Trotz Lockerung der Corona-Vorgaben muss Ordnungsamt einschreiten
Mehr als 60 Geldbußen verhängt

Halle (WB). Abstand, Abstand, Abstand – auch die Haller sind es leid. Dennoch halten sich die allermeisten in Zeiten von Corona an die Vorgaben. Allerdings gibt es Ausnahmen: Seit dem Verhängen der Schutzverordnung vor fast drei Wochen hat das Haller Ordnungsamt mehr als 60 Bußgeldverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten in die Wege geleitet. „Überwiegend waren es junge Leute, die gegen das Kontakt- und Versammlungsverbot verstoßen haben, aber auch Ältere waren dabei“, sagt Regina Bresser.

Freitag, 17.04.2020, 07:00 Uhr
Fachbereichsleiterin Regina Bresser. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen
Fachbereichsleiterin Regina Bresser. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

„Wir kontrollieren natürlich weiter“, macht die Fachbereichsleiterin darauf aufmerksam, dass die Bürger trotz der angekündigten Lockerungen nach wie vor angehalten sind, die Kontakte zu anderen auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren und in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten. Ein Pool von 15 Mitarbeitern der Stadtverwaltung ist derzeit unterwegs, um vor allem ein Auge auf einschlägig bekannte Treffpunkte zu haben. Neben den abgesperrten Spielplätzen gehören übrigens auch der Friedhof und die „Kaffeemühle“ dazu, wo Besucher gern einmal das Kontaktverbot vergessen. Die Pausenhöfe der Schulen und der Skatepark sind dagegen vorwiegend bei den Jugendlichen beliebte Hotspots. Regina Bresser: „Darum flankieren auch die Kollegen aus dem Jugendzentrum unsere Leute.“

Keine „Corona-Partys“

Größere „Corona-Partys“ haben die Haller bisher nicht gefeiert, freut sich die Fachbereichsleiterin Bürgerdienste. Das Ordnungsamt habe allerdings einmal einschreiten müssen, weil sich sechs Personen abends mit Musik und alkoholischen Getränken getroffen hätten. Der Verstoß gegen das Kontaktverbot sieht bekanntlich ein Bußgeld von 200 Euro pro Person vor.

Sprunghaft angestiegen sind seit Mittwoch wieder die Anfragen im Rathaus in puncto Ladenöffnungen. Regina Bresser muss viele verunsicherte Geschäftsleute allerdings noch vertrösten. „Wir warten händeringend auf konkretere Informationen vom Land. Denn wir wissen bislang nicht, ob kleinere Geschäfte womöglich Konzepte zur Einhaltung der Hygienevorschriften bei uns einreichen müssen. Wir können auch noch nicht sagen, ob es einen Bewegungsspielraum für größere gibt, ob man vielleicht einzelne Abteilungen absperren könnte.“ Geschäfte über 800 Quadratmeter Größe, die auch nach der Lockerung der Vorschriften noch geschlossen bleiben müssen, sind in Halle neben dem Gerry-Weber-Outlet noch Möbel Vollmer und das Modehaus Brinkmann.

Schulbegehung für die Hygiene

Detaillierter scheinen da die Vorgaben für die Schulen. Regina Bresser: „Die Viertklässler der Grundschulen sollen zum 4. Mai wieder zur Schule. Und wenn wir richtig lesen, die 10. Klassen der Gesamtschule und die Abiturienten ab Mittwoch, 23. April. Das Gebäudemanagement und die Schulleiter vereinbaren deshalb jetzt Termine für Schulbegehungen, um die Hygienefragen zu klären. Zudem müssen wir schauen, ob man für den Schulbusverkehr kleine Gruppen bilden kann oder ob es bei Einzellösungen bleiben muss, wenn nur in den Hauptfächern unterrichtet wird“. Vor wenigen Tagen waren in den Haller Grundschulen insgesamt 20 Kinder in der Notbetreuung.

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