Corona-Krise: Kita- und Schulkinder müssen zuhause bleiben
Warum viele Eltern keine Notbetreuung erhalten werden

Halle (WB). Der Kreis Gütersloh hat am Freitagnachmittag die Zahl der aktuell mit dem Corona-Virus laborbestätigt Infizierten im Kreisgebiet mit 27 beziffert. Drei werden dem Altkreis Halle zugeordnet, zwei in Steinhagen und jetzt auch einer in Borgholzhausen. Die übrigen Fälle verteilen sich laut Mitteilung des Kreises auf Gütersloh (8 Personen), Rietberg (5), Rheda-Wiedenbrück (3), Schloß Holte Stukenbrock (3) und Verl (5). Alle bekannten Fälle sind dem Kreis zufolge weiterhin reisebedingt: Es handele sich um Rückkehrer aus Österreich, Italien und Südfrankreich.

Freitag, 13.03.2020, 22:26 Uhr aktualisiert: 13.03.2020, 22:28 Uhr
Die säuberlich aufgestellten Gummistiefel von Kindern in Kitas und Grundschulen können auch sinnbildlich verstanden werden. Viele Eltern stehen im übertragenen Sinne mit einem Betreuungsproblem im Regen. Foto: Genuit-Thiessen
Die säuberlich aufgestellten Gummistiefel von Kindern in Kitas und Grundschulen können auch sinnbildlich verstanden werden. Viele Eltern stehen im übertragenen Sinne mit einem Betreuungsproblem im Regen. Foto: Genuit-Thiessen

Antrag für Notbetreuung geht online an Eltern raus

Mit der vom Land angeordneten Schließung der Schulen und Kitas und der Ausweitung der Osterferien auf zunächst einmal fünf Wochen vom 16. März bis 17. April trifft die Corona-Krise nun auch Familien mit Kindern mit voller Wucht. Benjamin Potthoff, Abteilungsleiter für den Bereich Ordnung im Haller Rathaus, erläuterte dem WB am Freitag, warum von Seiten der Stadt Halle eine Notfallbetreuung für Kinder, deren Eltern nicht in bestimmten Funktionsbereichen unabkömmlich sind, nicht gewährleistet werden kann. Laut Erlass der Landesregierung gehören zu den unverzichtbaren Funktionsbereichen Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, Ärzte sowie Klinik- und Pflegepersonal, Justizbehörden sowie Sonder- und Ordnungsdienste, Einrichtungen des Katastrophenschutzes und Angehörige der Bundeswehr. Ein entsprechender Antrag für Notbetreuung wird den Eltern von den Schulen entweder per Mail zugeschickt oder aber von Montag an in Grundschulen und Kitas persönlich mitgegeben.

Kinder sollen zuhause bleiben

Am Montag und Dienstag gibt es zwar keine Schulpflicht mehr. Aber Kinder der Klassen 1 bis 6 (Ältere werden als nicht mehr betreuungspflichtig angesehen) werden von den Haller Schulen betreut, wenn Eltern sie in die Schule schicken. „Es findet dann aber kein Unterricht statt“, betont Benjamin Potthoff. Es macht auch keinen Unterschied, ob Kinder zum Beispiel in einer OGS-Betreuung angemeldet sind. Ab Mittwoch, 18. März, werden Kitas und Schulen mit einem Betretungsverbot komplett geschlossen und es gibt besagte Notbetreuung nur für Kinder besagter Funktionsträger. Potthoff: „Wir müssen in nächster Zeit Sammeleinrichtungen vermeiden, damit möglichst wenig Sozialkontakte entstehen. Da sieht der Erlass auch keine Spielräume. Es geht darum sicherzustellen, dass die Kinder zuhause bleiben.“

Landrat Adenauer übt Kritik

Landrat Sven-Georg Adenauer übte am Freitagabend Kritik. Er sieht es als unklar an, wie die Notbetreuung praktisch umgesetzt werden soll. Adenauer forderte das Land auf, Klarheit zu schaffen.

Lindenbad ist bereits geschlossen

Die massiven Einschränkungen im Alltag, die jetzt Eltern zu spüren bekommen, wird die Stadt Halle in den nächsten Tagen mutmaßlich auch auf andere Bereiche ausweiten, wie Benjamin Potthoff andeutete. Das von den TWO betriebene Lindenbad ist Corona-bedingt bis einschließlich 18. April bereits geschlossen worden. Am Montag will die Stadt Potthoff zufolge auch über die Schließung des Jugendzentrums und der Stadtbücherei entscheiden. Das Bürgerbüro am Rathaus soll nur noch für wirklich dringende Angelegenheiten aufgesucht werden. Und das Standesamt wird den Besucherandrang im Trauzimmer begrenzen. Schließlich ist damit zu rechnen, dass die Stadt Halle am Montag die Sporthallen und Sportplätze für den Trainingsbetrieb sperren wird. Schließlich deutete Potthoff an, dass die Stadt auch bei Veranstaltungen unter 1000 Besuchern ähnlich wie Bielefeld Verbote aussprechen will. Unklar ist, ob Events bis 199 Personen noch zugelassen werden oder ein generelles Veranstaltungsverbot ausgesprochen wird.

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