Mo., 23.03.2020

Keine Auswirkung auf Betrieb des Klinikums – Haller Krankenhaus bereitet sich auf Herausforderungen vor Fünf Corona-Infektionen im Haller Dialyse-Zentrum

Blick aufs separierte private Dialyse-Zentrum auf dem Klinikum-Gelände. Das DRK hat nach Anweisung der Kreises Gütersloh die Transporte der Dialyse-Patienten übernommen. Im Bild ist ein Krankentransportwagen des DRK zu sehen, der statt Taxis die Dialysepatienten fahren soll.

Blick aufs separierte private Dialyse-Zentrum auf dem Klinikum-Gelände. Das DRK hat nach Anweisung der Kreises Gütersloh die Transporte der Dialyse-Patienten übernommen. Im Bild ist ein Krankentransportwagen des DRK zu sehen, der statt Taxis die Dialysepatienten fahren soll. Foto: Küppers

Von Stefan Küppers

Halle (WB). Im Haller Dialyse-Zentrum auf dem Gelände des Klinikums an der Winnebrockstraße sind zwei Dialyse-Patienten sowie drei Mitarbeiter des Zentrum positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Dies hat der Kreis Gütersloh auf Nachfrage des WB bestätigt. Derweil gibt es im Haller Klinikum selbst bisher keinen Corona-Fall, weder bei Patienten noch Mitarbeitern. Planvoll laufen im Krankenhaus unterdessen die Vorbereitungen für die erwarteten Herausforderungen in den kommenden Tagen und Wochen.

Corona-freie Dialyse-Patienten werden auf andere Zentren verteilt

Wie vom Kreis Gütersloh zu erfahren war, der über seine Gesundheitsbehörde Anweisungen an den Betreiber des Dialyse-Zentrums erteilt hat, werden in Halle derzeit nur die Corona-positiv getesteten nierenkranken Patienten behandelt. Alle anderen werden demnach auf andere Einrichtungen der Region verteilt. Nachdem am Wochenende wegen der Infektionen in dem privaten Haller Dialyse-Zentrum der Krisenstab des Kreises zusammengetreten war, ist wie berichtet die Anweisung ergangen, dass Dialyse-Patienten nicht länger mit normalen Taxis transportiert werden dürfen. Die Krankentransporte werden nunmehr durch Mitarbeiter und Fahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes mit Unterstützung des Kreises durchgeführt. Die Patienten benötigen nach Angaben des Zentrumsleiters Dr. Hans-Herbert Echterhoff etwa alle drei Tage eine Dialyse.

Klinikum Halle hat Sonderbereich mit zunächst zwölf Corona-Betten geschaffen

Auf den Betrieb im Klinikum haben die Corona-Fälle keine Auswirkung. Alle Eingänge des Krankenhauses sind mittlerweile routinemäßig geschlossen und Zutritt ins Gebäude erlangen sowohl Besucher als auch Mitarbeiter nur nach Klingeln und persönlicher Öffnung. Wie Klinik-Sprecher Axel Dittmar und Halles Pflegedienstleiterin Maria Heckmann berichten, sind die Vorbereitungen für die Behandlung der bald erwarteten Corona-Fälle weit fortgeschritten . Wie zu hören ist, wurde im Bereich der Lungenheilkunde ein isolierter Bereich mit zunächst zwölf Betten geschaffen. Den Angaben zufolge kann dieser Bereich auch jederzeit erweitert werden. Das Klinikum verfügt derzeit über acht Intensiv-Betten. Es ist aber zu hören, dass noch weitere Behandlungsplätze mit Beatmungsgeräten eingerichtet werden können. Für Abstriche bei Patienten mit Verdacht auf Corona-Infektion wurden laut Klinikum abgetrennte Bereiche geschaffen, sodass diese Zugänge nicht mehr über die zentrale Notaufnahme geschleust werden müssen.

Zusätzliche Intensiv-Pflegekräfte werden in täglicher Praxis geschult

Das mit 168 Planbetten ausgestattete Haller Klinikum hat seine Belegung derzeit durch Verschiebung aktuell nicht unbedingt notwendiger Operationen auf deutlich unter 100 Patienten reduziert, um die erwarteten Kapazitäten vorhalten zu können. Im Klinikum sind 45 Ärzte und etwa 120 Mitarbeiter in der Pflege tätig. Derweil werden laut Maria Heckmann Pflegende gezielt auf die Corona-Herausforderungen vorbereitet. „Hier sind alle bemüht, konzen-triert zu sein und die Ruhe zu bewahren“, sagt die Pflegedienstleiterin. Das betreffe auch das Verhalten in Pausen, in denen man nicht zusammenhocken könne.

Wichtiger Teil der aktuellen Arbeit sei das Schulen von Pflegern und Pflegerinnen, die den Bereich Intensivmedizin unterstützen sollen. „Das funktioniert nach dem Prinzip learning-by-doing in der Praxis sehr gut. In der Not geht vieles“, sagt Heckmann.

Dankeschön für das Spenden von Atemschutzmasken

Die Materialausstattung im Klinikum Halle sei im Moment ausreichend, sagt Pflegedienstleiterin Maria Heckmann. Dennoch freut sie sich über Spenden und schöne Gesten von außerhalb. Das Amtsgericht Halle hatte einige Schutzmasken übrig und überließ sie dem Klinikum. Und auch der Haller Bauunternehmer Kurt Wagemann hat fürs Klinikum sowie heimische Hausärzte etwa 100 Atemschutzmasken (Standard FP2) und 50 Schutzanzüge gespendet, die von ihm sonst bei Abbrucharbeiten eingesetzt werden. „Das hatte vielleicht einen Einkaufswert von 1600 Euro und wir konnten darauf verzichten“, sagt Kurt Wagemann. Ähnliche Spenden aus der Wirtschaft erhofft sich auch Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der ProWi GT, Kontakt über E-Mail: materialspenden@kreis-guetersloh.de

 

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7340559?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516076%2F