Fr., 08.11.2019

Nach Zählung in Halle: Bürgerinitiative Alleestraße fordert Alternativen in den Blick zu nehmen Schüler nutzen attraktive Seitenwege

Schüler benutzen lieber andere Strecken, meinen die Alleestraßen-Anwohner, vorn Helmut Rose, nach der Zählung.

Schüler benutzen lieber andere Strecken, meinen die Alleestraßen-Anwohner, vorn Helmut Rose, nach der Zählung. Foto: Genuit-Thiessen

Halle (WB/kg). Die nackten Zahlen bestätigen die Erfahrungen vieler Haller: Fußgänger und Radfahrer, die morgens zwischen 7 und 9 Uhr in der Stadt unterwegs sind, benutzen die Alleestraße nur an wenigen Knotenpunkten. »Vor allem Schüler sind auf ganz anderen Strecken unterwegs«, fasst Helmut Rose als Sprecher der Bürgerinitiative Alleestraße die Ergebnisse einer Zählung am Donnerstag zusammen. »Die Dramatisierung von Dr. Kaulen können wir deshalb nicht nachvollziehen.«

Die Fakten: Jeweils zwei Personen haben zwischen 7 und 9 Uhr an sechs Stellen gezählt. Die meist frequentierte war die Ecke Hansa-Apotheke/Bahnhof. Dort waren 154 Fußgänger stadtauswärts unterwegs sowie 108 Radfahrer, 29 Fußgänger Richtung Innenstadt. Zudem gab es dort 15 Geisterfahrer auf dem Radweg, zumeist Erwachsene. Schon in Höhe Hollmann wurden nur noch 72 Fußgänger stadtauswärts gezählt sowie 92 Radfahrer. 47 Fußgänger waren es in der Gegenrichtung. Am KGH waren es 38 Fußgänger und 75 Radler Richtung Innenstadt, 92 Richtung Masch.

Weitere Zählstellen ohne Auffälligkeiten lagen in Höhe Alleestraße 38 sowie am Friedhof. In Höhe der Praxis Thelemann waren nur noch 30 beziehungsweise 32 Fußgänger unterwegs sowie 34 Fahrradfahrer. Helmut Rose: »Unterhalb der Kreuzung Künsebecker Weg gibt es deutlich weniger Verkehr, nicht einmal ein Radfahrer pro Minute. Übrigens: Wir waren überall erstaunt, dass es in Halle so viele höfliche Schüler gibt, die sehr rücksichtsvoll und diszipliniert fahren und oft grüßen.«

Statt der Alleestraße benutzen die Schüler aus dem Westen vor allem Winnebrockstraße und Klingenhagen als Schulweg, hat die Bürgerinitiative festgestellt. Eine Querungshilfe über die Alleestraße sei dort »unendlich wichtig«. Schüler aus dem Osten, die oft entlang der Bahn radeln, seien dann vor allem auf einem »Bypass« hinter dem Kreisgymnasium Richtung Maschweg/Pestalozzistraße unterwegs.

»Wir hatten den Eindruck, dass es ganz entspannt läuft«, sagt Rose. Statt die Nebenanlagen an der Alleestraße zu erweitern und Gewerbetreibende zu vertreiben müsse man vielmehr das alternative Fuß- und Radwegenetz noch attraktiver machen und Parallelwege ertüchtigen, fordern die Anwohner. Kurze Verbindungen und ebene Strecken müssten schon bei der Planung neuer Baugebiete wie Gartnischkamp und Borgers-Gelände mitgedacht werden. Rose: »Halle muss nicht nur von Holland träumen, sondern es hier umsetzen.«

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