Sa., 04.01.2020

Alte Häuser an der Langen Straße: Kreis zieht Konsequenz aus Begehung mit der Stadt Alten Häusern drohen Nutzungsuntersagungen

Blick auf die Front mit alten Häusern an der Langen Straße, von denen sich einige im Besitz der Stadt Halle befinden. Nach einer Begehung hat die Bauordnungsbehörde des Kreises für zwei leerstehende Objekte Nutzungsuntersagungen in Aussicht gestellt.

Blick auf die Front mit alten Häusern an der Langen Straße, von denen sich einige im Besitz der Stadt Halle befinden. Nach einer Begehung hat die Bauordnungsbehörde des Kreises für zwei leerstehende Objekte Nutzungsuntersagungen in Aussicht gestellt. Foto: Fälker

Von Stefan Küppers

Halle (WB). Die Spielräume für den Umgang mit den sogenannten Alten Häusern an der Langen Straße scheinen enger zu werden. Die Bauordnungsbehörde des Kreises Gütersloh hat der Stadt Halle jetzt zu verstehen gegeben, dass für zwei im städtischen Besitz befindliche Objekte Nutzungsunterlassungen ausgesprochen würden, wenn die Stadt versuchte diese unter den gegebenen Umständen wieder zu vermieten.

Bei einer öffentlichen Begehung der stadteigenen Häuser im November, an der laut Kreisbaudirektor Bernhard Bußwinkel auf ausdrücklichen Wunsch der Stadt Halle auch Vertreter der Bauordnungsbehörde des Kreises sowie ein Brandschutzfachmann des Kreises teilgenommen haben, sind verschiedene Probleme in Objekten offenbar geworden und zur Sprache gekommen (das WB berichtete). Nunmehr hat die Stadt auch offizielle Einschätzungen des Kreises vorliegen, wonach in zwei derzeit leerstehenden Objekten die Probleme unter anderem mit dem Brandschutz so groß wären, dass besagte Nutzungsuntersagung ins Haus stünde. Dem Vernehmen nach handelt es sich hierbei um das Haus Deckenbrock (Nr. 26) und das Haus Lange Str. 30, in dem einst die Stadtberühmtheit „Haller Willem“ (Fuhrmann Wilhelm Stuckemeier) lebte.

Die Stadt Halle hat den Architekten und Energieexperten Oliver Erdmann damit beauftragt, Expertisen für jedes einzelne alte Gebäude im Stadtbesitz zu erstellen, um der Politik Entscheidungsgrundlagen für den weiteren Umgang mit den Objekten zu ermöglichen. Die Expertisen sollen demnächst vorgelegt werden.

Lange Straße Nr. 33 soll unter Denkmalschutz gestellt werden

Dem Ergebnis der Erdmann-Expertisen misst Fachbereichsleiter Jürgen Keil große Bedeutung bei, wie er auf WB-Anfrage deutlich macht. Gerade der Brandschutz sei sehr wichtig. „Wir werden als Stadt nichts machen, was gegen Sicherheitsvorschriften verstößt“, betont Keil.

Für ein weiteres von der Stadt gekauftes Objekt, Lange Str. 33, in dem sich ehemals eine Änderungsschneiderei befand, hat ein Denkmalfachmann des Landschaftsverbandes den Denkmalschutz empfohlen. Jürgen Keil geht davon aus, dass in einer der nächsten Planungsausschusssitzungen die Verwaltung eine entsprechende Unterschutzstellung der Politik empfehlen wird.

Interessengemeinschaft wünscht sich vom Rathaus mehr Ideen und Konzepte für den Erhalt der alten Häuser

Für das Haus daneben (Lange Str. 31), mit dem ebenfalls eine hunderte Jahre alte Geschichte verbunden werden kann, besteht kein Denkmalschutz, es wurde auch keiner empfohlen. Das Haus befindet sich im Privatbesitz. Wie das WB von Eigentümerseite erfahren hat, pflegt man über einen geplanten Neubau den ständigen Austausch mit Stadtplanern und der Haller Bauverwaltung.

Die Sprecherin der Interessengemeinschaft Lange Straße, Ilka Windisch, beobachtet die Entwicklungen mit Skepsis und Sorge. Sie vermisst, dass der Fokus des behördlichen Handelns auf den Erhalt der Alten Häuser gelegt wird, mindestens derer, die im städtischen Besitz sind. Der Willen, alte Häuser erhalten zu wollen, sei doch zu Beginn der Diskussion von der Politik mehrheitlich zum Ausdruck gebracht worden, erinnert Windisch. Die Vertreterin der Interessengemeinschaft wundert sich, dass die Stadt sich nicht aktiv zum Beispiel um Investoren bemühe. Auch von der Verwaltung wünscht sie sich Ideen und Konzepte, die auf den Erhalt alter Häuser ausgerichtet sind. Es gehe darum zu zeigen, was machbar sei, statt immer zu betonen, was alles nicht gehe.

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