Di., 08.10.2019

Liedermacher Jörg Swoboda erinnert in Halle mit Musik und Erzählungen an den Mauerfall Mitten in der friedlichen Revolution

Jörg Swoboda erinnert an den Mauerfall.

Jörg Swoboda erinnert an den Mauerfall. Foto: Eische Loose

Halle (WB/el). Ein Jahrestag stand jetzt im Mittelpunkt beim »Leib und Seele«-Abend der Haller Ev. Kirchengemeinde: Gemeinsam mit Liedermacher Jörg Swoboda erinnerten sich die Zuhörer im vollen Saal des Martin-Luther-Hauses an 30 Jahre Mauerfall.

Mit Jörg Swoboda stand nicht nur ein Musiker auf der Bühne, sondern auch ein Zeitzeuge. Schließlich wurde er vor dem Mauerbau 1961 in Berlin geboren. Das war dann auf einmal Osten, und blieb es mit all seinen Einschränkungen bis 1989. Als sich zu jener Zeit das Volk erhob, war Jörg Swoboda mit seiner Gitarre mittendrin und dabei, obwohl er es zum eigentlichen Fall nicht schaffte. »Ich hatte einen anderen Termin und bin dann erst einen Tag später mit meiner Frau an die Mauer«, erzählt Jörg Swoboda.

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Das Ganze ging ohne Blutvergießen. Das war großartig!

Jörg Swoboda

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Dennoch ist der Umsturz für ihn bis heute ein großes und freudiges Thema. Vor allem die Friedfertigkeit damals beeindruckt ihn bis heute sehr: »Das Ganze ging ohne Blutvergießen. Das war großartig!«, meinte Jörg Swoboda. Sein engagierter Co-Autor Theo Lehmann war ebenfalls von Anfang an dabei. Beide sind evangelische Pastoren und berichten bis heute von den Zeiten mit und ohne Mauer sowie von der Zeit des Umbruchs.

Im Martin-Luther-Haus war es nun Jörg Swoboda allein, der abwechselnd mit seinen Liedern und gesprochenen Erinnerungen des bedeutungsvollen Tages vor 30 Jahren gedachte. Rund zwei Stunden brauchte er für seine Zeitreise.

Gäste erinnern sich auch an eigene Erfahrungen

Das Mitglied der evangelischen Allianz folgte damit diesem Zusammenschluss verschiedener Christen, die mit der Haller Evangelischen Kirche den Abend ausrichtete. Dabei waren die 140 Gäste nicht nur zur Gulaschsuppe eingeladen, sondern auch zum Mitsingen. Jörg Swoboda hatte dazu einige Liedtexte ausgelegt.

Und auch im Anschluss waren die Gäste aufgefordert, die eigenen Erfahrungen auszutauschen. Immerhin gibt es auch in Halle viele ehemals Geflüchtete oder Umgezogene. Zudem waren die meisten der Gäste ebenfalls Zeitzeugen des Mauerfalls.

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