Mi., 15.01.2020

REWE trennt sich von Frische-Abteilung, setzt auf Eigenmarken und Getränke-Schwerpunkt Eurokauf stellt sich komplett neu auf

Der Rewe-Eurokauf an der Berliner Straße wird sich nach einer Umbaupause vom 24. bis 29. Januar zum Monatsende mit einem komplett neuen Sortimentskonzept bei den Kunden zurückmelden

Der Rewe-Eurokauf an der Berliner Straße wird sich nach einer Umbaupause vom 24. bis 29. Januar zum Monatsende mit einem komplett neuen Sortimentskonzept bei den Kunden zurückmelden Foto: Küppers

Von Stefan Küppers

Halle (WB). Frisches Obst und Gemüse sowie die bei vielen Kunden geschätzte Fleisch- und Käsetheke wird es im Rewe-Markt (Eurokauf) demnächst nicht mehr geben. Stattdessen verändert sich der Schwerpunkt hin zu Getränken und Rewe-Eigenmarken. Kaufmann Lothar Keminer-Hogreve und sein Team haben in diesen Tagen mit einer gründlichen Umstrukturierung des bisherigen Vollsortimenter-Lebensmittelmarktes an der Berliner Straße begonnen.

Wenn der laufende Abverkauf von Lebensmitteln und Drogerieartikel abgeschlossen ist, erfolgt vom 24. bis 29. Januar eine Umbaupause, bevor am 30. Januar die Wiederöffnung geplant ist.

Verkaufsfläche ist mit 800 Quadratmetern viel zu klein für einen Vollsortimenter

Der anstehende Umbau in dem Geschäft mit etwa 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und die Umstrukturierung des vormals umfassenden Lebensmittel-Sortimentes ist tiefgreifend. Doch die Rewe und der 55-jährige Keminer-Hogreve sind überzeugt, dass dieser Schritt notwendig ist. Denn letztlich ist es aus ihrer Sicht eine Reaktion auf die besondere Marktlage in Halle und das sich immer stärker verändernde Umfeld. Insbesondere die Veränderungen beim nahen Lidl-Markt (geplanter Neubau mit dann etwa 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche) sowie auch der geplante Neubau eines Aldi-Marktes am Künsebecker Weg in ähnlicher Größenordnung haben Bewegung in die Zukunftsüberlegen an der Berliner Straße gebracht.

Keminer-Hogreve berichtet von einer eingehenden Standort-Analyse im vergangenen Jahr mit der Rewe, die einen Ausblick auf die kommenden fünf bis zehn Jahre unternahm. Das Ergebnis war laut dem Geschäftsführer eindeutig: Am Standort Berliner Straße, wo bereits seit 40 Jahren der Markt betrieben wird, sind die heutigen Anforderungen an einen Lebensmittel-Vollsortimenter, wie sie von den Kunden auch erwartet würden, nicht zu gewährleisten. Benötigt würden wenigstens zwischen 15oo und 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Das aber sei in dem angemieteten Objekt nicht möglich, zumal man sich mit dem Vermieter auch sehr gut verstehe, betont Keminer-Hogreve, dass es halt für alle passen müsse.

Rewe sucht nun Grundstück für neuen Markt in Halle und strukturiert sofort für die Zukunft um

Stattdessen fahren der Geschäftsführer und die Rewe nun zweigleisig. Der Eurokauf wird zunächst so umstrukturiert, dass in der vorhandenen Größe kaufmännisch für die nächsten Jahre die Zukunft gesichert werden kann. Zum anderen wird nach einem neuen, ausreichend großen Marktstandort in Halle gesucht. Die Stadtverwaltung Halle habe hier bislang leider nicht helfen können, bedauert Keminer-Hogreve. Mögliche Standorte in der Nähe wie zum Beispiel der des Autohauses Orth & Nagel an der Langen Straße, das bekanntlich nach Borgholzhausen ins interkommunale Gewerbegebiet umziehen will, seien letztlich zu klein.

Die Umstrukturierung folgt einem klaren Konzept. Und in dem ist für eine Fleischtheke, die etwa 25 Jahre besteht, kein Platz mehr. Keminer-Hogreve, selbst gelernter Fleischermeister, hat bereits morgens um 5 Uhr mit der Arbeit begonnen, um alles vorzubereiten. „Um 7 Uhr bei Marktöffnung musste alles fertig sein.“ Doch für die qualifizierte Arbeit hinter einer Frischetheke mit fachlicher Beratung war schon lange immer schwerer Personal zu finden, weiß der Kaufmann.

Neuer Schwerpunkt bei Vielfalt und Qualität von Getränken und Spirituosen

Mit dem Umbau verschwindet der aufwändige Frischebereich und es werden neue Schwerpunkte gesetzt. In den Regalen finden sich demnächst vornehmlich die „Ja“-Eigenmarken der Rewe. Die Nahversorgung im Quartier bleibe gewährleistet. Und es wird Platz geschaffen für ein größeres Getränkeangebot. Keminer-Hogreve spricht von über 400 Biersorten, hochwertigen Spirituosen und einem großen Kühlbereich. Die Lotto-Annahmestelle und der Zeitschriftenbereich bleibe ebenso erhalten wie die Bäckerei Thuman. Keminer-Hogreve ist überzeugt, dass das neue Konzept zum Beispiel wegen der besseren Getränkepräsentation ankommen wird. Im übrigen könne er von den Erfahrungen im eigenen Getränkemarkt in Versmold profitieren. Die zwölf Mitarbeiter würden alle gehalten, ebenso bleibe es bei der Öffnungszeit von 7 bis 21 Uhr,

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7196203?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516076%2F