Fr., 10.01.2020

Finanzierung steht, Baugenehmigung liegt vor für die integrative Einrichtung Endlich geht’s los mit der Kirchen-Kita

Die ersten Ausschreibungen sind unterwegs. Superintendent Walter Hempelmann freut sich, dass demnächst Baubeginn ist für die neuen Kirchen-Kita. Die Pläne für den Neubau an der Neustädter Straße stammen von Anke Nollkämper.

Die ersten Ausschreibungen sind unterwegs. Superintendent Walter Hempelmann freut sich, dass demnächst Baubeginn ist für die neuen Kirchen-Kita. Die Pläne für den Neubau an der Neustädter Straße stammen von Anke Nollkämper. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). In den nächsten Tagen rückt der Bauhof die Spielgeräte an der Neustädter Straße ein Stück weiter: Endlich kann es losgehen mit dem Neubau für eine integrative Kita der Evangelischen Kirche in Halle. „Das neue Jahr fängt mit guten Nachrichten an“, freut sich Superintendent Walter Hempelmann am Donnerstag über den Startschuss für das Mammutprojekt, das nach zweieinhalb Jahren Planung zum Sommer 2021 realisiert wird.

Die Kita für Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen dürfte dann wegen steigender Baukosten und mit Einrichtung nahezu drei Millionen Euro kosten, wie Pastor Dirk Leiendecker als Vize-Superintendent und „Baubegleiter“ des Kreissynodalvorstandes einräumt. Gerade die ohnehin schwierige Finanzierungs- und Zuschussfrage hatte die Pläne für den Neubau im vergangenen Sommer noch einmal umgeworfen. Die Crux: Seit Mai fördert das Land den Bau neuer Einrichtungen, wie das WB berichtet hat.

Keine weitere Verzögerung

Die Baugenehmigung liegt vor und seit Weihnachten auch der Förderbescheid. Um den Zuschuss in Höhe von 1,3 Millionen Euro zu bekommen, aber auch keine weitere Verzögerung zu riskieren, soll sogar auf einen Zuschuss verzichtet werden, der schon zugesagt war. Walter Hempelmann: „Wir sind jetzt neu im Gespräch mit der Stiftung Wohlfahrtspflege.“

Sämtliche Anträge mussten neu eingereicht werden: Statt des ursprünglich anvisierten Investorenmodells steht der Neubau jetzt finanziell auf ganz anderen Füßen: Neben dem 1,3 Millionen-Zuschuss des Landes ist der Kirchenkreis Halle, der mit seinem neuen Kita-Verbund auch als Betreiber auftritt, mit mindestens 1,4 Millionen Euro im Boot. Davon steuert die Kirchengemeinde Halle 366.000 Euro bei und das 3500 Quadratmeter große Grundstück – „eines der schönsten, die wir haben“, wie der Superintendent sagt. Der Kirchenkreis will 300.000 Euro aufbringen. Das bedeutet, dass der Rest – etwa 800.00 Euro – über Darlehen läuft. Weil auch für die Einrichtung Geld benötigt wird (etwa 180.000) und die heilpädagogischen Plätze eingerichtet werden müssen, hofft die Kirche noch auf Sponsoren und Spendengelder. Pastor Burkhard Steinebel: „Statt noch weitere Verzögerungen in Kauf zu nehmen, investieren wir lieber eigenes Geld.“

Ort der Gastfreundschaft

Selbst das nehmen die Bauherren für den ersten Kita-Neubau nach ganz langer Zeit bewusst in Kauf: „Wir haben immer nur angebaut und erweitert“, stellt Hempelmann klar. Dirk Leiendecker ergänzt: „Das ist uns das wert. Wir bauen anders als es das Minimalkonzept des Landes vorsieht.“

Die Vier-Gruppen-Einrichtung (60 Kinder) wird so ausgestattet, dass sie pädagogisch für die Zukunft ausgerichtet ist: mit drei Therapieräumen, geräumigen Gruppenzimmern, mit Hauswirtschaftsbereich, Bewegungshalle, offenem Innenhof und einer großen Fläche für Feste. Marlene Ens, die Geschäftsführerin des Trägerverbundes, und Kita-Fachberaterin Heike Groß sind sich einig dass die heilpädagogischen Plätze für Kinder aus dem Altkreis Halle mit starker geistiger Behinderung und schwerst Mehrfachbehinderungen Leitung und Team vor große Anforderungen stellen. Marlene Ens: „Die Mitarbeiter brauchen eine besondere Qualifikation, zumindest aber Fortbildungen. Sie müssen supervisorisch begleitet werden. Hempelmann: „Auch wegen des inklusiven Zusammenlebens ist das Raumkonzept weiter gefasst als üblich.“ Den alttestamentarischen Namen Mamre als Ort der Gastfreundschaft soll die Kirchen-Kita ganz bewusst tragen – „das ist uns ein Herzensanliegen“. Interkulturell, interreligiös und inklusiv aufgestellt soll sie sein. „Bei Menschen, die einmal zusammengelebt und -gespielt haben, hoffen wir, dass sie sich nie bekriegen“, hofft der Superintendent.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7181286?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516076%2F