So., 22.12.2019

Von Schulen und Spekulationen Von Stefan Küppers

Im Haller Rathaus werden Millionen-Ausgaben für den Bau von Schulen veranlasst. Ob das wirklich zum Erfolg führt, wird vom WB-Kommentator hinterfragt.

Im Haller Rathaus werden Millionen-Ausgaben für den Bau von Schulen veranlasst. Ob das wirklich zum Erfolg führt, wird vom WB-Kommentator hinterfragt. Foto: Kalka

Kürzlich haben die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses beraten, wie die Stadt ihr vieles Geld künftig anlegen will. Das ist durchaus eine interessante Frage. Zum einen, weil eine Investition in Gerry-Weber-Aktien vor Jahren sich letztlich als Totalverlust darstellte. Zum anderen, weil das bloße Verwahren auf Sparkonten wegen Negativzinsen Geldverluste erzeugt.

Die Debatte im HFA hat vorerst noch zu keinem Ergebnis geführt. Außer dass politische Leitplanken zum Beispiel von der SPD eingezogen wurden, dass eine Stadt allenfalls Anlageformen mit dem geringst möglichen Risiko wählen dürfe. Das sei man ja dem Steuerzahler schuldig.

Diese Selbstbeschränkung und Ablehnung jeder Spekulation steht freilich in einem merkwürdigen Kontrast zu dem, was sich dann beim Umgang mit Steuergeld in manchen Haushaltsreden während der Ratsitzung zeigt. Da wird zum Beispiel von den Mehrheitsfraktionen es als eine große Sache gepriesen, dass demnächst in zweistelliger Millionenhöhe in den Neubau der Grundschule Gartnisch investiert wird. Wer hier noch kritisch hinterfragt, ob das alles wirklich nötig ist, wird überzogen auch mit Reden über die Wirksamkeit von Raumkonzepten, die moderne Pädagogik unterstützten.

Vorexerziert worden ist das ja schon an der Haller Gesamtschule, wo die Stadt ebenfalls massiv in ein super-modernes Raumkonzept als „dritten Pädagogen“ investiert hat. Nur dass man sich heute fragen muss, warum das alles trotz teurer Ausstattung nicht so recht funktionieren will, warum Schüleranmeldezahlen seit Jahren unter den selbst gesteckten Erwartungen bleiben.

Ein Teil der Antwort liegt genau in diesen politischen Vorstellungen, dass man nur ordentlich Geld in sächliche Grundlagen für Bildung investieren müsse, dann laufe das schon. Läuft es aber nicht. Und statt eine Debatte zu führen, die an das Eingemachte von Problemen geht (z.B. Niveau schulischer Leistungen, schwindende Akzeptanz von Eltern), werden Millionen in äußere Hüllen und letztlich eine hohle Symbolpolitik investiert. Diese Art der Anlage mit Spekulation aber ist auf Sand gebaut.

 

 

 

 

 

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