Do., 16.01.2020

Vier Autoren lesen in diesem Frühjahr in der Reihe „Litera-Tour“ in Halle Kultur mit einigen Karat

Laden ein zu den Lesungen: Anke Limprecht, Eva Sperner und Susanne Debour.

Laden ein zu den Lesungen: Anke Limprecht, Eva Sperner und Susanne Debour. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB/kg). Kurz, aber mit einigen Karat kommt die Reihe „Litera-Tour“ in diesem Frühjahr daher. Das Kultur-Trio der Stadtverwaltung hat vier Autoren eingeladen, deren Werke durchaus auf literarische Gold schließen lassen – auch wenn sie mit leichter Hand geschrieben sind und die Lesungen einiges Vergnügen versprechen.

„Unser Auftrag ist die Kultur. Wir wollen schon etwas in den Köpfen bewegen“, fasst Susanne Debour vom Kulturbüro der Stadt das Ziel zusammen, das sie gemeinsam mit Bibliothekarin Anke Limprecht und Gleichstellungsbeauftragter Eva Sperner verfolgt. „Uns geht es nicht um eine Maximierung der Anzahl der Gäste bei den Lesungen. Aber wir hoffen schon, dass viele kommen“, sagt Anke Limprecht. Geplant ist als Veranstaltungsort die Stadtbücherei. Bei großer Nachfrage ist die Remise ein Ausweichquartier.

Lesung zu den Bach-Tagen

Den Start macht schon am Dienstag, 21. Januar, um 19.30 Uhr eine Lesung des Publizisten und Schriftstellers Bruno Preisendörfer. Der Schriftsteller, der schon einmal in Halle war, unternimmt mit seinen Zuhörern eine amüsanten Reise in die Zeit von Johann Sebastian Bach und seiner Familie. Pünktlich zu den Bach-Tagen in Halle liest er aus „Als die Musik in Deutschland spielte“. Susanne Debour: „Hier wird einmal von anderer Seite beleuchtet, welch großen Stellenwert die Musik hatte. Sehr lebendig und unterhaltsam liest und erzählt Bruno Preisendörfer darüber, wie Bachs Tinte entstanden ist, wie er mit einer Art Gabel die Linien auf einem Notenblatt gezogen hat“ und welche Singvögel es zum Abendessen gab, zu dem – natürlich – Wein in großen Eimern und Bier serviert wurden.

Auch im Rahmen der Frauenkulturwochen steht die Lesung aus dem Roman „Radio Acitivity“ von Karin Kalisa am Dienstag, 25. Februar. Die Wissenschaftlerin und freie Autorin, deren Debütroman „Sungs Laden“ 2015 lange auf der Bestellerliste stand – übrigens auch bei den Kunden der Stadtbücherei Halle – , schreibt über eine Frau mit einer perfekten Radiostimme. Diese Nora will im Rundfunk einen Täter stellen, dem ihre Mutter als Kind ausgeliefert war. Eva Sperner: „hochinteressant“.

Hommage und Abrechnung

Hommage und zugleich Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie alle Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen, ist der Roman „Otto“, ein Vater von zwei Töchtern, die ihm nicht nur Gutes wünschen. Er ist biestig, aufbrausend, hat wahnwitzige Einfälle und wird pflegebedürftig. Autorin Dana von Suffrin (35) hat promoviert mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus.

Mit seinem „überraschend sinnenfrohen“ Roman „Winterbienen“ stand Norbert Scheuer aus der Eifel auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2019. Held Egidius Arimond ist wegen seiner Epilepsie nicht wehrtauglich, schmuggelt als Fluchthelfer jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die Grenze – und verstrickt sich in Frauengeschichten. „Winterbienen halten den Stock warm, damit die Brut überlebt“, erklärt Susanne Debour. Die Lesung ist für Dienstag, 28. April, geplant.

Wie immer schließt die Reihe wieder ein Literaturgespräch mit Irma Selbitschka ein: Freitag, 28. Februar, um 18 Uhr geht es im Café der Remise um „Herkunft“ von Saša Stanišić und „Die Wand“ von Marlen Haushofer.

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