„Fridays For Future“-Straßendemos in Werther und Halle fallen aus
Gestreikt wird diesmal online

Werther/Halle (WB). Menschenmassen mobilisieren, um auf den Straßen für Klimagerechtigkeit zu demonstrieren? Das war in Werther und Halle für den 24. April eigentlich fest vorgesehen, ist aber in Zeiten von Corona keine kluge Idee. „Die Fridays for Future (FFF)“-Bewegung im Altkreis Halle schließt sich deshalb Freitag einer gesundheitlich unbedenklichen Protestaktion an: dem #NetzstreikFürsKlima. Der findet – sie der Name schon sagt – weitgehend kontaktlos im Internet statt, soll aber trotzdem wenigstens ein bisschen auch offline sichtbar werden.

Montag, 20.04.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 20.04.2020, 19:26 Uhr
Der bislang größte Klimastreik in Werther fand voriges Jahr im September statt. Die Fridays for Future-Gruppe hätte gern daran angeknüpft – muss ihre Aktivitäten aber wegen der Pandemie ins Netz verlegen. Foto: Margit Brand
Der bislang größte Klimastreik in Werther fand voriges Jahr im September statt. Die Fridays for Future-Gruppe hätte gern daran angeknüpft – muss ihre Aktivitäten aber wegen der Pandemie ins Netz verlegen. Foto: Margit Brand

Wer die Ideen der Klimaschützer unterstützt, ist aufgerufen, Protestschilder, Banner oder ähnliches gut sichtbar ins Fenster zu hängen – quasi als Ergänzung zu den Hoffnungs-Regenbogen, die zurzeit überall zu entdecken sind. „Gerne können auch Fotos von Demo-Schildern an die E-Mail-Adresse altkreishalle@fridaysforfuture geschickt werden. Wir erstellen daraus eine große Collage”, sagt Tobias Rüter vom Orga-Team der FFF-Gruppen im Altkreis Halle.

Protestplakat fotografieren

Sie rufen Streikwillige zudem dazu auf, sich mit ihrem Wohnort und gern auch mit Foto auf einer virtuellen Streikkarte einzutragen. Diese kann über die FFF-Website aufgerufen werden. Passend dazu gibt es einen Profilbild-Generator, mit dem man Freunde und Bekannte auf den fünften globalen Klimastreik aufmerksam machen kann.

Bereits am Mittwoch veröffentlich Fridays For Future eine deutschlandweite FFF-App, in die die Mitmachaktionen ebenfalls integriert sein werden. „Die Links zum Runterladen werden dann auch auf unserer eigenen Homepage www.fridaysforfuture.de/altkreishalle online gestellt”, kündigt Tobias Rüter an. Die lokale Gruppe kann die App nämlich in Teilen auch für ihre eigene Arbeit vor Ort nutzen. So wie sie überhaupt ihre Arbeit im Netz – auch ganz ohne den ja nicht vorhersehbaren Netzstreik – in den vergangenen Monaten intensiviert und professionalisiert hat.

Auf allen Kanälen

Dazu haben sich die bestehenden FFF-Gruppen aus Werther und Halle zusammen getan. Es gibt eigene Auftritte auf Facebook und Instagram, auch WhatsApp wird als Info-Kanal genutzt. „Gerade in Werther sind wir dabei, mehrere bestehende Info-Gruppen zusammen zu führen”, sagt Tobias Rüter. Dazu gehöre auch, dass eng mit den „Parents for Future”-Gruppen zusammen gearbeitet werde. „Das Thema betrifft schließlich alle Generationen”, unterstreicht er und legt allen Interessierten gleich welchen Alters ein ganz neues Newsletter-Angebot ans Herz, das die Altkreis-Gruppe ins Leben gerufen hat. „Anmelden kann man sich ganz einfach unter www.fffuture.de/akh-news.“ Gezielt und nicht etwa gehäuft werde hier über bevorstehende Aktionen und ähnliches informiert.

Dazu gehören auch die inhaltlichen Forderungen nach Veränderungen vor Ort, mit denen die Aktivisten am Freitag erstmals an die Öffentlichkeit gehen wollen. (Netz-)Streik ist in ihren Augen schließlich keine Folklore. Weil eine offizielle Übergabe einer zu Papier gebrachten Resolution unter den aktuellen Umständen ausfällt, werden sie entsprechend auch übers Netz verteilt. Politiker und Verantwortliche werden am Freitag elektronische Post bekommen, kündigt die Gruppe an.

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