Corona-Virus ist jetzt auch auf den zweiten Wohnbereich über gesprungen
Vierter Infizierten-Todesfall im Haller Marienheim

Halle (WB). Im Haller Marienheim ist bereits der vierte Tote im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Covid-19-Virus in der katholischen Alten- und Pflegeeinrichtung an der Schulstraße zu beklagen. Der Verband der katholischen Altenhilfeeinrichtungen (VKA) informierte am Montag über eine Sprecherin selbsttätig über den erneuten Todesfall, nachdem der Kreis Gütersloh am Sonntag noch ohne Nennung der Herkunft über den insgesamt fünften Todesfall in Halle berichtet hatte. Halle hat damit aktuell die meisten der insgesamt 16 Corona-Toten im Kreis Gütersloh zu verzeichnen.

Montag, 20.04.2020, 20:29 Uhr aktualisiert: 20.04.2020, 20:32 Uhr
Blick auf den Eingangsbereich des Marienheims in Halle, wo seit Anfang April mittlerweile vier Bewohner mit einer Covid-19-Infektion verstorben sind. Insgesamt leben in dem Heim 55 Bewohner. Foto: Genuit-Thiessen
Blick auf den Eingangsbereich des Marienheims in Halle, wo seit Anfang April mittlerweile vier Bewohner mit einer Covid-19-Infektion verstorben sind. Insgesamt leben in dem Heim 55 Bewohner. Foto: Genuit-Thiessen

Drei weitere infizierte Senioren sind nach Heimangaben stabil

Wie VKA-Sprecherin Stephanie Mai mitteilt, ist der Bewohner, dessen Alter nicht genannt wird, bereits am vergangenen Samstag verstorben. Der Mann war jedoch nicht eine der noch drei Personen, die bereits seit Wochen als infiziert bekannt sind. Diese drei Bewohner hätten nach wie vor Fieber, seien aber in einem stabilen Zustand, so die Sprecherin. Wie kürzlich berichtet, gilt einer der vormals am Covid-19-Virus erkrankten Senioren mittlerweile wieder als genesen. Der jetzt Verstorbene allerdings lebte in dem anderen, abgetrennten Wohnbereich des Marienheims, wo man bisher keine Infizierungen wahrgenommen hatte. Insgesamt leben 55 Bewohner im Marienheim.

„Offensichtlich aufgrund einer anderen Erkrankung gestorben“

Den Angaben der Sprecherin zufolge erkrankte der Bewohner am vergangenen Donnerstag an einer bakteriellen Infektion, begleitet durch Fieber, weshalb vorsichtshalber von der Hausärztin ein Abstrich durchgeführt worden sei. Bereits mit Einsetzen des Fiebers sei der Bewohner isoliert und unter Beachtung sehr hoher Hygieneauflagen versorgt worden. Wie Stephanie Mai weiter ausführte, sei der Tod „offensichtlich aufgrund einer anderen Erkrankung“ eingetreten. Jedoch sei nach dem Versterben ein positives Testergebnis mitgeteilt worden.

Auf die Frage, wie der gefährliche Virus trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, die laut VKA auch stets eng mit dem Kreisgesundheitsamt abgestimmt sind, auf den zweiten Wohnbereich übergreifen konnte, verweist die Sprecherin auf die bis zu 18 Tage dauernde Inkubationszeit des Virus. Die ersten Infektionen wurden Anfang April im Marienheim festgestellt, sodass der jetzt Verstorbene schon seinerzeit infiziert gewesen sein könnte. Das bleibe aber letztlich Spekulation.

Große Testung aller Mitarbeiter und Bewohner im Marienheim

Das Personal tue alles, um die Ausbreitung zu verhindern. Dazu zählen Stephanie Mai zufolge neben persönlichen Schutzmaßnahmen der Mitarbeiter auch strukturelle Maßnahmen wie die Einzelbetreuung aller Bewohner durch möglichst wenig wechselnde Mitarbeiter oder auch der Verzicht auf jegliche Gruppenangebote. Zudem würden Montag und Dienstag alle Bewohner im zweiten Wohnbereich sowie alle Mitarbeiter im ganzen Heim getestet.

Im ganzen Kreis Gütersloh gelten aktuell 154 Menschen als noch infiziert

Im Kreis Gütersloh waren zum Stand 20. April, 12 Uhr, insgesamt 582 (19. April: 581) laborbestätigte beziehungsweise klinisch bestätigte Coronainfektionen in der Statistik erfasst. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Davon gelten 412 (407) Personen als genesen und 154 (158) als noch infiziert. Von diesen 154 Personen befinden sich 139 (142) in häuslicher Quarantäne und nach Angabe der vier Krankenhäuser 15 (16) in stationärer Behandlung. 2 (2) davon werden intensivpflegerisch versorgt, 2 (2) müssen beatmet werden.

Für den Altkreis Halle liegen folgende Infizierten-Zahlen (inklusive Genesene) vor: Halle 43 (Vortag 43, Tote 5), Steinhagen 52 (52, 4), Werther 15 (15, 1), Borgholzhausen 19 (19, 0) und Versmold 34 (34, Tote 0)

 

 

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