So., 17.11.2019

Was tausende Menschen am Samstag beim Bürgerfest auf die Autobahn treibt Trecker und Radler erobern die A33

Was für ein Gefühl: Die Radfahrer genießen ihren Ausflug auf die Trasse, die sie sich mit den Oldtimer-Traktoren teilen. Hunderte waren Richtung Halle unterwegs. Immer wieder muss die Polizei an der B476 aber auch Besucher stoppen, die sich Richtung Osnabrück aufmachen wollen.

Was für ein Gefühl: Die Radfahrer genießen ihren Ausflug auf die Trasse, die sie sich mit den Oldtimer-Traktoren teilen. Hunderte waren Richtung Halle unterwegs. Immer wieder muss die Polizei an der B476 aber auch Besucher stoppen, die sich Richtung Osnabrück aufmachen wollen. Foto: Stefan Küppers

Von Stefan Küppers, Johannes Gerhards und Annemarie Bluhm-Weinhold

Borgholzhausen (WB). »Es ist ein Abenteuer«, sagt Heinrich Zillich. Mit Ehefrau Edith ist er am Samstag mit dem Fahrrad auf der A33 unterwegs. Ebenso wie tausende Besucher genießen beide das Bürgerfest vorm Lückenschluss.

Es ist das besondere Gefühl der Einmaligkeit, das so viele Menschen zur A33-Anschlussstelle Borgholzhausen/Versmold an der B476 treibt. Nach den beiden Autobahnläufen am Vormittag mit rund 1000 Teilnehmern ist ab Mittag auch das übrige Volk auf der Autobahnstrecke willkommen. Und es kommen sehr, sehr viele, aus durchaus unterschiedlichen Gründen.

Eine Mutter zum Beispiel kommt mit ihrer Tochter im Teenageralter aus Gütersloh angereist, um Inliner auf der A33 zu fahren. »Der Belag ist so schön glatt hier«, sagt sie. Das Ehepaar Kelbassa hat den für diesen Tag eigens eingerichteten Shuttle-Bus-Service aus Versmold genutzt, um mit den mitgebrachten Fahrrädern auf der A33 bis nach Halle und zurück zu fahren. Sie genießen ein Picknick auf der Autobahn.

Andere wiederum sind an diesem Tag gekommen, um einmal die Straße zu begehen, die sie in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten politisch beschäftigt hat. Der einstige Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium, Günter Kozlowski (CDU), hatte seinerzeit die Übertragung der kompletten Planfeststellungsverfahren an die Bezirksregierungen eingeleitet. Ohne diesen Schritt, so sagt er, wäre das Verfahren noch weiter verzögert worden. Auf der Trasse treffen sich auch Piums Altbürgermeister Klemens Keller und der stellvertretende Bürgermeister Hermann Ludewig – beides Streiter für den schnellen Weiterbau. Sie beide haben noch miterlebt, als 2001 die A33 bis Borgholzhausen freigegeben wurde. Fast 18 Jahre hat es gedauert, bis die Lücke aus der anderen Richtung geschlossen ist.

Solche Erinnerungen und auch Ärgernisse spielen durchaus eine Rolle bei dem ein oder anderen Trassenbesucher. »Unter den Grünbrücken habe ich heute besonders laut gehupt«, sagt der Fahrer eines Treckerveteranen. Insgesamt sind 92 Treckerfahrer von Clubs aus Werther, Halle, Versmold und Harsewinkel in einem langen Korso auf der A33 unterwegs. Ein einmaliges Bild. Immer wieder zücken die Menschen ihre Kameras oder Smartphones. Dieser einmalige Tag muss einfach als Erinnerung festgehalten werden.

Es gibt auch weniger schönes zu sehen. So haben Unbekannte offenbar von der ersten Brücke länger vor den Autobahnläufer Flugblätter von der rechtsextremen Partei »Die Rechte« auf die A33 geworfen. Ansonsten gibt es kaum besondere Vorkommnisse, die Polizei fährt sicherheitshalber Streife auf der A33. Am Aufmündungsbereich an der B476 müssen Polizeibeamte allerdings geschätzt mehr als 30 Radfahrer im Laufe des Tages davon abhalten, dass sie die A33 in die falsche Richtung Osnabrück befahren. Auch das gibt es.

Viel Zulauf gibt es im Veranstaltungszelt, wo das A33-Aktionsbündnis ein lesenswertes Magazin anbietet, eine DKMS-Aktion durchgeführt wird und Unternehmen aus dem IBV sich präsentieren. Meist sind es Azubis oder Personalchefs, die Fragen beantworten und Broschüren verteilen. Das Unternehmen Westfalia, das bald ins IBV zieht, ist ebenso dabei wie Hagos-Kaminbau, B+S-Logistik, das Autohaus Nagel und die Nagel-Group, die besonders vom Lückenschluss profitiert.

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