Corona-Krisenstab bittet dringend um weitere Materialspenden für das medizinische und pflegerische Personal
Kreis Gütersloh bittet Bundeswehr um Hilfe

Gütersloh (WB). Der Krisenstab, der am Donnerstag zu seiner 7. Sitzung zusammenkam, hofft auf weitere Spenden. Was bisher an persönlicher Schutzausrüstung (PSA) - also Atemschutzmasken, Einmalhandschuhe, Schutzbrillen und Kittel - eingegangen ist, sei gemessen am Bedarf noch überschaubar, so Thomas Kuhlbusch, Leiter des Krisenstabs.

Donnerstag, 26.03.2020, 22:40 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 22:42 Uhr
Blick in eine Sitzung des Corona-Krisenstabes im Kreishaus Gütersloh. Die großen Abstände der Teilnehmer untereinander sind der Sicherheit geschuldet, damit es nicht zu Ansteckungen kommen kann. Foto: Kreis Gütersloh
Blick in eine Sitzung des Corona-Krisenstabes im Kreishaus Gütersloh. Die großen Abstände der Teilnehmer untereinander sind der Sicherheit geschuldet, damit es nicht zu Ansteckungen kommen kann. Foto: Kreis Gütersloh

Im gleichen Atemzug dankte er allen Spendern ausdrücklich, unter ihnen Klein-Spender, die etwa acht Kittel gespendet haben oder 21 Schutzbrillen, aber auch viele Firmen aus dem Kreis Gütersloh, die größere Mengen gespendet haben. An letztere hatte sich der Spendenaufruf ausdrücklich gerichtet. Insgesamt sind mehr als 5.000 Atemschutzmasken unterschiedlichster Bauart nach dem ersten Spendenaufruf des Krisenstabs gestiftet worden. Zudem Besucherkittel, OP-Mäntel, Schutzbrillen, Schutzoveralls, Infektionsschutzanzüge und vieles mehr.

10.000 Atemschutzmasken bei Bundeswehr angefragt

Am Vortag hatte das Kreisverbindungskommando - das ist der Bundeswehroffizier, der als Verbindungsperson zur Abteilung Bevölkerungsschutz tätig ist - die Bundeswehr um Unterstützung und die Lieferung von 10.000 Atemschutzmasken sowie weiterem Materials gebeten, da der Kreis Gütersloh in Ostwestfalen am stärksten betroffen ist. Ob dieser Bitte entsprochen wird, ist ungewiss.

“Wir brauchen dringend mehr Material”, lautet der Appell von Krisenstabsleiter Kuhlbusch. “Denn wir müssen befürchten, dass bei den weiter steigenden Fallzahlen das, was bisher noch an Reserven vorhanden ist, schnell aufgebraucht sein wird”.

 

Privatleute und Firmen werden um Spenden gebeten

Um die Annahme von Spenden, die Sichtung kommerzieller Angebote von Herstellern und Händlern sowie die Verteilung zu regeln, hat der Krisenstab in der Abteilung Bevölkerungsschutz die Arbeitsgruppe für die Bewirtschaftung der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) ins Leben gerufen. Die Arbeitsgruppe hat zwei E-Mailadressen eingerichtet:

Unter Materialspenden@kreis-guetersloh.de können sich Spender melden.

Die E-Mail PSA@kreis-guetersloh.de steht für kommerzielle Anbieter, aber auch für Arztpraxen und Krankenhäuser zur Verfügung, die dringenden Bedarf haben. Grundsätzlich ist die Kassenärztliche Vereinigung für die Versorgung der Arztpraxen mit Persönlicher Schutzausrüstung zuständig, die aus der Materialbeschaffung des Bundes beliefert werden soll. “Nach den Maßgaben des Krisenstabes, in dem auch anlassbezogen ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe vertreten ist, können in Not- und Ausnahmefällen einzelfallbezogen aber auch Praxen unterstützt werden”, so Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch.

Krisenstab will medizinische Versorgung sichern

Die oberste Priorität des Krisenstabs liegt auf der Sicherstellung der medizinischen Versorgung, sodass Krankenhäuser und die Rettungsdienste an erster und zweiter Stelle stehen. Dann folgen Arztpraxen, die Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe und schließlich Einrichtungen der Kinder- und Jugendpflege. Sollten in Alten- und Pflegeeinrichtungen oder in Einrichtungen der Eingliederungshilfe Fälle CoViD-19-positiver Patienten oder sogenannte Kontaktpersonen der Kategorie I auftreten, wird es in diesen Bereichen schnell Hilfe geben.

 

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