Weiterführende Schulen in Halle bereiten auf Prüfungen vor, doch es wird für die Schüler nicht die üblichen Abschlussfeiern geben können
Alles anders ist als zuvor

Halle (WB). Wenn am kommenden Donnerstag auch an der Haller Gesamtschule und dem Kreisgymnasium der Schulbetrieb zumindest für die jeweiligen Abschlussjahrgänge wieder aufgenommen wird, kann von einer Rückkehr zur Normalität beileibe keine Rede sein. Denn vieles wird anders als zuvor bleiben. Und insbesondere für die Schüler, die ihren ersten großen Lebensabschnitt abschließen, könnte das persönlich schmerzhaft werden.

Samstag, 18.04.2020, 10:00 Uhr
Blick auf das Kreisgymnasium in Halle, wo nach den Osterferien der Schulbetrieb nur für den Abiturjahrgang wieder anläuft. Foto: Stefan Küppers
Blick auf das Kreisgymnasium in Halle, wo nach den Osterferien der Schulbetrieb nur für den Abiturjahrgang wieder anläuft.

Der erste Abschlussjahrgang an der Gesamtschule wird nicht feiern können

Beispiel Gesamtschule: Bei dieser Schule im Aufbau ist der jetzige zehnte Jahrgang auch der erste Abschlussjahrgang, zumindest für die, die nicht fürs Abitur in die Oberstufe wechseln. „Doch eine große Abschiedsfeier wie unter normalen Umständen wird es nicht geben können“, bedauert Schulleiterin Almuth Burkhardt-Bader sehr. Feiern mit mehreren hundert Gästen sind bis auf weiteres nicht mehr vorstellbar. Das gelte auch für die „Mottotage“ der Abschlussklassen, die sonst für ein Schülerleben ziemlich wichtig sind. Auch am KGH glaubt Direktor Markus Spindler nicht an eine Abiturfeier mit allen Gästen. Ebenso skeptisch ist er, dass der Abi-Ball noch stattfinden kann.

Abstandregeln müssen in Klassen eingehalten werden

Zuvor aber müssen die Prüfungen abgelegt werden. Am KGH hätte man wie ursprünglich vorgesehen sofort nach den Osterferien mit den Abitur-Arbeiten starten können. „Wir waren schon mit allem durch“, erläutert Spindler. Stattdessen muss das KGH jetzt weitere Lehrstoff-Wiederholungen für alle Abiturfächer organisieren, bevor nun landesweit einheitlich am 12. Mai das Abitur beginnt. Wenn bis Dienstag alle Rückmeldungen von den 90 angehenden Abiturienten vorliegen, ob sie an den freiwilligen Unterrichtsangeboten teilnehmen wollen, kann die Schulleitung die Abiturkurse aufteilen, sodass in Räumen auf jeden Fall Abstandsregeln eingehalten werden können.

Lehrer über 60 Jahre werden zu den Corona-Risikogruppen gezählt

Eine Aufteilung der vier Abschlussklassen in acht bis zwölf Lerngruppen die ausschließlich in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch unterrichtet werden, muss die Gesamtschule organisieren. Das erfordert nicht nur ein neues Schichtsystem im Stundenplan, sondern auch einen höheren Fachlehrereinsatz als sonst üblich. Ein Problem ist, dass Lehrer, die zu Risikogruppen zählen (über 60 Jahre alt, Schwangere oder Menschen mit Vorerkrankungen), nicht eingesetzt werden sollen.

Die landesweit zentralen Abschlussprüfungen für die Zehntklässler sind abgesagt. Stattdessen werde es für besagte Hauptfächer abschlussähnliche Klassenarbeiten geben, erläutert Almuth Burkhardt-Bader. „Klar ist aber, dass in dieser Situation jeder Lehrer mit einem wohlwollenden Auge auf die Schüler guckt“, fügt sie hinzu.

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