Stadt Halle stellt neun Mitfahrbänke im Zentrum und den Ortsteilen auf
Moderne Art des Trampens

Halle (WB). Eigentlich sollten sie schon im vergangenen Jahr aufgestellt werden, doch die ganze Geschichte hat sich verzögert. Nun aber sind sie da: Neun Mitfahrbänke sollen den Hallern künftig ermöglichen, einfacher von A nach B zu kommen.

Mittwoch, 15.04.2020, 20:00 Uhr
Schlichte, hübsche Holzbänke – das sind die neuen Mitfahrbänke in Halle, hier an der Bahnhofstraße. Insgesamt sind im Stadtgebiet neun Bänke aufgestellt worden.
Foto: Stefanie Winkelkötter

Die hübschen Holzbänke sind vor kurzem aufgestellt worden, ein Schild mit der Aufschrift „Mitfahrbank“ samt nach oben gerichtetem Daumen zeigt, dass derjenige, der auf der Bank Platz genommen hat, darauf wartet, dass ein Autofahrer stoppt und ihn mitnimmt. Wohin er möchte, kann der Nutzer der Mitfahrbahn ebenfalls anzeigen – verschiedene Richtungswünsche können einfach per Schild ausgeklappt werden.

Standorte, an denen viele Autos vorbeikommen

An der Bank, die an der Bahnhofstraße steht, stehen Schilder Richtung Künsebeck, Hesseln, Gartnisch und Ascheloh zur Wahl. „Wir haben uns gefragt, wohin die Leute vom jeweiligen Standort wohl wollen. Aus dem Haller Zentrum sucht vermutlich niemand eine Mitfahrgelegenheit nach Gütersloh“, erklärt Benjamin Potthoff, bei der Stadt Halle unter anderem zuständig für Angelegenheiten des öffentlichen Personennahverkehrs.

Neben den beiden Bänken an der Bahnhofstraße im Haller Zentrum­ stehen jeweils zwei in Kölkebeck und Hörste und jeweils eine in Hesseln, Künsebeck und Bokel. „Die Bänke stehen an Stellen, an denen viele Autofahrer vorbeikommen“, sagt Benjamin Potthoff. In Hörste stehen die Bänke auf beiden Seiten der Hörster Straße, in Kölkebeck am Gemeindehaus beziehungsweise in der Nähe der Tennisplätze, in Hesseln am Sportplatz, in Künsebeck an der Hauptverkehrsstraße und in Bokel am Gemeindehaus. Ob die Bänke aktuell schon angenommen werden, kann Benjamin Potthoff nicht sagen: „Wir führen keine Statistik.“ Dass Menschen allerdings in Corona-Zeiten zu Wildfremden ins Auto steigen, scheint zumindest fragwürdig. Vermutlich werden die Bänke erst richtig angenommen, wenn diese Krise vorbei ist.

Kinder sind nicht die Zielgruppe

Dennoch: Als Ergänzung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs sind Mitfahrbänke schon in manchen Orten eine beliebte Einrichtung – im Kreis Gütersloh gibt es bereits welche unter anderem in Borgholzhausen, Steinhagen und Schloß Holte-Stukenbrock.  Gerade im ländlichen Raum gilt diese Art des „modernen Trampens“ als geeignetes Mittel, die Mobilität zu steigern. Kritik gibt’s allerdings auch – Eltern trichtern ihren Kinder immerhin stets ein, nie zu fremden Menschen ins Auto zu steigen. „Kinder sind auch nicht die Zielgruppe“, sagt dazu Benjamin Potthoff. „Es geht eher um Senioren, die sonst nicht so mobil sind. Natürlich steigt jeder aufs eigene Risiko ein, aber jeder kann sich den Fahrer ja auch erstmal ansehen. Wenn man sich unwohl fühlt, steigt man nicht ein.“

Potthoff berichtet davon, dass die Mitfahrbänke manchen Menschen auch als Treffpunkte dienen, um zu Klimaschutzzwecken Fahrgemeinschaften zu bilden. „Und es ist eine Möglichkeit, Kontakte zu pflegen und ins Gespräch zu kommen.“ Finanziert wurden die neun Mitfahrbänke aus dem städtischen Haushalt, den Antrag auf Aufstellung hatten seinerzeit Bündnis 90/Die Grünen gestellt.

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