Bebauungsplan soll ohne die übliche Sitzung aufgestellt werden – Stadt will die breite Infomation interessierter Einwender sicherstellen
Storck-Erweiterungsverfahren wird auch ohne politische Beratung zügig fortgesetzt

Halle (WB). Die Bauleitplanverfahren zur Erweiterung der Firma Storck soll trotz der Corona bedingten politischen Beratungspause fortgeführt werden. In Bezug auf die gemeindliche Bauleitplanung haben sich die Stadtverwaltung auf der einen und Vertreter der Kommunalpolitik auf der anderen Seite auf ein Vorgehen außerhalb von sonst üblichen Ausschusssitzungen verständigt.

Mittwoch, 15.04.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 15.04.2020, 05:02 Uhr
Blick auf das Storck-Gelände vom westlichen Ende von Lönsweg/Holtfelder Straße aus. Die Aufnahme entstand bereits im März. Die Baustelle im Vordergrund ist bereits weiter fortgeschritten. Diese Neubauten haben nichts mit der großflächigen Erweiterungsplanung auf der östlichen Seite zu tun. Foto: Ulrich Fälker
Blick auf das Storck-Gelände vom westlichen Ende von Lönsweg/Holtfelder Straße aus. Die Aufnahme entstand bereits im März. Die Baustelle im Vordergrund ist bereits weiter fortgeschritten. Diese Neubauten haben nichts mit der großflächigen Erweiterungsplanung auf der östlichen Seite zu tun. Foto: Ulrich Fälker

Wie mehrfach berichtet , will der Süßwarenriese Storck das Unternehmen am Standort Halle um etwa 18 Hektar in Richtung Osten erweitern. Mittelfristig soll so Raum geschaffen werden, um geplant unter anderem drei weitere Werkhallen und ein Verwaltungsgebäude sowie eine neue Zufahrt mit einem großen Lkw-Abstellplatz hin zur Haller Westumgehung (L782) in größerer Nähe zur A33-Auffahrt zu schaffen.

Bislang lief das Planverfahren sehr konsensorientiert

Nachdem die Beratungen zur Storck-Erweiterung und die dafür nötigen Änderungen des Regionalplanes auf Bezirksebene in Detmold bereits sehr konsensorientiert und in einer schon großen Intensität und Detailtiefe gelaufen sind (Beschlussempfehlungen von Fachgremien in Detmold liefen einvernehmlich und auch mit Zustimmung der Grünen), geht es nun an die Feinjustierungen auf gemeindlicher Ebene.

Wie Michael Flohr, Abteilungsleiter in der Haller Bauverwaltung erläutert, ist im Rathaus beschlossen worden, die Vorbereitung eines Änderungsbeschlusses für den Flächennutzungsplan sowie die Vorbereitung eines Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan einzuleiten und die notwendige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit durchzuführen. Später könnten dann der Haupt- und Finanzausschuss, der Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss sowie der Stadtrat im Zuge der Auswertung der Bürgerbeteiligung über den weiteren Verfahrensgang entscheiden.

Wasserproblematik erscheint den Fachbehörden lösbar

Wie Flohr weiter erklärt, soll die Beteiligung der Öffentlichkeit möglichst über das Internet erfolgen und auch die Pressearbeit verstärkt werden. „Die Anlieger von Storck werden von uns schriftlich benachrichtigt. Und wir werden ihnen Pläne zuschicken“, so Flohr. Wer darüber hinaus in die Planwerke im Rathaus persönlich Einsicht nehmen möchte, kann entsprechende Termine unter Einhaltung der Corona-Sicherheitsvorschriften ausmachen.

Als ein mögliches Konfliktthema war nach den bisherigen Diskussionen eine von Storck geplante neue Brunnenbohrung sowie der Wasserverbrauch des Unternehmens erschienen. Nach den Diskussionen im Erörterungstermin bei der Bezirksregierung, die wie berichtet viel Konsens auch mit Umweltverbänden brachten, waren die beteiligten Wasserbehörden laut Flohr der Auffassung, dass das Problem lösbar ist und bei der Baugenehmigung geklärt werden kann. Zur Wasserförderfrage wird ebenso ein eigenständiges wasserrechtliches Genehmigungsverfahren geführt (ein hydrogeologisches Gutachten steht vor der Fertigstellung) wie zur Öffnung des bislang teilweise verrohrten Laibaches auf dem Storck-Gelände und der damit verbundenen Neuverlegung des Gewässers.

Ausgleichsflächen-Problem soll in Halle gelöst werden

Eine weitere Herausforderung im Planverfahren ist die Organisation von Ausgleichsflächen für den bevorstehenden Eingriff. Hier strebt Michael Flohr die Lösung des Problems vollumfänglich auf dem Gebiet der Stadt Halle an. Das Ausweichen auf andere Kommunen – im Gespräch sind hier landwirtschaftliche Eigentumsflächen der Firma Storck in Werther – will Michael Flohr bestmöglich vermeiden und ist positiv gestimmt, dass dies gelingen kann. „Ich hoffe, dass wir in dieser Frage noch zu Gesprächen mit den Naturschutzverbänden kommen. Die haben oft gute Ideen“, setzt Michael Flohr weiterhin auf Gemeinsamkeiten.

Unterm Strich ist es Flohr wichtig, dass das Planverfahren weiter zügig voran kommt. Denn bedingt durch naturschutzrechtliche Beschränkungen (zum Beispiel der Zeitpunkt des Einschlags von Bäumen) könne schnell mal ein ganzes Jahr verloren gehen. „Wir wollen in Halle jedenfalls nicht der limitierende Faktor sein. Und die Wirtschaftskraft des Unternehmens Storck könnte uns in Halle nach der Corona-Krise noch gut tun“, meint Michael Flohr.

Darum steht Storck bei aktuellen Neubauten auf dem Betriebsgelände unter gewissem Zeitdruck

Auf dem Gelände der Firma Storck sind wieder Bauarbeiten zu verzeichnen. Nach Auskunft von Unternehmenssprecher Dr. Bernd Rößler handelt es sich unter anderem um Neubauten im logistischen Bereich. Das Unternehmen setzt dabei seine planmäßigen Betriebserweiterungen auf seinem bisherigen Firmengelände fort, die bereits in den vergangenen Jahren Investitionen in jeweils höherer zweistelliger Millionenhöhe umfassten.

Die aktuellen Bauarbeiten laufen in einem beschränkten Zeitfenster, wie Rößler erläutert. Denn bevor die Firma Amprion wie lange geplant ihre neue große 380-KV-Stromtrasse in Halle weiterführen kann, die auch über das Storck-Gelände führt, müssen alle Bauten unter der Trasse vollendet sein.

In der Corona-Krise sei Storck als Unternehmen der Lebensmittel-Wirtschaft derzeit stark herausgefordert, erläutert Rößler auf Nachfrage. Zwar gälten Süßigkeiten als eher krisensicher, doch auch für die Storck-Beschäftigten sei das Arbeiten in der allgemein angespannten Corona-Lage schwieriger geworden.

 

 

 

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