Tiertrainer und Autor Cesar Millan tritt in Halle vor 2500 Besuchern auf
Wenig Hund auf der Bühne

Halle (WB). »Ich trainiere keine Hunde, ich trainiere Menschen«, sagt der auch als »Hundeflüsterer« bekannte Cesar Millan bei seinem ersten Auftritt in Halle.

Donnerstag, 07.11.2019, 10:28 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 10:30 Uhr
Der »Hundeflüsterer« Cesar Millan bei seinem ersten Auftritt in Halle. Foto: Gabriele Grund
Der »Hundeflüsterer« Cesar Millan bei seinem ersten Auftritt in Halle. Foto: Gabriele Grund

Während viele in ihrer intellektuellen Welt lebten und vergessen hätten, sich auf Gefühle und In­stinkte zu verlassen, plädiert er für das sehr einfache »Gesetz von Mutter Natur«. Fast 2500 Hundefreunde sitzen im Publikum und erwarten voller Spannung die Show mit dem Titel »It’s All About Family«.

Seit 25 Jahren arbeitet der 1969 in Mexiko geborene Cesar Millan mit Hunden. In seinem »Dog Psychology Center« leben außer 65 Hunden auch Lamas, Pferde, Esel, Emus, Alpakas und Vögel. »Es kommt darauf an, die Energie des Hundes zu verstehen, und nicht zu seinem bevorzugten Spielzeug zu werden«, sagt Millan.

Das kann der Geruchssinn

35 Minuten dauert es allerdings, bis der erste Vierbeiner die Bühne betreten darf. Es handelt sich um einen problematischen Rottweiler, der angeblich aggressiv auf andere Hunde reagiert. Bei der Begegnung mit einem Artgenossen im Rampenlicht ist davon nichts zu spüren. »Hunde leben sehr gegenwartsorientiert in dem Moment, den wir für sie schaffen«, sagt der 50-jährige Hundeexperte. 60 Prozent ihrer Gehirnleistung laufe über den Geruchssinn, die Kommunikation mit ihnen müsse also in der richtigen Reihenfolge Nase – Augen – Ohren erfolgen.

Kernpunkt seiner Hundephilosophie sind das Strecken, Gehen, Rennen, Ruhen und Schlafen. Demzufolge beginne ein erfolgreicher Tag für Mensch und Tier mit Dehnungen. Den anschließenden Spaziergang absolviert der ruhig-selbstbewusste Mensch mit dem ruhig-aufgeschlossenem Hund. Den Unterschied zwischen Geschirr und Leine demonstriert Millan mit Tequila und seiner Besitzerin Jenny. Der Hund am Halsband hat die Nase oben und folgt dem Menschen, mit Geschirr ist die Nase am Boden, und der Mensch läuft hinter dem Hund her – was nicht gewollt ist.

Ruhemodus soll helfen

Bei überdrehten und nervösen Hunden seien Reden, Augenkontakt und Anfassen unangebracht, Belohnung gebe es für ruhiges Verhalten. Der Ruhemodus sei zudem förderlich, um soziales Verhalten einzuüben. Auch ein Restaurantbesuch empfiehlt sich mit einem müden Hund, damit er an diesem Ort niemanden belästigt.

Ein gesunder Schlaf helfe Körper und Verstand, neue Energie zu tanken. Ausgiebiges Dösen könne aber auch Ausdruck von Langeweile und Depression sein. Cesar Millan findet es in Ordnung, wenn Hunde auf der Coach oder im Bett liegen. Sie sollten das aber nur auf Einladung und nicht auf eigene Initiative tun.

Von umstrittenen Erziehungsmethoden wie Straftechniken bis hin zu Elektroschocks, die ihm Kritiker vorwerfen, ist an diesem Abend nichts zu spüren. Allerdings spielen Hunde in der Show eine eher untergeordnete Rolle. Das mag auch am deutschen Tierschutzgesetz liegen, das strenge Vorgaben macht.

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