Mi., 11.12.2019

Bürger beantragen Lärmschutz für A33: Tempo-Limit oder Aufforstung Dauer-Rauschen in Hesseln

Erschreckt über das Dauer-Rauschen von der Autobahn wünschen sich Kathrin Oetting-Damme und ihre Schwiegertochter Kathleen mit Michel, Emil und Milla, dass die Stadt nochmals prüfen lässt, ob mehr Lärmschutz für Hesseln möglich ist.

Erschreckt über das Dauer-Rauschen von der Autobahn wünschen sich Kathrin Oetting-Damme und ihre Schwiegertochter Kathleen mit Michel, Emil und Milla, dass die Stadt nochmals prüfen lässt, ob mehr Lärmschutz für Hesseln möglich ist. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). „Wir sind entsetzt, dass die Autobahn so präsent ist“, sagt Karin-Kathrin Oetting-Damme. Wie sie ist halb Hesseln erschrocken über den Lärm, mit dem die Bürger seit dem Lückenschluss leben müssen.

Seit vier Wochen rollt jetzt der Verkehr über die A 33. Und die Stadt Halle muss sich mit massiven Beschwerden von Bürgern befassen. Die 66-Jährige räumt ein, dass sie selbst „nie eine Befürworterin“ der Autobahn war und schon vor Jahren befürchtet hat, dass die Auswirkungen für Halle sehr spürbar sein würden. Aber dass es so laut sein würde auf dem Hof, das hat sie dann doch überrascht.

Mehr Krach als früher die Bundesstraße

„Damit hat wirklich keiner hier gerechnet“, sagt auch Schwiegertochter Kathleen Damme mit Blick auf den 1300 Einwohner kleinen Ortsteil. Mit der Freigabe für den Verkehr sei es in Hesseln „auf den Punkt losgegangen“ mit dem Lärm, berichtet die Mutter von Milla (4), Michel (8) und Emil (10). Vor allem wenn es geregnet habe und der Wind aus Südwesten komme, höre man jeden Lkw so laut, dass ihre Jüngste jetzt bei geschlossenen Fenstern schlafen müsste.

„Wir wohnen zwar auf dem Land, aber nicht mehr idyllisch“, sagt Kathrin Oetting-Damme. Seit 1980 ist die frühere VHS-Dozentin, die auch Alphabetisierungs- und Deutschkurse gegeben hat, auf dem einstigen Hof Feldmüller an der Straße An der Hessel zu Hause und kann sich noch gut daran erinnern, dass mal der ganze Storck-Verkehr direkt vor ihrer Haustür vorbei gefahren ist. Das war allerdings zu ganz anderen Zeiten. Seit dem Ausbau der Margarete-Windthorst-Straße und erst recht seit der Abbindung des Sträßchens war es ruhig geworden zwischen den alten Höfen. Die wenigen hundert Meter zur Autobahn sind jetzt allerdings lautstärker als der Verkehr der ebenfalls nicht weit entfernten Bundesstraße 68.

Grünbrücken verstärken den Lärm

Kathleen Damme: „Aus Richtung der Grünbrücken ist es am schlimmsten. Ein ständiges Rauschen, das man auch in der Siedlung hört. Das rote Band ist ja weniger Lärmschutz als eher Überflughilfe für Fledermäuse – ein Witz“.

Vor diesem Hintergrund hat ihre Schwiegermutter jetzt einen Antrag an den Rat der Stadt gerichtet. Sie bittet darum, noch einmal durch einen Gutachter prüfen zu lassen, ob die Stadt zusätzlichen Lärmschutz für die Hesselner Bürger schaffen könnte – gegebenenfalls durch Aufforstung. „Möglicherweise könnte man auch von den hiesigen Landwirten Flächen pachten und bewalden. Ich bin mir sicher, dass auch viele andere Hesselner vom Lärm, der tagtäglich von der Autobahn ausgeht, ebenso erschreckt sind wie wir“, schreibt sie an die Bürgermeisterin.

Helfen könnte Hesseln vielleicht auch schon ein Tempolimit, ist sie überzeugt. Von einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 oder 130 Stundenkilometer würden alle profitieren. Und sie würde grundsätzlich auch dem Klimaschutz dienen.

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