So., 13.10.2019

Für Anlagen an der Masch in Halle soll Versiegelung bei Parkplätzen verringert werden Sportplatz-Bau wird klimafreundlicher

Die Planung für den unteren Kunstrasenplatz ist abgesegnet, der Bau soll 2020 beginnen. Am unteren Platz sind auch eine Kugelstoßanlage, eine Boulebahn und ein Spielplatz vorgesehen.

Die Planung für den unteren Kunstrasenplatz ist abgesegnet, der Bau soll 2020 beginnen. Am unteren Platz sind auch eine Kugelstoßanlage, eine Boulebahn und ein Spielplatz vorgesehen. Foto: Stadt Halle

Halle (WB/SKü). Der allgemeine politische Klimawandel hat jetzt auch den Schul- und Sportausschuss sowie das aktuelle Großprojekt, nämlich den Bau der neuen Sportanlagen an der Masch, erreicht. Der Ausschuss hat einstimmig die Planung für den 2. Bauabschnitt abgesegnet, nämlich den Bau eines neuen Kunstrasenplatzes unterhalb des großen Sportplatzes mit leichtathletischen Nebenanlagen. Weitere 1,5 Millionen Euro sind für den Kunstrasenplatz im Haushalt eingeplant.

Die Klimadiskussion hat dabei Fachbereichsleiterin Regina Bresser in ihrer Vorlage für den Ausschuss selbst aufgegriffen. Sie hinterfragte die Auswirkungen des geplanten Parkplatzbaus im 2. Bauabschnitt (89 Plätze) für den Klimaschutz kritisch. Bresser stellte alternative Lösungen wie zum Beispiel den Einsatz von Shuttlebussen (beispielsweise bei Heimspielen der TG Hörste) dar. Auch den Ausbau der Infrastruktur für Fahrräder und E-Bikes trug die Fachbereichsleiterin als alternative Überlegungen vor.

Lebhafte Diskussion und ein Kompromiss

Was folgte, war eine lebhafte Diskussion im Ausschuss. Mehrheitlich setzte sich dabei die Meinung durch, dass der Verzicht auf einen großen Anteil Parkplätze angesichts der tatsächlichen Verhältnisse nicht zielführend sei. Der Verkehr sei einfach da und mit ihm müsse entsprechend umgegangen werden. Einen am Klimaschutz orientierten Kompromiss gab es dennoch. Denn die insgesamt 149 Parkplätze an beiden Sportanlagen sollen in Rasenschotter-Bauweise angelegt werden, so dass die Flächenversiegelung minimiert wird. Außerdem sollen die eingesparten Mittel für den Ausbau von überdachten Fahrrad-Stellplätzen verwendet werden, um Radnutzung generell attraktiver zu gestalten.

Landschaftsarchitekt Markus Illgas hatte zuvor die Fortschritte beim Bau des oberen Sportplatzes geschildert. Günstig erwies sich hier insbesondere der trockene Sommer. »Wir hatten keine Grundwasserprobleme«, sagte Illgas. Gleichwohl waren größere Erdbewegungen als geplant erforderlich, weil gleich drei, zuvor nicht bekannte sogenannte Torflinsen auf dem Gelände aufgetaucht waren. Bagger seien dort regelrecht eingesackt. Um spätere Absackungen des Sportplatzes zu vermeiden, habe man den Boden auf einer Dicke von 30 bis 40 Zentimeter mit einem Kalk-Sand-Gemisch stabilisiert.

Überdachung für Zuschauer erst einmal verschoben

Kritische Nachfragen von Elke Rosenthal (CDU) und Michael Koch (UWG), die auf das eigens in Auftrag gegebene Bodengutachten hinwiesen, konterte Illgas mit dem Hinweis, dass ein solches Gutachten niemals die ganze Fläche untersuchen könne. Das würde sonst viel zu teuer.

Der Ausschuss kam schließlich auch überein, die vom Stadtsportverband angeregte Überdachung für Zuschauer zwischen den beiden Sportplätzen zunächst nicht zu bauen. Erstens müssten dafür etwa 20.000 Euro zusätzlich aufgewendet werden bei zweifelhaftem Effekt. Zweitens will man lieber mehr Geld für verbesserte Fahrradangebote ausgegeben.

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