Di., 18.02.2020

Bei Brandeinsatz am Kirchplatz in Halle fällt alkoholisierter Mann (37) übel auf Übergriffe gegen Notärztin

In der Dachgeschosswohnung am Kirchplatz hat es am späten Montagabend in einer Küche gebrannt. Zur Absicherung setzte die Feuerwehr eine Drehleiter auf dem Kirchplatz ein. Stunden zuvor war das spätere Brandopfer schon in der Kirche übergriffig geworden.

In der Dachgeschosswohnung am Kirchplatz hat es am späten Montagabend in einer Küche gebrannt. Zur Absicherung setzte die Feuerwehr eine Drehleiter auf dem Kirchplatz ein. Stunden zuvor war das spätere Brandopfer schon in der Kirche übergriffig geworden. Foto: Feuerwehr/Görlich

Von Stefan Küppers

Halle (WB). Ein Brandeinsatz der Feuerwehr in einer Wohnung am Kirchplatz in der Nacht zu Dienstag, der glimpflich ausgegangen ist, hat verstörende Begleitumstände mit körperlichen und verbalen Übergriffen insbesondere gegen eine Notärztin und Rettungssanitäterin mit sich gebracht. Das alles hatte zudem wenige Stunden zuvor ein Vorspiel, das einen Polizeieinsatz in der Johanniskirche erforderlich machte. Und die Geschehnisse werden nun wohl noch ein Nachspiel haben, und zwar mutmaßlich kein angenehmes für den Hauptbeteiligten, einen 37-jährigen Haller.

Die unerfreulichen Geschehnisse nehmen gegen 20.15 Uhr ihren Anfang

Die unerfreulichen Geschehnisse nahmen laut Polizei ihren Anfang gegen 20.15 Uhr am Montagabend. Zu diesem Zeitpunkt wollte ein 22-jähriger Mitarbeiter der ev. Kirchengemeinde die Johanniskirche abschließen. Doch der alkoholisierte 37-Jährige wollte die Kirche trotz Aufforderung nicht verlassen. Stattdessen wurde der Mann laut Polizei verbal aggressiv, beleidigte den 22-Jährigen aufs Übelste und spuckte ihn sogar an. Durch die hinzugerufenen Polizeibeamten erhielt der Mann einen Platzverweis, dem er auch nachkam.

Der 37-jährige ist Mieter einer Dachgeschosswohnung an eben diesem Kirchplatz beziehungsweise an der Rosenstraße. Und in dieser Wohnung, genauer in der Küche, wurde gegen 23 Uhr ein Brand gemeldet. Bei Eintreffen der Feuerwehr hatten die Bewohner bereits das Haus verlassen.

Zwei Trupps gehen unter Atemschutz zu dem Brandherd in die Küche vor

Wie Einsatzleiter Christian Herden, der etwa 45 Einsatzkräfte der Löschzüge Halle und Hörste führte, schilderte, konnte dank des schnellen Eintreffens ein größerer Schaden auch für die eng stehenden Nachbargebäude verhindert werden. Dazu gingen zwei Trupps unter Atemschutz zu dem Brandherd in die Küche vor und hatten das Feuer schnell im Griff. Zur Absicherung war mit einem anspruchsvollen Fahrmanöver die Drehleiter auf dem Kirchplatz ausgefahren worden.

Der Alkoholisierte fiel der Feuerwehr schon bei ihrem Eintreffen negativ auf

Doch für all das hatte der 37-jährige Bewohner, der sich laut Polizei bei Rettungsversuchen in seiner Küche Brandverletzungen ersten Grades zugezogen hatte, offenbar keinen Blick. Stattdessen fiel der Alkoholisierte der Feuerwehr schon bei ihrem Eintreffen negativ auf, weil er immer wieder in die Wohnung zurück wollte. Sein Verhalten eskalierte der Polizei zufolge, als er sich einer Notärztin mit fremdländischen Aussehen gegenüber wiederholt fremdenfeindlich äußerte und auch eine Rettungssanitäterin beleidigte. Außerdem soll es im Rettungswagen zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. Eine Polizeisprecherin kündigte eine Prüfung und konsequente Verfolgung der Vorwürfe an. Durch Gesetzesänderung sind An- und Übergriffe gegen Rettungskräfte denen gegenüber Polizeibeamten gleichgestellt. Damit besteht ein Strafrahmen, der bei leichteren Taten Geldstrafen oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vorsieht.

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