsarchitekturbüro Kortemeier eine Machbarkeitsstudie für die Ausbildung eines Badesees in Sandforth, gegebenenfalls mit Campingplatz, vorgestellt. Fazit: Grundsätzlich wäre dies machbar. Aber es ist bislang völlig unklar, ob die Eigentümergemeinschaft des Sees mitwirken würde.

Seeerweiterung nötig

In der Analyse kommt die Studie zur Empfehlung, dass ein möglicher Badebereich erst neu geschaffen werden müsse. Dazu müsse der See weiter ausgebaggert werden, um so flache und ausreichend große Badebereiche zu erlangen. Dafür müssten die drei vorhandenen Fischteiche überbaut und der Künsebecker Bach umverlegt werden. In seiner bisherigen Größe habe der See schon nach wenigen Metern eine so steile Abbruchkante, dass gefahrloses Baden dort nicht möglich sei. Bis zu 18 Meter ist der Baggersee tief.

Strand und Campingplatz

Laut der Studie würde sich der Sandforther See künftig in einen ökologisch weitgehend unberührten Bereich, der auch Angeln weiter ermöglicht, und einen Abschnitt fürs Badevergnügen und die Naherholung aufteilen. Drei Varianten wurden vorgestellt.

Variante 1 hat einen schmalen Sandstrandbereich sowie einen breiten und lang gezogenen Steg, auf dem sich auch Gastronomie und Sanitäranlagen befinden. Variante 1 sieht auf der Wiese oberhalb des Sees 350 Parkplätze vor.

Variante 2 hat einen deutlich vergrößerten Sandstrandbereich, an den sich wieder Gastronomie und Sanitäranlagen anschließen. Hier jedoch ist neben 184 Parkplätzen auch ein Campingplatz mit 75 Plätzen (jeweils 100 bis 160 Quadratmeter groß) mit Bolz- und Spielplatz vorgesehen.

Variante 3 weist den größten Badebereich aus zuzüglich 288 oder 432 Stellplätze. Würde man auf Parkplätze verzichten, könnte bei Variante 3 ein Campingplatz mit 60 Stellplätzen á jeweils 100 Quadratmeter realisiert werden.

In der Diskussion zur Machbarkeitsstudie herrschten skeptische Untertöne bei Vertretern von CDU, UWG, Grüne und FDP vor. »Probleme sind da, um sie zu lösen«, meinte hingegen Ulrike Sommer (SPD). Einstimmig erging schließlich der Auftrag an die Verwaltung, bei der Seegesellschaft die Bereitschaft zur Projektumsetzung zu erfragen.

Weitere Studie kommt

Für die CDU begründete im Anschluss Thomas Tappe, warum seine Fraktion sich ein kleines Freibad wie in Borgholzhausen auch am Lindenbad wünscht. Das werde im Zweifel viel weniger kosten als ein neuer Naherholungsraum in Sandforth. Auch hierfür solle eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden. Ähnliches forderte Jochen Stoppenbrink für das von den Grünen beantragte Naturbad auf dem Gelände der Kläranlage Brandheide.

Zu beiden Ideen wurden deutliche Vorbehalte bei SPD und auch UWG deutlich. Wolfgang Bölling (SPD) hält es für falsch, wenn die vor Jahren fürs Lindenbad festgelegte Struktur (Finanzbelastung, Besucherzahlen, Personaleinsatz) wieder aufgebrochen würde. Für ihn hat ein Badesee Priorität. Auch Karl-Heinz Wöstmann (UWG) hält Freibad-Angebote in Nachbarorten für ausreichend. Gleichwohl einigte man sich darauf, dass der Bäderexperte Altenburg, der seinerzeit das Lindenbad geplant hatte, die neuen Ideen in einer Studie bewertet.

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