Sa., 16.11.2019

A33-Lückenschluss: Haller Grüne erinnern an Zerstörung der Natur »Entlastung ist teuer erkauft«

Wenn in diesen Tagen der Lückenschluss der A33 erfolgt, erinnern die Haller Grünen auch an den dafür erforderlichen Raubbau an der Natur. Am Mitfahrerparkplatz nahe dem Kreisel an der Alleestraße haben sie jetzt symbolisch eine junge Eiche gepflanzt.

Wenn in diesen Tagen der Lückenschluss der A33 erfolgt, erinnern die Haller Grünen auch an den dafür erforderlichen Raubbau an der Natur. Am Mitfahrerparkplatz nahe dem Kreisel an der Alleestraße haben sie jetzt symbolisch eine junge Eiche gepflanzt. Foto: Volker Hagemann

Von Volker Hagemann

Halle (WB). Anlässlich des Lückenschlusses der A33 machen die Haller Grünen noch einmal auf die damit verbundenen immensen Zerstörungen der Natur aufmerksam. Symbolisch pflanzten sie am Donnerstag eine Eiche am Parkplatz nahe dem Kreisel Alleestraße.

Dass eine durchgängig befahrbare A33 im Haller Bereich zur Entlastung der B68 und ihrer Anwohner beiträgt, Lärm, Abgase und Stau zumindest dort verringert, das bestreiten auch die Haller Grünen nicht. »Aber es ist teuer erkauft«, macht Vorstandsmitglied Dieter Jung auf die Zerstörung großer Naturflächen aufmerksam. Er und seine Mitstreiter zählen auf: »Wald wurde großflächig abgeholzt, Äcker und Wiesen zubetoniert, Tier- und Pflanzenarten verdrängt, die parkähnliche Kulturlandschaft weiträumig zerstört.« Und auf Kosten landwirtschaftlicher Flächen sei der Ravenna-Park entwickelt worden.

Wahlplakat der frühen 80er mitgebracht

Dazu passt auch das alte Wahlplakat aus den frühen 1980-er Jahren, das die Grünen anlässlich der Eichen-Pflanzung zum Ortstermin mitgebracht haben: »Es reicht! Genug Autobahnen« ist darauf zu lesen. Immerhin sei wenigstens der Mitfahrerparkplatz am Kreisel Anreiz, Fahrgemeinschaften zu bilden. »Aber den hätte man nicht asphaltieren müssen; Schotterrasen oder Ähnliches wäre etwas umweltfreundlicher gewesen«, sagt Vorstandsmitglied Jochen Stop­penbrink.

Mit der Baumpflanzung auf städtischem Grund – weitere Eichen in der Nähe könnten folgen – erinnern die Grünen an den jahrzehntelangen Einsatz vieler Menschen für den Umweltschutz im Rahmen der Autobahnplanung: »Da gab es Bürgerversammlungen, Einwendungen, Radtouren, Hüttendörfer, Trassendiskussionen, Streit in den Räten, Ministerbesuche, Umweltgutachten, Klagen und Konsensverhandlungen«, blicken sie zurück.

Täglich werden in Deutschland 60 Hektar Äcker, Wiesen und Wälder geopfert

Auch nach dem A33-Lückenschluss mahnen sie: Laut Umweltbundesamt würden nach wie vor in Deutschland täglich 60 Hektar Äcker, Wiesen und Wälder für Straßen oder Neubauten geopfert. »Wir denken immer an den Regenwald, aber auch Deutschland betreibt die Vernichtung von Naturflächen«, sagt Dieter Jung. Jetzt gehe es darum, noch unberührte Landschaft langfristig zu erhalten.

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